KPMG Chain Fusion als Interoperabilitäts-Lösung im Finanzsektor

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Die Managementberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat KMPG Chain Fusion veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um eine Software Suite, welche es es Fintechs und Finanzdienstleistern ermöglicht, Krypto-basierte Services in einem institutionellen Maßstab anzubieten.

Unterschiedliche Datenstrukturen als Herausforderung

Am 22. Juni hat KPMG den Start von KPMG Chain Fusion bekannt gegeben. Bei dieser Software Suite handelt es sich ein Produkt, welches die Einführung von Krypto-Services auf einem institutionellem Niveau ermöglicht.

Die etablierte Finanzmarktinfrastruktur und die Infrastruktur von Krypto-Assets wie Bitcoin, Ethereum und Co., unterscheiden sich grundsätzlich. Allerdings zeigt sich, dass die Nachfrage nach Krypto-Assets am Markt kontinuierlich zunimmt. Aus diesem Grund steigt auch der Druck aufseiten der Investoren und Nachfrager. Auch die kontinuierlichen technologischen Innovationen und die steigende Akzeptanz von Stablecoin-Projekten sorgen dafür, dass die Nachfrage nach einer passenden Infrastruktur kontinuierlich wächst.

Gleichen wir allerdings die aktuellen Marktgegebenheiten mit den neuen Anforderungen der Marktteilnehmer ab, so ergibt sich eine unmittelbare Herausforderung hinsichtlich der Interoperabilität. Die unterschiedlichen Datenstrukturen zweier Infrastrukturen müssen in einem konsistenten Modell integriert werden, um wichtige Geschäfts- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

KPMG Chain Fusion bietet Datenintegrationsmodell

Unternehmen, die bisher noch keinen direkten Bezug zu Token und Kryptowährungen hatten, stehen auch nicht zwangsläufig vor diesem Problem. Allerdings zeigt sich, dass die Komplexität dieser Herausforderung in dem Maße zunimmt, in welchem Unternehmen blockchain-basierte Ressourcen einführen.

KPMG Chain Fusion als Schnittstelle zwischen Systemen
KPMG Chain Fusion als Schnittstelle zwischen Systemen @KPMG

Dementsprechend müssen Unternehmen, die ein Krypto-Asset-Modell einführen, möchten dafür sorgen, dass eine effiziente und zeitgleich eine effektive Integration der Blockchain-Daten erfolgt. Zeitgleich muss sichergestellt sein, dass die Kerngeschäftsfunktionen weiterhin problemlos funktionieren.

Diese Aufgabe kann die neue Software Suite KPMG Chain Fusion übernehmen. KPMG Chain Fusion bietet eine konsistente Datenarchitektur und unterstützt zeitgleich Krypto-Asset-Funktionen. Mithilfe dieser Lösung können Unternehmen auf mehrere Blockchain-Protokolle zurückgreifen und somit eine gut funktionierende Infrastruktur erschaffen.

Wie funktioniert KPMG Chain Fusion?

Im Grunde integriert KPMG Chain Fusion die Daten unterschiedlicher Blockchain-Protokolle und erweitert somit die Grenzen traditioneller Finanzdienstleistungssysteme. Hierbei führt die Software die Daten aus den Blockchain-Protokollen in eine Kerndatenarchitektur über – diese beinhaltet zusätzlich die bereits vorhandenen Daten.

Hierbei hat KPMG das Ingestion-Modell so definiert, dass sich zahlreiche Marktdaten für Krypto-Assets, Transaktionsdaten und Blockchain-Protokollen verwenden lassen. Durch die Software wird sichergestellt, dass die zu integrierenden Daten mit dem bereits vorhandenen Daten konsistent sind – die Software übernimmt die Strukturierung der Daten. Im Ergebnis soll eine integrierte Datenumgebung entstehen, die sämtliche Anforderungen erfüllt, die zur Entwicklung von Geschäftsanwendungen notwendig sind.

Säulen von KPMG Chain Fusion
Säulen von KPMG Chain Fusion @KPMG

Im Grunde ermöglicht die Kerndatenarchitektur ausführliche Analysen in folgenden Anwendungsbereichen:

  • Wallets und Verwahrung
  • Vermögensaufstellung
  • Transaktionsüberwachung

Die MPC- Wallet  bei KPMG Chain Fusion

Insbesondere die Verwahrung ist eine grundlegende Funktionalität, die bei einem institutionellen Engagement in Kryptowährungen gewährleistet werden muss. Aus diesem Grund hat KPMG in Chain Fusion eine MPC Wallet integriert. Diese soll für eine schnellere Implementierung und Entwicklung von Risiko-, Performance- und Kontrollanalysen sorgen. Grundlage hierfür ist wiederum der zentrale Datenkern der KPMG Software

Überprüfung von Reserven löst größte Herausforderung

Die Überprüfung der Reservefähigkeit ist eine der wichtigsten Funktionen einer Krypto- oder Digitla-Asset-Organisation. Insbesondere der Umstand, dass diese Unternehmen keine Fractional-Reserve-Systeme betreiben dürfen, trägt dazu bei Reserven aus gesetzlicher Sicht erforderlich sind.

Durch den Absatz der Reserven aktualisiert das System nahezu in Echtzeit die Vermögensbestände einer Blockchain. Außerdem erfolgt ein automatisierter Abgleich mit dem gespeicherten Unternehmensdaten, die sich auf einer klassischen Datenbank befinden.

Mit einem solchen System reagiert KPMG auf jüngste Entwicklungen am Markt, bei denen falsche Dokumentationen zu einer Marktmanipulation führten – das prominenteste Beispiel hierfür ist die Wirecard AG.

Transaktionsüberwachung zur Geldwäschebekämpfung

Schlussendlich gehört die Transaktionsüberwachung zu den drei zentralen Funktionen von KPMG Chain Fusion. Insbesondere die Finanzkriminalität und Terrorismusfinanzierung sind zwei der Hauptrisiken, die es bei Krypto-Assets zu berücksichtigen gibt.

Wollen also Unternehmen die Anforderungen der Geldwäscheregularien erfüllen, so müssen diese eine Überwachung der Transaktionen gewährleisten. Diese Funktion übernimmt Chain Fusion und übernimmt somit aktiv einen Part im Kampf gegen die Finanzkriminalität. Neben der Überwachung  von Krypto-Transaktionen gehört auch die anschließende Überprüfung von weiteren Krypto- oder Fiat-Transaktionen zu den Funktionen der Software.

Fazit: KPMG Chain Fusion bietet mächtige Funktionen

Die Interoperabilität von unterschiedlichen Systemen ist in Finanzsektoren von hoher Relevanz. Die Einführung von Blockchain-Technologien bietet zwar bereits heute einige Vorteile. Doch ohne eine ausreichende Interoperabilität sind die Unternehmen dazu gezwungen,  neue Systeme oder Schnittstellen zu entwickeln – diese Projekte sind besonders kostspielig.

Mit Chain Fusion gibt es nun allerdings eine Software, die eine Interoperabilität zwischen unterschiedliche Blockchains und der bestehenden IT-Architektur schafft. Durch diesen Ansatz lassen sich die wichtigsten Funktionen von Krypto-Assets umsetzen und zeitgleich die relevanten Geschäftsprozesse aufrechterhalten. Ob sich die Lösung durchsetzt bleibt abzuwarten. Doch insbesondere für Fintechs und Unternehmen könnte dieses Modell durchaus interessant sein und den Einstieg in den Blockchain-Sektor ermöglichen.

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