Ethereum neu ausgerichtet: Gründer Buterin schockt mit Zielsetzung

Das Wichtigste in Kürze

  • Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin erwartet eine Neuausrichtung der federführenden Ethereum Stiftung. Diese müsse zu ihren ursprünglichen Idealen zurückkehren.
  • Die Skalierbarkeit der Blockchain soll zugunsten des CROPS-Prinzips in den Hintergrund rücken. ETH müsse zensurresistenter, sicherer und datenschutzfreundlicher werden.
  • Er selbst möchte künftig weniger Mitspracherecht in den Entscheidungen der Stiftung haben. Die neue Zielsetzung soll verhindern, dass Ethereum so kontrollsüchtig wie Google endet.

Ethereum neu ausgerichtet: Gründer Buterin schockt mit Zielsetzung

Ethereum-Gründer Vitalik Buterin möchte sein Projekt neu ausrichten – das gab der Kanadier kürzlich in einem X-Beitrag bekannt. Die Pläne der letzten Jahre wolle er demnach über Bord werfen, um die federführende Ethereum Stiftung (kurz EF) auf andere Aufgaben zu konzentrieren.

In einer Erklärung vom 24. Mai vergleicht Buterin die Entwicklung der Ethereum-Blockchain mit der Entwicklung der Suchmaschine Google. Über die letzten Jahre hätten sich die Blockchain ebenso wie die Suchmaschine von ihren ursprünglichen Idealen entfernt.

Diese Veränderung kritisiert der 32-Jährige. Er möchte die Blockchain zu ihren ursprünglichen Zielen zurückführen. Demnach sei es für Ethereum wichtiger, die eigentlichen Ideale umzusetzen, statt finanzielle Anreize zu verfolgen.

Buterin stellt sich eine EF vor, die sich auf das CROPS-Prinzip konzentriert. Das bisherige Augenmerk der Skalierbarkeit soll demnach in den Hintergrund rücken. Im März definierte die Ethereum Stiftung unter dem Akronym vier Schwerpunkte.

“So schnell und skalierbar wie möglich zu sein und nur ein kleines bisschen dezentraler als die anderen – das ist der Weg in die Mittelmäßigkeit, und wenn wir das versuchen, werden wir scheitern”, legt er dar.

CROPS steht für Zensurresistenz, Quelloffenheit, Datenschutz und Sicherheit. Das Konzept soll somit vor allem die Sicherheit vor staatlichen Akteuren, die Privatsphäre der Nutzer und die Resistenz gegen Hackerangriffe gewährleisten. Buterin beteuerte in der Vergangenheit mehrfach die Wichtigkeit dieser Inhalte, um Ethereums Bedeutung langfristig zu sichern.

“Ich bin der Meinung, dass Ethereum skalierbar sein sollte. Aber ich glaube, Ethereum sollte sich vor allem darum bemühen, in einem anderen Feld wirklich zu beeindrucken: dem CROPS-Segment”, erklärte der Programmierer.

Darum kritisiert Buterin Regierungen hart

Auch weitere Ziele gab er bekannt. Seine eigene Rolle in der Ethereum Stiftung soll sinken. Bisher hatte er innerhalb der Organisation stets das letzte Wort. Das soll sich ändern. Die Ethereum Stiftung soll demnach durch die Mehrheitsentscheidungen eines wachsenden Vorstandes kontrolliert werden.

In seinem Beitrag schießt er sich auf Regierungen ein, die sich nach immer mehr Kontrolle sehnen. Aus Angst vor zunehmender Überwachung durch staatliche Akteure entwickelte die Blockchain letztes Jahr bereits die PSE Roadmap.

“Google existierte und existiert im Kontext einer Technologiebranche, die sich im Allgemeinen von ihren ursprünglichen idealistischen Wurzeln – „Sei nicht böse“ – entfernt und sich in Richtung Gier nach finanziellem Gewinn, totalitären Visionen (…) Unterwanderung durch Soziopathen und feiger Kapitulation vor staatlichem Druck zur ideologischen Kontrolle, Überwachung und Krieg bewegt”, so Buterin.

Ethereums Richtungswechsel sei nun notwendig, um nicht in Googles Fußstapfen zu treten. Ob diese Zielsetzung gelingt, lässt der Kanadier offen. Diese Entscheidung müsse die Stiftung ganzheitlich fällen.

Ethereum Stiftung verkauft weniger ETH

Mit einer bestimmten Ankündigung dürfte sich Buterin das Gehör vieler Anleger erkauft haben. In seiner Erklärung gab er bekannt, dass die Ethereum Stiftung künftig weniger ETH verkaufen werde.

In der Vergangenheit waren die umfangreichen ETH-Verkäufe der Schweizer Stiftung ein häufiger Kritikpunkt der Anleger. Die Verkäufe begründete man mit zu zahlenden Gehältern. Anleger reagierten wenig verständnisvoll. Die Stiftung hätte die Zahlungen direkt in ETH durchführen können.

“Heute hat sich die EF dafür entschieden, ihre verbleibenden Ressourcen darauf zu verwenden, Langfristigkeit vor Breite zu stellen (ja, das bedeutet, dass wir weniger ETH verkaufen)”, kündigt Buterin an.

“Die EF konzentriert sich speziell auf jene Aktivitäten, die für den Erfolg von Ethereum als zensur- und vereinnahmungsresistentes, offenes, privates und sicheres System entscheidend sind”, heißt es weiter.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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