Was sind NFTs? – Die Welt der Non-Fungible Token

NFT

Werden NFTs die Welt verändern?

Das Internet hat in den letzten 30 Jahren zahlreiche Industrien auf den Kopf gestellt. Wer hätte damals gedacht, dass Amazon einmal die größte Einzelhandelsplattform der Welt sein wird? Nahezu jeder Bereich wird nach und nach entmaterialisiert und etabliert sich immer mehr in digitaler Form. Dabei erwachsen im Internet neue dominante, globale, digitale Netzwerke. Facebook ist das größte digitale soziale Netzwerk. YouTube ist das größte digitale TV- und Video-Netzwerk. Google ist das größte digitale Informationsnetzwerk.

Globale Digitalisierung
Zunehmende globale Digitalisierung in allen Bereichen

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, entwickeln sich immer mehr zum größten digitalen monetären Netzwerk. Die dahinter steckende Blockchain-Technologie ermöglicht digitale Knappheit von Datensätzen, was essentiell für eine Werterfassung im Internet ist. Jede andere digitale Datei kann beliebig oft vervielfältigt werden. Digitale Knappheit gepaart mit Sicherheit durch Dezentralität sind ein Disruptor wie das Internet selbst. Blockchain-Technologie und Smart Contracts haben das Potenzial erneut viele Industrien auf den Kopf stellen.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht zudem einen eindeutigen digitalen Besitznachweis. Die beiden Eigenschaften Knappheit und sicherer Besitznachweis sind es, die neben Geld auch wertvolle Einzelgegenstände entmaterialisieren und digital abbilden können. Diese digitalen Einzelobjekte und das Eigentum daran werden als NFTs, Non-Fungible Token bezeichnet. Der digitale Kunst- und Sammlermarkt spielt hier eine große Rolle.

Was genau hinter NFTs steckt, wie sie entstanden sind und warum sie ein enormes Zukunftspotenzial haben, erfahren Sie hier. Dieser Artikel wird regelmäßig erweitert und aktualisiert.

Was sind NFTs?

NFTs (Non-Fungible Token) sind digitale Besitznachweise von immateriellen Gütern. Diese Güter sind in der Regel einzigartige, nicht ersetzbare digitale Vermögenswerte (Token). Durch die Blockchain-Technologie kann der Besitz dieser Token eindeutig nachgewiesen und übertragen werden. Beispiele hierfür sind digitale Kunstwerke, Computerspiel-Objekte, digitale Eintrittskarten oder Domain-Namen. Es können jedoch auch digitale Besitznachweise von physischen Gegenständen wie zum Beispiel Gemälden oder anderen Einzelstücken sein.

Das Gegenteil von NFTs sind austauschbare Vermögenswerte (Fungible Token). Diese Austauschbarkeit bedeutet, dass ein solcher Token jederzeit durch einen identischen Token ersetzt werden kann. Kryptowährungen sind solche austauschbaren digitalen Blockchain-basierten Vermögenswerte. 1 Bitcoin ist immer 1 Bitcoin, egal wann er erzeugt wurde und in welchem Block er sich aktuell befindet. Ein Bitcoin ist uneingeschränkt immer gegen einen anderen Bitcoin austauchbar.

In der realen Welt sind 10 Euro auch immer 10 Euro, ob auf dem Bankkonto, im Paypal-Account oder in der Brieftasche als zerknitterter Geldschein. Die Austauschbarkeit ist per se vorhanden. Man kann einen 10-Euro-Schein auch gegen zwei 5-Euro-Scheine oder gegen fünf 2-Euro-Münzen austauschen.

Allerdings kann eine Austauschbarkeit auch relativ und subjektiv sein. Eine Geldmünze kann irgendwann aufgrund besonderer Eigenschaften zu einem seltenen und sehr wertvollen Sammlerstück werden. Ein Flugticket der Business Class ist nicht gegen ein Ticket der Economy Class austauschbar. Und innerhalb der Economy Class ist ein Fensterplatz nicht das gleiche wie ein Gangplatz.

Fungible vs. Non-Fungible Token (NFT)
Fungible vs. Non-Fungible, Quelle: Opensea

Diese kleinen Unterschiede stellen für NFTs auf einer Blockchain neue Herausforderungen dar. So kann es durchaus mehrere identische NFTs geben und dennoch sind sie selten und relativ einzigartig, wenn davon zum Beispiel weltweit nur 10 Stück existieren.

Blockchain-Technologie und NFTs

Bevor es Blockchains gab, existierten bereits zahlreiche nicht austauschbare digitale Objekte. Ob individuelle Elemente in Computerspielen, digitale Tickets, Domain-Namen oder Einträge in sozialen Netzwerken, die Computerwelt war quasi voll von NFTs. Doch man konnte weder den Besitz eindeutig nachweisen, noch gab es die Möglichkeit das Eigentum dieser Objekte jemandem anderen offiziell zu übertragen. Es existierte schlicht keine Kompatibilität und damit keine standardisierte Möglichkeit diese digitalen Dinge mit ausreichender Liquidität zu handeln.

Und genau hier setzt die Blockchain-Technologie an. Die Einträge und Transaktionen in einer Blockchain sind unveränderbar, was den Besitz eines NFT sicher und nachweisbar macht. Damit sind die Herkunft sowie die komplette Besitzhistorie für immer in der Blockchain gespeichert. NFTs auf einer Blockchain ermöglichen somit den eindeutigen Besitz von kopierbaren Dateien. Das schnelle und kostengünstige Versenden erlaubt einen sicheren Austausch und Handel.

Was macht NFTs so wertvoll?

Was treibt die Nachfrage nach NFTs an? Es ist nicht allein die digitale Knappheit oder Einzigartigkeit. Es sind vielmehr der individuelle Nutzen und die Emotionen, die aus der Herkunft des NFT abgeleitet werden. Der Nutzen ist meist offensichtlich. Wenn ein NFT-Ticket Zugang zu einer sehr bedeutsamen Veranstaltung gewährt, gibt es einen klaren Grund diesen NFT zu erwerben. Das gleiche gilt für Objekte in einem Computerspiel, welche zu besonderen Fähigkeiten der Spielcharaktere berechtigen.

Doch warum sollte man ein NFT-Kunstwerk für viel Geld kaufen? Das ist sicherlich die Frage, die sich viele stellen. Und einige zweifeln an, ob Kunst überhaupt digital sein kann. Doch genauso fraglich wäre dann, warum Menschen teure Gemälde oder teure Sammlerbriefmarken kaufen. Es sind die Emotionen, die die Herkunft des Sammlerstücks auslöst. Die Geschichte, die dahinter steckt, erschafft den wirklichen Wert.

Eine Autogrammkarte ist auch nur ein Stück Papier mit etwas Tinte darauf. Doch wenn die Unterschrift von einer sehr prominenten Persönlichkeit stammt und der Anlass für die Signatur ein ganz besonderer war, dann steigt der Wert entsprechend. Im Zeitalter der Digitalisierung können nun auch Kunstwerke und Signaturen von Prominenten entmaterialisiert und im Internet abgebildet werden.

Die bekanntesten NFTs

Obwohl NFTs schon auf einige Jahre Geschichte zurückblicken können, so weckten in 2021 besonders zwei NFTs ein breites Medieninteresse.

Der erste Tweet von Twitter-Gründer Jack Dorsey als NFT

Der Gründer von Twitter, Jack Dorsey hat seinen allerersten Tweet aus dem Jahr 2006 für ca. 2,9 Millionen US-Dollar als NFT verkauft. Jetzt könnten zahlreiche Einwände kommen: Der Tweet ist doch im Twitter-Account von Jack Dorsey und damit noch in seinem Besitz! Was passiert, wenn Jack Dorsey den Tweet einfach löscht? Aber darum geht es gar nicht, sondern allein um die Geschichte, die dahinter steckt und die Emotionen, die dabei ausgelöst werden.

Wenn der Gründer der Plattform Twitter höchstpersönlich seinen ersten Tweet als digitale Datei verkauft, dann steckt da eine einzigartige Geschichte dahinter. Der neue Besitzer des Tweets kann dank einer Blockchain für immer nachweisen, dass er im Besitz dieses NFT ist. Er kann beweisen, dass das Angebot persönlich von Jack Dorsey kam und er durch das höchste Gebot den Zuschlag erhielt. Wer kann das schon von sich behaupten! Vermutlich genauso wenige können beteuern, dass sie im Besitz des ersten Autos von Henry Ford sind.

NFT: First Tweet Jack Dorsey
Auktion vom NFT „Erster Tweet von Jack Dorsey”, Quelle: Valuables by Cent

Der Tweet von Jack Dorsey wurde auf der Plattform Valuables by Cent im Rahmen einer Auktion verkauft. Auch Justin Sun von Tron war einer der Bieter, doch den Zuschlag erhielt ein anderer.

Der Künstler Beeple und sein 69 Millionen US-Dollar NFT

Die bislang größte NFT-Medienaufmerksamkeit erhielt der Künstler Beeple, dessen digitales Kunstwerk am 11. März 2021 bei einer Auktion des Auktionshauses Christie’s für sage und schreibe 69 Millionen US-Dollar versteigert wurde.

Hinter dem Künstlernamen Beeple steckt der US-Amerikaner Mike Winkelmann. Das besagte NFT-Kunstwerk hat den Namen „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ und ist eine digitale Collage von insgesamt 5000 Einzelkunstwerken, die in genauso vielen Tagen erstellt wurden. Hinter dem Gesamtkunstwerk stecken demnach über 10 Jahre Arbeit, wobei der eigentliche Aufwand das Erstellen einer 319 Megabyte großen JPEG-Datei mit einer Auflösung von 21.069 x 21.069 Pixel ist.

Doch die gesamte Geschichte dahinter ist einzigartig: Das bislang teuerste NFT-Werk eines modernen Künstlers, die erste NFT-Versteigerung dieser Art bei Christie’s und damit der weltweite Durchbruch auf dem Kunstmarkt. Ob dieses Kunstwerk in Zukunft noch weiter im Wert steigt? Vermutlich ja.

Bild vom Beeple NFT
NFT: „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“, Quelle: Beeple

Wer früher schon nicht verstehen konnte, warum Menschen Unsummen für Briefmarken oder Kunstwerke ausgeben, der wird sich vermutlich auch schwer tun, den Handel mit NFTs zu begreifen. Doch es ist durchaus vorstellbar, dass irgendwann in der Zukunft auch digitale NFT-Kunstwerke an der Wand hängen. Und wer etwas auf sich hält, zeigt seine NFT-Kollektion auch gern in seinem Social Media Profil. Mit einem NFT outet man sich schnell als Fan von einem bestimmten Künstler oder Sport-Club. NFTs berechtigen zum Angeben und Beeindrucken, zeitgemäß in digitaler Form.

Ursprung und Entwicklung

NFTs sind seit einigen Monaten deutlich präsenter in den Medien geworden. Schlagzeilen wie der 2,9 Millionen US-Dollar teure NFT-Tweet von Jack Dorsey oder der Verkauf des Beeple-NFT für 69 Millionen US-Dollar bringen NFTs einem deutlich breiteren Publikum näher.

Dabei entsteht häufig der Eindruck, dass NFTs ein völlig neues Phänomen sind. Doch die Geschichte von Blockchain-basierten NFTs kann bereits mehrere Jahre vorweisen. Die ersten NFT-Experimente liefen bereits im Jahr 2012 mit Colored Coins auf der Bitcoin Blockchain.

NFT-Premiere auf Ethereum: Crypto Punks

Erst mit der Ethereum Blockchain nahmen NFTs so richtig Fahrt auf. Die ersten Ethereum NFTs erschienen als Crypto Punks im Sommer 2017.

NFTs Crypto Punks
Crypto Punks, Quelle: Larvalabs

Crypto Punks sind 10.000 einzigartige digitale Charaktere, die von Larvalabs ins Leben gerufen wurden. Ihre digitalen Eigentumsnachweise sind in Form von einzigartigen Token auf der Ethereum Blockchain gespeichert. Jeden Crypto Punk zeichnen individuelle optische Eigenschaften aus, sodass keiner dem anderen gleicht. Crypto Punks haben den digitalen Kunstmarkt inspiriert und waren der Vorläufer für spätere Standards. Aufgrund des begrenzten Angebots und des Kultstatus bei frühzeitigen Anwendern gelten sie schon heute als digitale Antiquitäten. Sie sind immer noch handelbar und interoperabel mit den meisten NFT-Anwendungen auf Ethereum.

2017: Geburt der CryptoKitties

Auch wenn Crypto Punks offiziell die ersten NFTs auf der Ethereum Blockchain waren, so sind doch vor allem die CryptoKitties den meisten noch im Gedächtnis. Ende 2017 wurden sie zur ersten Mainstream-Anwendung von NFTs.

2017 war ohnehin ein Jahr mit einem großen Hype um Kryptowährungen, angetrieben von der ICO-Blase (ICO = Initial Coin Offering) auf der Ethereum-Plattform. In kurzer Zeit starteten unzählige neue ICO-Projekte und jedes von ihnen hatte neue und angeblich knappe Token im Angebot. Dies löste eine regelrechte Goldgräberstimmung aus. Immer mehr neue Kryptowährungen auf der Ethereum Blockchain erblickten das Licht der digitalen Welt. Es dauerte nicht lange bis es vermehrt zu Überlastungen des Netzwerks kam, mit deutlich erhöhten Transaktionsgebühren als Folge. Doch einer der Gründe für die hohe Auslastung waren unter anderem auch das Erstellen und Handeln mit CryptoKitties.

NFTs CryptoKitties
CryptoKitties, Quelle: CryptoKitties

CryptoKitties sind digitale Bilder von Comic-Katzen, die von Dapper Labs für ein Blockchain-Computerspiel kreiert wurden. Jede Katze ist einzigartig und damit nur einmal auf der Blockchain vorhanden. Das Besondere an ihnen ist, dass im On-Chain-Computerspiel durch Vereinen unterschiedlicher Katzen neue einzigartige CryptoKitties gezüchtet werden können. Diese neuen Katzen konnten dann in Auktionen versteigert oder auf dem freien Markt verkauft werden.

Die CryptoKitties-Blase

Das Züchten hat viele Spekulanten angezogen. Die Idee war simpel: Man kauft ein paar seltene CryptoKitties, züchtet mit ihnen ein paar neue, noch seltenere Katzen, verkauft sie zu hohen Preisen und dann das Ganze wieder von vorn. Zu Höchstzeiten in 2017 lag das Handelsvolumen bei ca. 5000 ETH und Verkäufe von CryptoKitties erzielten Preise von über 100.000 US-Dollar.

Es war nahezu absurd, so hohe Preise für digitale Katzen zu bezahlen. Doch die unglaubliche Geschichte dahinter im Zusammenspiel mit dem großen Hype um Kryptowährungen brachte in kurzer Zeit viele neue Käufer in den Markt. Diesem Ansturm war die damalige Netzwerkkapazität von Ethereum nicht gewachsen, sodass für den Handel und das Züchten von CryptoKitties horrende Gebühren und stundenlange Wartezeiten anfielen.

Diese Mischung aus Hype, Spekulation und viraler Story mündete schließlich in einer Blase, die auch entsprechende Beachtung in der Presse fand. Doch wie zu erwarten, platzte die Blase bald darauf. Mitte Dezember 2017 ging die Nachfrage nach CryptoKitties auf einmal zurück und die Preise purzelten. Die gesamte Krypto-Blase fing kurz darauf an zu platzen und ein mehrjähriger Bärenmarkt wurde eingeläutet.

NFT CryptoKitties Volume 2017
Handelsvolumen CryptoKitties 2017, Quelle: Opensea

2018 – 2020: Entwicklungen während anhaltendem Bärenmarkt

Nach diesem Hype flachten das Interesse sowie die Medienberichterstattung über NFTs ab. Doch das bedeutete nicht, dass anschließend keine spannenden NFT-Konzepte entwickelt wurden. Ganz im Gegenteil, CryptoKitties hatten den Grundstein für neue Ideen gelegt.

In den Jahren von 2018 bis 2020 wurden viele neue Weichen für Blockchain-basierte NFTs gestellt, ohne die in 2021 wohl kein neuer Ansturm möglich gewesen wäre. Zahlreiche Blockchain-Projekte haben den Krypto-Winter genutzt, um neue interessante NFT-Anwendungen voranzutreiben.

NFTs als digitale Kunst

So entdeckte der Kunstmarkt NFTs für sich. Die Eigenschaft eines eindeutigen Besitznachweises und die Möglichkeit dies auch transparent anzuzeigen, sind geradezu ideal für digitale Kunst. Einige Künstler fingen an mit NFTs zu experimentierten. Plattformen für den Handel mit digitaler Kunst wie Opensea, SuperRare, MakersPlace oder Known Origin wurden gegründet und kontinuierlich weiter ausgebaut. Sogenannte Minting-Plattformen wie Digital Art Chain, Mintbase und Mintable integrierten Lösungen, um das Erstellen von NFTs für jedermann ohne Programmierkenntnisse einfach und schnell zu ermöglichen.

NFT from Josie
NFT vom Künstler Josie, Quelle: Opensea

Gaming und virtuelle Welten

Die Gaming-Industrie rund um Blockchain-basierte Virtual-Reality erkannte ebenfalls frühzeitig das große Potenzial von NFTs. Allen voran sind hier die Projekte Decentraland und CryptoVoxels zu nennen, welche den Kauf und das Eigentum von virtuellem Grund und Boden in Form von NFTs ermöglichen. In diesen virtuellen Spielwelten entstehen neue digitale Ökosysteme mit virtuellen Städten und Landschaften.

NFTs Cryptovoxels
Virtuelle Welt von CryptoVoxels, Quelle: CryptoVoxels

Ein weiterer Pionier im Bereich von Blockchain-basierter virtueller Wirklichkeit ist Enjin. Dieses Projekt erlaubt es Gaming-Utensilien in Form von NFTs aus einem Spiel auf einfache Weise in ein anderes zu übertragen.

Domain-Namen

Neben Kunst und Gaming hat auch der Domain-Namen-Markt frühzeitig NFTs adaptiert, um Domains ähnlich wie „.com“ mit dezentraler Blockchain-Technologie bereitzustellen. Der bekannteste Dienstleister Ethereum Name Service wurde bereits im Mai 2017 gegründet und in 2019 an die gängigsten NFT-Marktplätze angebunden. Die Anzahl von registrierten „.eth“ Domains ist stetig angewachsen.

NFT .eth domains
Wachstum von „.eth”-Domains, Quelle: Dune Analytics

Ein weiterer bekannter Dienstleister ist Unstoppable Domains, der unter anderem die Domain „.crypto“ herausgegeben hat.

Zwischen 2018 und 2020 wurden somit viele wichtige Grundsteine für zukünftige NFT-Massenanwendungen gelegt. Inzwischen sind NFTs in zahlreiche weitere Wirtschaftszweige eingedrungen. Dazu zählen Sport, Film, Musik, Freizeit, Finanzen und Sammlerstücke. Auf diese neuen NFT-Ökosysteme wird später noch einmal eingegangen.

NFTs auf der Ethereum Blockchain

Ethereum ist die aktuell größte Smart Contract Blockchain. Auch bei NFTs hat Ethereum seit 2017 bis heute klar die Nase vorn. Ob Crypto Punks oder CryptoKitties, der erste Jack-Dorsey-Tweet oder die Beeple-Collage, sie alle sowie die meisten Marktplätze sind Teil der riesigen NFT-Welt auf Ethereum.

Token-Standards

Sämtliche Token auf Ethereum, ob Kryptowährungen oder NFTs sind eindeutigen Standards zuzuordnen. Standards sind ein wichtiger Baustein für die Funktionsweise von Token. Nur mit geeigneten Standards sind die wesentlichen Eigenschaften wie Besitz, Zugang und Übertragbarkeit gewährleistet. Auch für die Softwareentwicklung sind Standards essenziell. So sind allen Beteiligten die Grundfunktionalitäten und Verhaltensweisen eindeutig klar.

Ethereum Token Standards
Ethereum Token Standards, Quelle: Opensea

Die drei gängigsten Ethereum Token-Standards sind ERC20 für Fungible Token (austauschbare Token wie Kryptowährungen) und ERC721 sowie ERC1155 für Non-Fungible Token (nicht austauschbare Token = NFTs).

Der ERC20-Standard ordnet Adressen Beträge zu. So ist pro Ethereum-Adresse immer die genaue Anzahl von gehaltenen Kryptowährungen zu erkennen.

Mit der Geburt der CryptoKittis wurde der wichtige NFT-Standard ERC721 erschaffen, auf dem bis heute die meisten NFTs beruhen. ERC1155 ist ein weiterer NFT-Standard, der von Enjin entwickelt wurde. Bei ERC1155 handelt es sich um eine Mischform aus austauschbaren und nicht austauschbaren Token. ERC721 ordnet Eigentümern eindeutige IDs zu, während ERC1155 über eine verschachtelte Zuordnung von IDs zu Eigentümern zu Mengen verfügt.

ERC20 vs. ERC721
ERC20 vs. ERC721 vs. ERC1155, Quelle: Opensea

Nachteile von Ethereum für NFTs

Auch wenn Ethereum die größte NFT-Plattform ist, so ist sie nicht für jede Art von NFT immer auch erste Wahl. Ethereum kämpft nach wie vor mit der Herausforderung zunehmender Kapazitätsgrenzen. Aus diesem Grund fallen für die Erstellung und den Handel von NFTs teilweise extrem hohe Gebühren an. Bei einem sehr wertvollen NFT wie das Beeple-Kunstwerk mögen Gebühren in Höhe von 100 US-Dollar unbedeutend sein. Doch für viele kleinere Künstler, die ihre Werke für 100 bis 200 US-Dollar verkaufen möchten, sind solch hohe Beträge ein klares Hindernis.

Vor diesem Hintergrund sind mehrere alternative Blockchains angetreten, um diese Marktlücke geschickt zu schließen. Je nach NFT-Anwendungsfall gibt es auch eine geeignete NFT-Blockchain, die einen schnelleren und kostengünstigeren Handel mit NFTs verspricht. Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf einige dieser alternativen NFT-Blockchains.

Ausblick auf weitere Inhalte

In Kürze geht es weiter mit folgenden Themen:

  • Alternative Blockchains für NFTs
  • Relevante NFT Coins
  • NFT-Ökosysteme
  • Wie erstellt man ein NFT?
  • Technische Grenzen
  • Zukunftspotenzial

 

Quellen:

https://opensea.io/blog/guides/non-fungible-tokens/amp/

https://docs.google.com/document/d/1kBx-HXY8ow_7bElsJZ6Sk3r2V9cQjSRdWFyKCUXZtAs/edit

https://www.theblockcrypto.com/genesis/78736/nft-ecosystem-map-research

https://oderso.cool/blogs/update/nft-wtf

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