Kevin Warsh: So bullisch ist der neue FED-Chef auf Bitcoin

Das Wichtigste in Kürze
- Am vergangenen Freitag wurde Kevin Warsh als neuer FED-Vorsitzender bestätigt. Er ersetzt damit den bisherigen Zentralbankchef Jerome Powell, mit dem US-Präsident Donald Trump auf Kriegsfuß stand.
- Als Wunschkandidat des US-Präsidenten könnte Warsh bereit sein, die gewünschte Währungspolitik Trumps umzusetzen. Allerdings gilt der neue FED-Chef als Anhänger eines starken US-Dollars.
- Der 56-Jährige äußerte sich in der Vergangenheit stark positiv über den Bitcoin, den er als digitales Gold sieht. Ob sich Warsh als Kurstreiber erweist, ist stark von seiner Geldpolitik abhängig.
Kevin Warsh: So bullisch ist der neue FED-Chef auf Bitcoin
Letzten Freitag trat Kevin Warsh sein neues Amt als FED-Vorsitzender an. Der 56-Jährige ist der Wunschkandidat des US-Präsidenten Donald Trump. Warsh ersetzt mit Jerome Powell einen wichtigen Gegenspieler Trumps.
Unter dem neuen FED-Vorsitzenden dürfte sich die US-Währungspolitik drastisch verändern. Warsh könnte den Wunsch des US-Präsidenten erfüllen und den Leitzins senken. Die Inflation des US-Dollars würde sich dann voraussichtlich weiter beschleunigen.
Langfristig dürfte sich vor allem die Inflation der Fiatwährungen als Kurstreiber der Kryptowährungen erweisen. Dies erkannte Kevin Warsh bereits 2021, als er dem US-amerikanischen Medienunternehmen CNBC Rede und Antwort stand.
Warsh hatte damals schon Erfahrung als FED-Gouverneur, nachdem er dieses Amt von 2006 bis 2011 bekleidete. Im Gespräch nahm der heutige FED-Chef Bezug auf den Bitcoin, dem er wachsende Bedeutung zumaß. Der Bitcoin diene demnach immer mehr Anlegern als Alternative zu Fiatwährungen, aber auch zum Edelmetall Gold.
“Ich glaube, dass der Bitcoin als Teil eines Investmentportfolios unter diesen Umständen sinnvoll ist”, sagte Warsh 2021 und sprach dabei auf eine Phase an, in welcher der US-Dollar schwächelt.
“Ich bin nicht überrascht, dass der Bitcoin in einer schwachen Zeit für den US-Dollar tut, was er eben tut”, beschrieb er die damals raschen Kursgewinne der Kryptowährung. BTC notierte erstmals über 34.000 US-Dollar.
"If #bitcoin never existed gold would be rallying even more right now, but I guess if you are under 40 bitcoin is your new gold," says Kevin Warsh. pic.twitter.com/1xp16aE8QS
— Squawk Box (@SquawkCNBC) January 6, 2021
Warum BTC dem Gold laut Warsh schadet
Mit Bitcoin habe die uralte Wertanlage Gold einen jungen Konkurrenten erhalten, meint der Bankmanager. Bitcoin gelinge es, Kapital anzuziehen, das andernfalls ins Edelmetall fließen würde. Warsh schließt sich also der populären Idee an, die BTC als digitales Gold sieht.
“Ich vermute, dass Bitcoins Kursentwicklung einige Aufmerksamkeit vom Gold ablenkt. Golds Kursrallye wäre deutlich stärker, würde Bitcoin nicht existieren. Wenn du jünger als 40 bist, ist der Bitcoin wahrscheinlich dein neues Gold”, führte Warsh aus.
Generell sprach sich Warsh damals stark positiv über die Kryptowährung aus. Demnach habe sie generell einen hohen Nutzwert, der täglich weiter zunehme, da BTC immer deutlicher als alternative Währung anerkannt werde.
2021 arbeitete der heutige FED-Vorsitzende noch als Gastwissenschaftler an der Universität Stanford. Zur damaligen Zeit regierte Donald Trump die USA in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident.
Nur zwei Wochen nach Warshs Interview übernahm der Demokrat Joe Biden die Regierung. Unter ihm erarbeiteten sich die US-Behörden bis zum Januar 2025 einen Ruf als harte Krypto-Gegner. Erst durch Trumps zweite Amtszeit wendete sich das Blatt.
Warsh passt mit seiner kryptofreundlichen Position in das Gesamtbild der aktuellen US-Regierung. Neue Freizügigkeit für Krypto zählt zu Trumps politischen Schwerpunkten. Das Konzept spiegelt sich in einigen Ämtern wieder.
So gelten die Chefs der Aufsichtsbehörden CFTC und SEC – Michael Selig und Paul Atkins – als überzeugte Anhänger von Krypto.
Ob sich Warsh als Preistreiber des Bitcoins erweist, bleibt allerdings fraglich. Zwar wählte Trump ihn konkret als Nachfolger des ehemaligen FED-Vorsitzenden Jerome Powell mit der Absicht, den Leitzins zu senken, jedoch gilt Warsh als Anhänger eines starken US-Dollars.
Warsh wirkt sich vor allem auf den US-Leitzins aus. Je nach Verhältnis zwischen Leitzins und Inflation steigt oder sinkt die Beliebtheit von Spekulationen auf die Kursentwicklung der Kryptowährungen. Ebenso ist die Rolle von Krypto als inflationssicherer, nichtstaatlicher Wertspeicher abhängig.
