Lohnt sich Ethereum Mining 2018?

Ethereum Mining ist, neben dem Kauf von Ether auf Kryptobörsen, eine Möglichkeit den Token zu erwerben. Doch wie funktioniert das Minen und ist es überhaupt noch rentabel in Zeiten von Ethereum-Iceage und Difficulty Bomb?

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Ethereum Mining – ETH

Was ist Ethereum Mining?

Wie alle Blockchains und Kryptowährungen müssen auch bei Ethereum Transaktionen bestätigt werden. Ohne diese Validierungen wäre das System nicht betrugssicher und das vertrauenslose Ökosystem der Kryptowährungen nicht möglich.

Eine weitere und für den Miner interessantere Funktion des Ethereum Mining ist, dass mit jedem bestätigten Block neue Ether generiert werden. Daher stammt auch die Analogie des Begriffs Mining. Ähnlich wie Bergarbeiter oder Goldschürfer “graben” die Miner nach der Kryptowährung. Natürlich ist das nur eine Metapher und es gibt keine echten Minen, aus denen man Kryptowährungen ausgraben würde.

Wie funktioniert Ethereum Mining?

Im Grundprinzip ist das Ethereum Mining derzeit fast identisch mit Bitcoins Methode. Noch basieren beide System auf einem Proof-Work, einem Arbeitsnachweis.

Miner setzen Computer ein, die für die Bestätigung eines Transaktionsblocks Berechnungen, ähnlich wie ein Rätsel oder eine schwierige Rechenaufgabe durchführen müssen. Der Miner bzw. Computer, der als erstes die richtige Antwort findet, erhält die Belohnung in Form von Ether.

Wenn der Miner einen Hash findet, der dem aktuellen Ziel entspricht, wird der Block über das Netzwerk gesendet, damit jeder Knoten seine eigene Kopie des Ledgers validieren und den neuen Block hinzufügen kann. Ist dieser Prozess abgeschlossen und der neue Block in die Kette integriert, beginnt das Ganze wieder von vorne und alle Miner machen sich an die Lösung des nächsten Blocks.

Es gibt insgesamt drei verschiedene Möglichkeiten für das Ethereum Mining:

  1. Pool Mining
  2. Cloud Mining
  3. Alleine Mining

Pool Mining

Ethereum Mining in einem Pool ist der einfachste und schnellste Weg und für Anfänger gut geeignet. Die Miner schließen sich zu einem Pool, also einer Gruppe zusammen. Alle Mitglieder des Pools stimmen zu, dass sie im Falle einer richtigen Lösungen für einen Block, die Belohnung mit den anderen teilen. Wie oft so ein Block gefunden wird und wie die Prämien geteilt werden, hängt von der Poolgröße ab. Folgende Dinge gilt es bei der Wahl des Pool Mining zu beachten, denn nicht alle Anbieter sind gleich:

  • Pool Größe: Auf der einen Seite erhöht ein größerer Pool die Wahrscheinlichkeit, die richtige Lösung zu finden, rein rechnerisch betrachtet. Andererseits muss der Gewinn letztlich auch in immer mehr Teile geteilt werden.
  • Minimale Auszahlung: Viele Pool-Anbieter haben eine Grenze festgelegt, die erreicht werden muss, bevor sich ein Miner seinen Gewinn auszahlen lassen kann. Liegt die minimale Auszahlung zum Beispiel bei 1 ETH, kann es unter Umständen sehr lange dauern, bis ein Gewinn ausgezahlt wird. Das bedeutet auch, dass der Miner zwangsläufig so lange im Pool bleiben muss, da er sonst seine Prämie verliert.
  • Poolgebühr: Das Betreiben eines Pools kostet viel Zeit und Geld, daher müssen die Mitglieder auch in der Regel eine Gebühr zahlen, um ihren Pool in Betrieb halten zu können. Die Gebühr wird in % gezahlt und automatisch von den Prämien abgezogen. Das macht es für die Miner leichter, da sie sich nicht um die Zahlungen kümmern müssen. Das System ist außerdem fair, da diejenigen, die bisher nichts mit dem Pool Mining verdient haben auch nichts zahlen müssen. Meist liegt die Poolgebühr bei 1 – 3 %.

Cloud Mining

Das Cloud-Mining ist eine Art gemietetes Mining. Eine Person bezahlt einen Miner oder ein Unternehmen stellvertretend für ihn das Mining durchzuführen. Der Vorteil dieses Systems ist, dass keine teure Hardware angeschafft werden muss, die viel Wartung, Energie und Pflege benötigt. Das nimmt einen Großteil der Verantwortung. Der Nachteil ist jedoch, dass das Geld im Voraus gezahlt werden muss und fällt der Ethereum Kurs, ist auch das bezahlte Geld verloren. Geht man von idealen Mining Voraussetzungen aus, ist das Cloud Mining am wenigsten rentabel.

Lohnt sich Ethereum Mining?

Zunächst gibt es einige Faktoren, die vor dem Start des Ethereum Mining, aber auch bei anderen Kryptowährungen beachtet werden muss:

  • Hash-Rate: Die Hash-Rate ist die Rate, mit der ein mathematisches Problem gelöst wird, um die Transaktion zu verifizieren. Je höher die Hash-Rate, desto besser ist das Ethereum Mining.
  • Schwierigkeitsgrad: Das Ethereum-Netzwerk wurde so konzipiert, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nur wenige Münzen abgebaut werden können. Daher würde die Hash-Rate weiter steigen und der Schwierigkeitsgrad würde weiter steigen, je mehr Miner hinzukommen.
  • Stromverbrauch: Der Prozess des Mining nach Proof-of-Work verbraucht sehr viel Strom. Daher ist es wichtig im Vorfeld zu berechnen, wie hoch der Stromverbrauch sein wird und wie viel Ether dabei generiert werden kann.

Ethereum Mining und die Difficulty Bomb

Die Verantwortlichen von Ethereum planen schon lange eine weniger energieaufwendige Methode des Nachweises als den Proof-of-Work-Algorithmus. Langfristig soll Ethereum daher zum Proof-of-Stake Modell wechseln. Dieser Punkt ist schon länger bekannt, die Umsetzung wurde bereits im vergangenen Jahr eingeleitet.

Im August 2017 veröffentlichte Vitalik Buterin den Implementierungsleitfaden für die erste Version von Casper. Als hybrider Proof-of-Stake / Proof-of-Work -Algorithmus soll Casper v1 die Rentabilität für Ethereum Mining verringern und schließlich vollständig beenden. Zunächst wird jeder 100. Block mit Proof of Stake validiert, alle anderen mit Proof-of-Work. Parallel zu der ersten Veröffentlichung von Casper hat Ethereum auch die “Difficulty Bomb” gestartet. Sie wird den Schwierigkeitsgrad für das Ethereum Mining exponentiell erhöhen, bis ein Abbau praktisch unmöglich wird. Dieser Punkt wird als Ethereum-Eiszeit bezeichnet.

Es ist bisher noch nicht bekannt wann dieser Punkt genau eintreten wird. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass der vollständige Wechsel zu Proof-of-Stake noch mindestens 1 bis 2 Jahre entfernt ist (also im Jahr 2019-2020).

Fazit

Das Ethereum Mining ist, vorausgesetzt man beachtet die oben benannten Punkte zur Rentabilität, noch als lohnend zu bezeichnen. Wie lange dieser Zustand anhalten wird, bleibt offen, denn sobald der Wechsel zu POS vollzogen ist, wird das Mining nicht mehr möglich sein. Der Zeitpunkt steht jedoch noch nicht fest, denn einem früheren Blogbeitrag zufolge hätte die Eiszeit bereits 2016 einsetzen müssen. Es scheint als wollen Buterin und sein Team Casper möglichst viel Zeit geben, um sich bewähren zu können und die Community von dem Stake-Algorithmus zu überzeugen.