Krypto-News der Woche 22. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Das polnische Parlament unternimmt einen dritten Anlauf zur Etablierung des Krypto-Gesetzes MiCA. Bislang blockierte Präsident Nawrocki vorangegangene Entwürfe als Hindernis für die Innovation im Land.
- Bitcoin Depot, der weltgrößte Betreiber von Krypto-ATMs, meldete Insolvenz an. Zunehmende Konflikte mit dem Staatsapparat führten zu enormen Verlusten. Der Geschäftsführer sieht den Betrieb vor dem unausweichlichen Ende.
- SpaceX investierte nach 2022 insgeheim Hunderte Millionen US-Dollar in Bitcoin. Das Unternehmen hält fast 19.000 BTC, obwohl Firmengründer und Anteilseigner Elon Musk der Kryptowährung bereits 2021 öffentlich abgeschworen hatte.
- Laut Fox Business plant die US-Regierung ein neues Gesetz zur dauerhaften Etablierung einer Bitcoin-Reserve. Mehr als eine Million BTC möchte man halten. Die Finanzierung soll mittels iranischer Staatsanlagen erfolgen.
- Durch zahlreiche Unsicherheiten aus den USA und dem Nahen Osten sank der Bitcoin-Kurs diese Woche auf 76.000 US-Dollar.
Polen: Scheitert MiCA zum dritten Mal?
Polen präsentierte bereits vergangenen Freitag, eine neue Adaption des EU-Gesetzes MiCA. Über Monate hinweg gab es in der polnischen Gesetzgebung immer wieder Streit um die Krypto-Regulierung, die in der gesamten EU bis zum 1. Juli implementiert werden soll.
Das Scheitern eines nationalen Gesetzes auf der Basis von MiCA habe laut Experten ein Erlöschen der Lizenzen für Krypto-Unternehmen zur Folge. Zudem wären Sanktionen durch die EU-Kommission denkbar.
Mit einem Stimmenverhältnis von 241 zu 200 bestätigte das Unterhaus des polnischen Parlaments – der Sejm – die Adaption. Sie trägt den Namen “Gesetz Nr. 2529”.
Der endgültige Erfolg ist damit allerdings immer noch nicht sicher. Das Parlament reagierte auf die Forderungen des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, der bereits zweimal sein Veto einsetzte, um vorangegangene Fassungen zu blockieren.
Nach dem Unterhaus wird der Gesetzesentwurf dem Oberhaus – dem Senat – vorgelegt. Dieser muss dann ebenfalls seine Zustimmung geben, bevor der Staatspräsident die letzte Entscheidung fällt.
Nawrocki hielt die bisherigen Versionen für zu umfassend und für zu restriktiv. Die Entwicklung der Kryptobranche werde dadurch in ihren Innovationen eingeschränkt und habe keine Zukunft. Ob sich der Präsident mit der jüngsten Version zufrieden gibt, steht bisher nicht fest.
Sollten die Verbesserungen nicht zur Zufriedenheit Nawrockis sein, könnte der Präsident durchaus zum dritten Mal in Folge sein Veto einlegen, um die MiCA-Adaption zu blockieren.
Weltgrößter Betreiber von Bitcoin-ATMs meldet Insolvenz an
Bitcoin Depot, der aktuell wohl größte Betreiber von Bitcoin-ATMs, meldete kürzlich seine Insolvenz an – das gab das Unternehmen am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Die Pleite der einst florierenden Firma macht auf anhaltende Konflikte zwischen der Kryptobranche und Behörden aufmerksam.
Bitcoin Depot legt seinen Geschäftsbetrieb damit auf Eis. Zudem möchte man Anlagen verkaufen, legte man in der Bekanntmachung dar. Bislang hatte das US-Unternehmen mehr als 9.000 Automaten in vier Ländern betrieben. Der Schwerpunkt lag in Nordamerika.
Staaten würden Betreibern von Krypto-ATMs jedoch immer strengere Regularien auferlegen. Auch generelle Verbote seien ein Problem. Inzwischen sei die Skrupellosigkeit der Staatsapparate den Betreibern gegenüber so groß, dass es für das Geschäftskonzept keine Zukunft gebe.
“Das regulatorische Umfeld für Betreiber von Bitcoin-Automaten hat sich erheblich verändert. (…) Unter diesen Umständen ist das derzeitige Geschäftsmodell des Unternehmens nicht mehr funktionsfähig”, erklärte Geschäftsführer Alex Holmes.
Noch vergangenes Jahr schrieb Bitcoin Depot saftige Gewinne. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete das Unternehmen Nettoeinnahmen in Höhe von 12,2 Millionen US-Dollar. Q1 2026 dann der Schock: Statt der Gewinne schrieb man Verluste in Höhe von 9,5 Millionen US-Dollar. Schließlich führte eine Sicherheitslücke im April zum weiteren Verlust von 3,7 Millionen US-Dollar.
Schon Ende 2025 begann sich der Niedergang abzuzeichnen. Mehrere Bundesstaaten klagten inzwischen gegen Bitcoin Depot. Das Unternehmen möchte man dabei für unabhängige Betrugsmaschen am Kryptomarkt verantwortlich machen.
Krypto-Automaten ermöglichen den physischen Tausch von Fiat- und Kryptowährungen. Die Funktionsweise ähnelt der von Bankautomaten. Schnell schossen sich Behörden auf das Konzept ein. Die Nutzung ohne KYC ist heute in vielen Ländern ausgeschlossen. Blockchain-Adressen werden aufgezeichnet.
SpaceX investiert Milliarden in Bitcoin
Das Raumfahrtunternehmen SpaceX hält Milliarden US-Dollar in Bitcoin – das geht aus einem kürzlich veröffentlichten Dokument der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC hervor.
Seit 2022 investierte SpaceX unter Ausschluss der Öffentlichkeit demnach hunderte Millionen US-Dollar in die größte Kryptowährung. Zuletzt hatte SpaceX einen Umfang von 8.285 firmeneigenen Bitcoin gemeldet.
Mittlerweile hält das Unternehmen ganze 18.712 BTC im Wert von 1,45 Milliarden US-Dollar. Von 2022 bis 2024 sind demnach ganze 10.427 BTC hinzugekommen. Aus den Dokumenten geht auch hervor, dass im gesamten Kalenderjahr 2025 kein einziger Coin hinzugefügt wurde. Schon 2024 hielt man ein identisches Bitcoin-Vermögen.

Außer Bitcoin hält das Unternehmen keine weiteren Kryptowährungen. Auch Elon Musks favorisierter Dogecoin taucht in der Bilanz nicht auf. SpaceX veröffentlichte das Dokument in Vorbereitung auf einen geplanten Börsengang, der bereits am 12. Juni erfolgen soll. Den Ticker legt man auf SPCX fest.
Für das Bitcoin-Portfolio habe das Unternehmen laut Bericht 661 Millionen US-Dollar investiert. Sämtliche Coins sollen sich in der Kontrolle eines Dienstleisters befinden, der sie im Auftrag verwahrt.
Dass SpaceX Bitcoin hält und sein Vermögen sogar noch ausgebaut hat, gilt als bemerkenswert. Firmengründer und Geschäftsführer Elon Musk kritisierte die Kryptowährung ab 2021 öffentlich. Tesla, als dessen Geschäftsführer er ebenfalls agiert, verkaufte 2022 infolgedessen rund 75 Prozent seiner Bitcoin.
Weshalb die USA fünf Prozent aller Bitcoin kaufen könnten
Laut Darstellung von Fox Business schmiedet die US-Regierung aktuell neue Pläne zur praktischen Erweiterung der staatlichen Bitcoin-Reserve, die bereits seit März 2025 in Kraft ist. Die Reserve verfügt bisher über kein eigenes Budget, das eine Ausweitung finanzieren könnte. Stattdessen setzt man auf Konfiszierungen aus Kriminalfällen.
Der Abgeordnete Nick Begich ist Verfasser eines neuen Gesetzesentwurfs. Durch das Gesetz möchte er die US-amerikanische Bitcoin-Reserve dauerhaft implementieren. Bisher beruht sie auf einem Dekret des Staatspräsidenten, das vom kommenden Nachfolger leicht verworfen werden könnte.
Begich begründet seine Idee mit dem Ziel, einen starken und unabhängigen US-Dollar zu gewährleisten. Bitcoin soll ihm als Währungsreserve dienen.
“Wir müssen anerkennen, dass digitale Anlagen das moderne Äquivalent der historischen Goldreserven sind”, sagte Begich gegenüber Fox.
BREAKING: FOX NEWS JUST REVEALED THE NEW US STRATEGIC #BITCOIN RESERVE BILL IS TARGETING 5% OF THE ENTIRE BTC SUPPLY
THAT'S OVER 1,000,000 BTC
BTC RESERVE WILL BE "THE NEW FORT KNOX"
GLOBAL BTC RACE IS ON 🚀 pic.twitter.com/JnFvh9KQqI
— The Bitcoin Historian (@pete_rizzo_) May 21, 2026
Begich sieht den Erwerb von fünf Prozent aller Bitcoin vor – also ganze 1,05 Millionen BTC. Dies entspricht aktuell einem Marktwert von 76 Milliarden US-Dollar. Die USA halten bereits rund 330.000 BTC. Weitere 645.000 BTC im Wert von 49 Milliarden US-Dollar müssten hinzukommen.
Die Finanzierung sei durch Konfiszierungen möglich. Begich plant den Einsatz von iranischen Staatsanlagen, die in Form des Stablecoins USDT beschlagnahmt wurden. Die Beschlagnahmungen seien ausreichend, um das vorgesehene Ziel zu erreichen.
“Das Finanzministerium verleibt sich Krypto-Anlagen des Irans durch die Operation Economic Fury ein. Begich möchte die Gelder direkt in den US-Bilanzen aufnehmen”, beschreibt Fox den Vorgang.
Welche Unterstützung das Konzept im Kongress erhält, gab Fox nicht bekannt. Der Zeitplan zur Umsetzung sei wegen der im November anstehenden Zwischenwahlen knapp.
Bitcoin-Kurs fällt auf 76.000: Was ist geschehen?
Der Bitcoin-Kurs erlebte diese Woche einen Kursabschwung, der ihn auf bis zu 76.000 US-Dollar abstürzen ließ. Noch letzte Woche notierte BTC über 82.000 US-Dollar. Der plötzliche Abschwung wird von einer ganzen Reihe an Ereignissen begründet, die Unsicherheit am Markt hinterlassen.
Letzten Mittwoch bestätigte der US-Kongress den neuen FED-Vorstandsvorsitzenden Kevin Warsh, der möglicherweise eine neue Währungspolitik nach seinem Vorgänger Jerome Powell umsetzen könnte.
Zudem fielen die Inflationsraten in den Vereinigten Staaten deutlich schlechter aus, als Experten erwartet hatten. Laut Angaben des US-Arbeitsministeriums liegt die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 3,80 Prozent.
Der temporäre Frieden im Irankrieg steht weiterhin auf wackligen Beinen. Ob sich die Kriegsparteien einigen können, gilt noch immer als zweifelhaft.
Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 76.795 US-Dollar. Im Wochentrend schreibt die Kryptowährung 3,0 Prozent Verlust.
Laut CMC Crypto Fear & Greed Index sackt das Marktsentiment aktuell massiv ab. Letzte Woche lag der Markt mit 45 von 100 Punkten noch im neutralen Bereich. Inzwischen erreicht er nur noch 38 Punkte und befindet sich somit im ängstlichen Segment.

Trotz wachsender Sorge konnten drei Kryptowährungen unter den Top-100 Gewinne von mehr als 30 Prozent im Wochentrend schreiben. Als Spitzenreiter setzt sich NEAR Protocol (NEAR) ab. Nach 44 Prozent Kursgewinn notiert NEAR bei 2,19 US-Dollar.
Den zweiten Platz nimmt Venice Token (VVV) mit 37 Prozent Gewinn ein. Der KI-Token notiert bei 18,16 US-Dollar. Hyperliquid (HYPE) ist mit einem Plus von 31 Prozent der Drittplatzierte. HYPE wird für 57,54 US-Dollar gehandelt.
