Beeple Kunstwerk: NFT erzielt 69 Millionen US-Dollar bei Christie’s Auktion

Beeple NFT

EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ heißt das Werk des digital Künstlers Beeple, welches bei einer Auktion des prestigeträchtigen Auktionshauses Christie’s in London stolze 69 Millionen US-Dollar erzielen konnte. Das Besondere an der Auktion ist der Umstand, dass das Bild nicht physisch existiert, sondern nur digital erhältlich ist. Vom 01. Mai 2007 an kreierte der Erschaffer jeden Tag ein digitales Bild mit Bezug zu seinem oder unser aller Leben – Und das 5.000 Tage lang. Der Zusammenschnitt all dieser Bilder ergibt das nun versteigerte Kunstwerk.

Doch nicht nur die Versteigerung eines rein digitalen Produkts ist für Christie’s etwas Besonderes. Das 1766 gegründete, historische Auktionshaus traute sich mit der Beeple Auktion zusätzlich auf das Kryptoparkett. Das mit einer Auflösung von 21.069 x 21.069 Pixel und rund 319 Megabyte schwere Meisterstück im Jpeg-Format, wurde vom Künstler mit einem sogenannten Non Fungible Token, kurz NFT, verknüpft. Mit diesem Token kann der neue Besitzer seine Besitzrechte an der digitalen Kreation mit der Blockchain nachweisen. Als neuer Eigentümer ist er von nun an im Ethereum-Netzwerk bekannt.

Bild vom Beeple NFT
„EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ – Quelle Beeple

Die Versteigerungen begann am 25. Februar in enger Zusammenarbeit mit der Handelsplattform Makersplace. Das britische Auktionshaus hat damit einen kompetenten Partner im Boot, der Expertise im Handel von digitaler Kunst in Verbindung mit Blockchain-Technologie vorweisen kann.

Non Fungible Was? Ein kleiner NFT-Überblick

NFT sind im Krypto-Space aktuell in aller Munde. Es hat sich sogar ein regelrechter Hype um die Token und die Möglichkeiten, die sie bieten, entwickelt. Doch was genau ist ein Non Fungible Token?

Vereinfacht gesagt, sind NFT das Gegenstück zu den „standard“ Token der Blockchain. Diese sind normalerweise fungible, also Austauschbar. Non Fungible Token sind, wie der Name schon herleiten lässt, nicht austauschbare Token. Sie sind für sich einzigartig und können unterschiedlich viel Wert sein. Während ETH immer gleich viel Wert ist, kann ein NFT mehr Wert sein als ein anderer.

Man kann einen NFT betrachten wie ein digitales Zertifikat. Dieses Zertifikat bestätigt die Echtheit eines Objekts. Man kann also einen NFT mit einem Objekt verknüpfen. Was so schon in der analogen Welt seit Jahrhunderten praktiziert wird, zum Beispiel bei Zigarren oder Gemälden, findet nun auch Einzug in das digitale Dasein. Der Verwendung von Non Fungible Token sind nahezu keine Grenzen gesetzt und sie können mit jedem Objekt verknüpft werden.

Besonders lohnenswert sind NFT für Gegenstände die einen gewissen Wert widerspiegeln, wie Beispielsweise das Kunstwerk von Beeple. Non Fungible Token lassen sich daher gut durch Auktionen verkaufen. Die gefragtesten Projekte im NFT-Bereich sind laut CoinMarketCap THETA, Chiliz und Enjin. Die hohe Nachfrage konnte den NFT-Coins einen starken Kursaufschwung bescheren.

Theta Kurs
Der Kurs von THETA profitiert vom aktuellen NFT-Hype – Quelle CoinMarketCap

Das Non Fungible Token im Hype sind, zeigt auch die Unterstützung durch den Support von Persönlichkeiten wie dem deutschen Tausendsassa Fynn Kliemann oder Twitter-CEO Jack Dorsey.

EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ – Das Beeple Meisterwerk

Der Künstler hinter dem Pseudonym Beeple heißt in Wirklichkeit Mike Winkelmann. Der 39 Jahre alte Grafikdesigner lebt in Charleston, einem kleinen Suburb im US-Bundesstaat South Carolina. Seit Mai 2007 zeichnet oder 3D-modelliert der zweifache Familienvater jeden Tag ein Bild. Neben persönlichen Eindrücken verarbeitet der Künstler auch Weltpolitische Themen. Das erste Bild war eine Zeichnung seines Onkels.

This was my very first everyday. It’s a picture of my Uncle Jim, who I nicknamed Uber Jay. I probably would have spent more time on this, had I known it would eventually be part of a piece auctioned by Christie’s! – Mike „Beeple“ Winkelmann

Hiermit fing alles an: Eine Zeichnung von Onkel „UberJay“ – Quelle Beeple

Bis vor gut einem Jahr bekam Winkelmann für seine Kunst nur wenig Aufmerksamkeit. Mit dem Aufkeimen von NFT sah der Künstler dann seine Chance, seine Werke nachvollziehbar an neue Eigentümer zu verkaufen. Der Hype brachte Beeple entsprechend Aufmerksamkeit. Mittlerweile hat der kreative Kopf hinter den täglichen Einzelwerken 1,9 Millionen Abonnenten auf Instagram und erreicht extrem hohe Preise auf dem Kunstmarkt.

Das Meisterwerk „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ von Beeple ist ein Bild aus der „EVERYDAYS“-Serie. Aus dieser Serie konnte Winkelmann bereits 21 Kunstwerke über Nifty Gateway, der NFT-Kunsthandelsplattform der Winkelvoss Brüder, verkaufen. Dabei erzielte er einen Erlös von 3,5 Millionen US-Dollar.

Die Erfolgsstory des Digitalkünstlers gipfelte nun der Versteigerung von „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ durch das britische Auktionshaus Christie’s. Gestartet hat die Auktion nicht wie üblich mit einer Einschätzung des Preises, sondern mit einem fast wahllosen Startpreis von 100 US-Dollar.

Christie’s: Auktionshaus mit Tradition und technologischer Überlegenheit

Der Versteigerung des Beeple Kunstwerks war nicht der erste Versuch für das Londoner Auktionshaus, den Kryptomarkt für sich zu nutzen. Bereits 2018 ging Christie’s eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Artory ein, die mithilfe der Blockchain-Technology Kunst registrieren. Genutzt wurde die Kooperation für die Versteigerung der Kunstsammlung von Barney A. Ebsworth.

Für Christie’s sind Non Fungible Token kein kurzfristiger Hype, sondern die Art und Weise wie digitale Kunst in der Zukunft an den Mann gebracht wird. NFT können demnach den Kunstmarkt revolutionieren und auch in weiteren Gebieten Einzug finden.

Die Beeple-Auktion wurde in den letzten Minuten noch mal spannend, als der Preis von 20 Millionen auf über 50 Millionen US-Dollar anstieg. Verkauft wurde das digitale Kunstwerk am Ende für 69.346.250 US-Dollar.

Für die Versteigerung des Beeple Kunstwerks setzte das 255 Jahre alte Auktionshaus auf Ethereum als Zahlungsmöglichkeit. Zum Ende der Auktion war aber noch nicht klar, ob der neue Eigentümer das Kunstwerk mit einer klassischen Währung oder mit Kryptowährung bezahlt hat.

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