Gas-Gebühren mit neuem Rekord – steht Ethereum vor dem Kollaps?

Ethereum Gas-Gebühren

Die Transaktionsgebühren im Ethereum-Netzwerk haben jüngst einen neuen Stundenrekord erreicht. Wie die Daten von Glassnode verdeutlichen, haben die Miner des Netzwerks binnen einer Stunde mehr als 500.000 US-Dollar durch Transaktionsgebühren verdient. Zu verdanken ist diese Entwicklung dem rapiden Wertanstieg, den Ethereum in den vergangenen Wochen hinlegen konnte. Allein am 1. September 2020 konnte die beliebte Altcoin mehr als 10 Prozent an Wert zulegen.

Sushiswap Release treibt Etheruem-Kurs

Einer der Hauptgründe für die steigenden Netzwerkaktivitäten dürfte die Einführung von Sushiswap gewesen sein. Bei Sushiswap handelt es sich um eine Fork von Uniswap. In weniger als 24 Stunden konnte Suhiswap einen Gesamtwert von mehr als eine Milliarde Dollar erreichen.

Sushiswap treibt Gas-Gebühren
Sushiswap lockt Uniswap-Kunden und treibt Gas-Gebühren @Sushiswap.org

Für die Miner des Ethereum-Netzwerks ist die Meldung im ersten Moment natürlich erfreulich, denn durch die Transaktionen steigen die dort erzielten Einnahmen stark an. Außerdem zeigt ein Blick auf die Daten, dass die Hash-Rate im Ethereum-Netzwerk erst vor kurzem ein neues 20-Monats-Hoch erreichen konnte. Dies ist beachtlich, da es jüngste eine kontroverse Diskussion zur Reduzierung der Block-Reward um 75 Prozent gab.

Allerdings tut sich im Hintergrund ein ernstzunehmendes Problem auf, denn in Sachen Nachhaltigkeit gibt es einige bedenkliche Entwicklungen bei Ethereum. Das Netzwerk profitiert maßgeblich vom aktuellen DeFi-Hype. Dementsprechend erklimmt auch Ether (ETH) kontinuierliche Jahreshöchststände. Doch zeitgleich scheint es so, als ob der DeFi-Hype auch der Hauptgrund für die massiven technischen Probleme sei.

Auslastung von Ethereum mit negativen Auswirkungen auf Smart Contracts

Das starke Wachstum des DeFi-Sektors sorgt auch dafür, dass die Aktivitäten die eigentlichen Grenzen des Netzwerks überschreiten. Im Ergebnis kommt es zu einer Überlastung des Ethereum-Netzwerks. Im Ergebnis steigt die Anzahl der nicht bestätigten Transaktionen an. Außerdem müssen Nutzer aktuell mit längeren Wartezeiten und höheren Gebühren rechnen. Letztere resultieren aus einer steigenden Konkurrenz zur schnelle Validierung der ausstehenden Transaktionen.

Besonders kritisch sind die Auswirkungen dieser Problematik mit Blick auf die Smart Contracts. Aufgrund der steigenden Kosten sowie der längeren Transaktionszeiten sind einige Smart Contracts praktisch unbrauchbar. Sollte dies zu einem Dauerzustand werden, könnte Ethereum als Plattform für Smart Contracts an Relevanz verlieren.

Der Löwenanteil der Gas-Gebühren kommt von Tether (USDT). Allerdings hat Uniswap zwischenzeitig diese Führungsrolle übernommen. Hierfür könnte natürlich auch Sushiswap mit seinem SUSHI Token verantwortlich sein. Immerhin incentiviert das Netzwerk die Teilnehmer, die Ihre Assets von Uniswap abziehen und in Sushiswap transferieren. Doch auch im Allgemeinen profitiert die beliebte DEX von der aktuellen Marktentwicklung. Erst kürzlich konnte Uniswap Coinbase beim täglichen Handelsvolumen überflügeln.

Transaktionskosten weiterhin Hauptproblem im Krypto-Sektor

Im Allgemeinen hat Ethereum sowieso vergleichsweise häufig Probleme mit den hohen Gas-Gebühren und den Transaktionsstaus. Um dieser Entwicklung etwas zu begegnen, erfolgte vor kurzem eine Anpassung der Gasmenge von 10.000.000 auf 12.500.000 Gas. Allerdings betrifft das Kostenproblem nicht nur Ethereum, sondern zahlreiche andere Netzwerke.

So zeigt auch ein Blick auf Bitcoin, dass die Transaktionsgebühren im Juli noch bei weniger als 1 US-Dollar lagen. Inzwischen liegt dieser Wert jenseits der 3-US-Dollar-Marke. Am 6. August belief sich dieser Wert auf 6,47 US-Dollar im Durchschnitt – das bisherige Allzeithoch.

Durch die hohen Gebühren verlieren insbesondere kleine Transaktionen an Relevanz. Wer nur kleine Werte transferieren möchte, braucht sich im Grunde nicht mehr mit BTC oder ETH auseinandersetzen. Inzwischen ist auch eine Lösung des Problems in Aussicht. Ein alter Verbesserungsvorschlag, EIP 1559, wird bereits heute in Filcecoin getestet. Erste Erfahrungswerte zeigen, dass der Ansatz erfolgreich war – theoretisch steht einer Einführung bei Ethereum nichts mehr im Wege.

Ethereum 2.0 liefert passende Antworten

Auch die Entwickler von Ethereum sind sich den Schwächen der Blockchain bewusst. Das langerwartete Upgrade Ethereum 2.0 soll die passenden Antworten liefern. Doch passende Lösungen wie EPI 1559 müssen erst noch entwickelt und getestet werden. Nichtsdestotrotz gibt es auf der zweiten Ebene der Ethereum Blockchain einige Funktionen, die bei der aktuellen Gebührenfrage unterstützen können.

Eine entsprechende Lösung der zweiten Schicht ist etwas OMG-Netzwerk. Dieses ermöglich einfache Zahlungen und günstige Tether-Zahlungen im Netzwerk.

Laut offizieller Aussage von Stephen McNamara, COO von OMG, kann OMG bei Ethereums Gebührenfrage unterstützen. Immerhin sei das OMG-Netzwerk darauf ausgelegt, den schnellen, billigen und sicheren Werttransfer von ETH und der ERC-20 Token sicherzustellen. Dabei schafft OMG Raum für Transaktionen auf dem ersten Layer und sorgt zudem dafür, dass die Transaktionsgebühren signifikant fallen – die Rede ist von wenigen Cent.

Auch Vitalik Buterin empfiehlt der Community die Nutzung des Services. Insbesondere Nutzer, die sich über die hohen Gas-Gebühren beschweren, sollten OMG nutzen.

Fazit: Gas-Gebühren sind kein unlösbares Problem bei Ethereum

Die aktuelle Entwicklung der Gas-Gebühren ist beachtlich. Für Miner des Netzwerks sind die höheren Gebühren erstmal eine positive Entwicklung. Allerdings leiden Transaktionen unter den hohen Gebühren, da einige Transaktionen schlicht und ergreifend nicht ausgeführt werden. Insbesondere der DeFi-Hype trägt dazu bei, dass die Leistungsgrenzen von Ethereum ausgenutzt werden. Die jüngste Veröffentlichung von Sushiswap trägt etwa dazu bei, den Hype um DeFi und die Nutzung von Ethereum weiter zu erhöhen.

Allerdings ist das aktuelle Problem der Gas-Gebürehn auch hausgemacht. Durch das jüngst veröffentlichte OMG-Netzwerk lässt sich die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde auf bis zu 2.500 steigern. Auch das kommende Upgrade auf Ethereum 2.0 dürfte dazu beitragen, die Skalierbarkeit zu erhöhen und somit die Gas-Gebühren zu reduzieren.

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