Krypto-News der Woche 29. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Das Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil (SPD) kündigt eine strengere Krypto-Überwachung an. Auf diese habe sich die Bundesregierung jüngst geeinigt.
- Großbritannien sanktioniert die Krypto-Börse HTX. Das Unternehmen soll mit Strohmännern der russischen Regierung zusammenarbeiten, um Sanktionen zu umgehen.
- US-Präsident Donald Trump investierte im ersten Quartal 2026 in mindestens sieben Krypto-Aktien.
- Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin fordert eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte des Projekts. Ethereum soll seine Unabhängigkeit und Neutralität unter dem Druck wachsenden staatlichen Einflusses zementieren.
- Der Kryptomarkt leidet nach einer kurzzeitigen Intensivierung des Nahostkonflikts enorm. Infolgedessen sinkt der Bitcoin-Kurs zeitweilig unter 73.000 US-Dollar.
Bundesregierung kündigt strengere Krypto-Überwachung an
Die Bundesregierung kündigte kürzlich eine strengere Krypto-Überwachung an. Laut eines X-Beitrags, den das Bundesministerium der Finanzen am Mittwoch veröffentlichte, sei dies inzwischen beschlossene Sache.
“Heute im Kabinett beschlossen: Mehr Steuertransparenz, auch bei Krypto”, leitete das Ministerium den Beitrag an.
Heute im Kabinett beschlossen: Mehr Steuertransparenz, auch bei Krypto. pic.twitter.com/LKhqsy9hYz
— Bundesministerium der Finanzen (@BMF_Bund) May 27, 2026
Laut Darstellung soll es künftig einen umfassenden, automatischen Austausch über Kryptowährungen und steuerrelevante Transaktionsdaten geben. Teil des Beschlusses sei der “automatische Austausch von Informationen über Kryptowerte”.
Auch weitere Inhalte zählen dazu. Etwa der “automatische Austausch von Informationen über Einkünfte, die mittels digitaler Plattformen erzielt wurden” sowie der “automatische Austausch von Informationen über Finanzkonten”.
Demnach möchte die Bundesregierung ihre Kontrolle über den Kryptomarkt ausweiten. Durch die Überwachung der erzielten Einkünfte möchte man die korrekte Entrichtung anfallender Steuern sicherstellen.
Das Bundesministerium der Finanzen untersteht dem SPD-Politiker Lars Klingbeil, der in den letzten Monaten durch die Forderung nach einer neuen Krypto-Steuer für Aufmerksamkeit sorgte. Klingbeil möchte so Löcher im Haushalt stopfen.
Das Finanzministerium sprach in seiner Erklärung auf eine Krypto-Meldepflicht an, die seit Anfang des Jahres durch die EU-Richtlinie DAC8 bereits Realität ist. Zwar gilt die wachsende Überwachung in der Krypto-Szene als unerwünscht, trotzdem bleibt der praktische Nutzen fraglich.
Wegen der international wachsenden Krypto-Überwachung warnen Experten die Anleger zunehmend vor der Meldung ihres Krypto-Vermögens. Die Funktionsweise der Kryptowährungen verhindert ungewollte Zugriffe auch gegenüber Behörden. Nutzer, die ihre Gewinne nicht mittels Fiatwährungen realisieren, könnten der staatlichen Aufsicht weiterhin entgehen.
HTX ein russisches Instrument? Großbritannien verhängt Sanktionen
HTX (ehemals Huobi) zählt zu den bekanntesten und größten Krypto-Börsen der Erde. Das ursprünglich chinesische Unternehmen wickelt laut Angaben von CoinMarketCap ein tägliches Handelsvolumen von rund einer Milliarde US-Dollar pro Tag ab.
The UK just sanctioned HTX – one of the largest crypto exchanges by volume. 55M users, $3.3T in 2025 trading volume.
This isn't just about the exchange. AML systems retroactively re-label historical transactions. Millions of clean addresses may turn red through no fault of their…— Match Systems (@MatchSystems) May 28, 2026
Am Dienstag verhängte Großbritannien überraschend Sanktionen gegen die international agierende Krypto-Börse. Die britischen Behörden werfen dem Unternehmen Verstrickungen mit dem russischen Staat vor. In dessen Auftrag sei HTX an Sanktionsumgehungen involviert.
“Der Staatssekretär ist der Ansicht, dass hinreichende Gründe für die Vermutung bestehen, dass HUOBI GLOBAL SA durch die Erbringung von Finanzdienstleistungen an der Erlangung eines Vorteils für die russische Regierung beteiligt ist oder war oder diese unterstützt hat”, heißt es dazu in einer öffentlichen Mitteilung.
Das nun offiziell auf den Seychellen ansässige Unternehmen soll mit den Firmen A7 LLC und Garantex Europe OU zusammenarbeiten, um Finanzdienste für den russischen Staatsapparat abzuwickeln.
Laut einer weiteren Darstellung soll es sich bei A7 um ein internationales Netzwerk handeln, das über Kontakte in verschiedenen Ländern – vorrangig Kirgistan, aber auch Georgien – Dienste im Auftrag der russischen Regierung erfüllt.
Im Kalenderjahr 2025 sollen über A7 ganze 90 Milliarden US-Dollar geflossen sein. Russland habe damit den Handel mit Waffen und Erdöl abgewickelt. Großbritannien verspricht sich durch die Maßnahme eine Einschränkung des russischen Kriegsapparats und die Unterstützung der ukrainischen Kriegsziele.
Finanzanlagen, die sich im Eigentum von HTX befinden, sollen nach Möglichkeit beschlagnahmt werden. Laut Gegendarstellung von HTX könne die Krypto-Börse weiterhin uneingeschränkt agieren. Man wolle einen Konsens mit der britischen Regierung finden.
In diese Krypto-Aktien investiert US-Präsident Donald Trump
Das US-amerikanische Amt für Regierungsethik legte die Wertpapiertransaktionen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump im ersten Quartal 2026 offen. Daraus geht hervor, dass Trump Anteile an sieben öffentlich gehandelten Krypto-Firmen hält.
Sein Portfolio enthält Block (SQ), Coinbase Global (COIN), CleanSpark (CLSK), MARA Holdings (MARA), Robinhood Markets (HOOD), SoFi Technologies (SOFI) und Strategy (MSTR).
Die genannten Betriebe engagieren sich in verschiedenen Bereichen des Kryptomarkts. Es handelt sich unter anderem um Krypto-Miner, Broker und Bitcoin-Treasuries. Im ersten Quartal 2026 flossen mehrere hunderttausend US-Dollar in die genannten Aktien.
Im Vergleich zu den Käufen, die Trump im Bereich der klassischen Technologiebranche vornahm, sind seine Krypto-Investments gering. In Firmen wie Oracle und Microsoft investierte Trump über seinen Trust mehrere Millionen US-Dollar.
Der US-Präsident ist gemeinsam mit seinen Söhnen Eric und Donald Jr. auch am Privatunternehmen World Liberty Financial beteiligt.
Ethereum-Erfinder Buterin überrascht Krypto-Szene mit neuem Plan
Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin veröffentlichte auf X grob einen neuen Plan, der sich maßgeblich auf die weitere Entwicklung der Ethereum-Blockchain auswirken soll. Der Kanadier machte deutlich, dass es sich dabei nur um ein Konzept handle, dessen tatsächliche Umsetzung vom Vorstand der Ethereum Stiftung abhängig ist.
Buterin beäugt die Entwicklung seiner Blockchain inzwischen kritisch. Das Projekt habe sich bereits zu weit von seinen eigentlichen Zielen und Idealen entfernt. Eine Neuausrichtung der Entwicklungsarbeit soll Ethereum zurück auf seinen ursprünglichen Kurs bringen.
“So schnell und skalierbar wie möglich zu sein und nur ein kleines bisschen dezentraler als die anderen – das ist der Weg in die Mittelmäßigkeit, und wenn wir das versuchen, werden wir scheitern”, schrieb Buterin
Some of my perspective on where the @ethereumfndn is going.
First of all, this is only my own view. The board is not just me, and I have no extra special powers on the board that the other board members do not. @aerugoettinea is the one executing much of this transition. My…
— vitalik.eth (@VitalikButerin) May 24, 2026
Die Steigerung von Ethereums Skalierbarkeit solle demnach keine zentrale Rolle mehr einnehmen. Stattdessen müsse sich die Blockchain auf das CROPS-Prinzip besinnen. Dies sei insbesondere in der aktuellen Zeit wichtig, da staatliche Akteure immer mehr Macht und Kontrolle an sich reißen.
“Ich bin der Meinung, dass Ethereum skalierbar sein sollte. Aber ich glaube, Ethereum sollte sich vor allem darum bemühen, in einem anderen Feld wirklich zu beeindrucken: dem CROPS-Segment”, setzt er fort.
CROPS steht für Zensurresistenz, Quelloffenheit, Datenschutz und Sicherheit. Geht es nach Buterin, soll Ethereum künftig also besonders als sicherer Hafen vor möglichen Attacken durch Behörden sowie private Hacker und Phisher dienen.
Zwei wegweisende Entscheidungen über Ethereums Zukunft seien bereits gefallen: Buterin möchte seine Bedeutung innerhalb der Ethereum Stiftung verringern. Gleichzeitig möchte er ihren Vorstand vergrößern.
Die von der Stiftung vorgenommenen Ethereum-Abverkäufe sollen ebenfalls sinken. Die Organisation war in der Vergangenheit dafür bekannt, große Mengen an ETH abzustoßen, um Aufträge mit den Erlösen zu bezahlen.
BTC unter 73.000 USD: Irankrieg verursacht Blutbad am Kryptomarkt
Der Bitcoin-Kurs befindet sich aktuell in einem deutlichen Abschwung. Schuld daran ist eine erneute Intensivierung des Nahostkonflikts. Im Irankrieg ist es den Kriegsparteien nach mehrwöchigen Verhandlungen misslungen, einen nachhaltigen Frieden herzustellen.
Laut Medienberichten kam es gestern zu einer israelischen Offensive im Libanon. Gleichzeitig soll es zum gegenseitigen Beschuss zwischen den USA und dem Iran gekommen sein. Inzwischen seien erneute Friedensverhandlungen in gange.
Krypto-Investoren reagierten pessimistisch auf diese Entwicklung. Der Bitcoin-Kurs sank infolgedessen auf einen Marktwert von nur 72.700 US-Dollar. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 73.700 US-Dollar.
Neben dem Bitcoin stürzte auch der Großteil des Kryptomarkts ab. Am heutigen Freitag konnten einige der 100 größten Coins bereits Erholungen erzielen.
Im Wochentrend setzten sich aktuell Stellar (XLM), DeXe (DEXE) und Humanity (H) als Sieger ab. Stellar notiert nach 50-prozentigem Kursgewinn bei 0,21 US-Dollar. DEXE stieg um 32 Prozent auf 18,53 US-Dollar und Humanity pendelt sich nach 21 Prozent Wertzuwachs bei 0,26 US-Dollar ein.
