Krypto-News der Woche 23. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz startet unter dem Ticker BBIT der erste Bitcoin-ETF Europas. Ab November ist er an der Börse SIX verfügbar.
- Frankreich plant die Einführung einer neuen Stablecoin-Steuer. Auf Gewinne würde ein Kapitalertrag von 31,4 Prozent erhoben.
- Die Sparkasse führt über eine Partnerschaft mit Deka das Krypto-Trading in Deutschland für fast 50 Millionen Kunden ein.
- Clouddienst Railway wird entschlüsselt. Die Verluste von Krypto-Nutzern steigen über 369.000 US-Dollar.
- Der Bitcoin-Kurs stagniert im Wochentrend, während Altcoins lebhaft bleiben. Die Verluste überwiegen.
Erster Bitcoin-ETF Europas in der Schweiz gestartet
Etwa zweieinhalb Jahre nach dem durchschlagenden Marktstart der Bitcoin-Spot-ETFs in den USA startete diese Woche Europas erster eigener Bitcoin-Spot-ETF. Der Marktstart der Anlage gelang in der Schweiz.
BREAKING: FINMA has approved Switzerland's first spot Bitcoin ETF 🇨🇭
BIT Asset Management AG, the wholly owned Swiss asset management subsidiary of BIT Group, brings bitcoin into a Swiss regulated fund structure — open to retail investors.
📰 Read the full announcement… pic.twitter.com/WVM8tsiC8w
— BIT Official (@BITofficial_EN) October 20, 2026
FINMA, die zuständige Marktaufsichtsbehörde, gab die Genehmigung in einer Pressemitteilung bekannt. Die Freigabe des Investmentprodukts begründet man mit einer wachsenden Nachfrage.
“Die FINMA stellt ein zunehmendes Interesse an Anlagen in Kryptowährungen, insbesondere in Bitcoins, fest und hat erstmalig einen börsengehandelten, direkt in Bitcoins investierenden Publikumsfonds (sogenannter Bitcoin-ETF) genehmigt.”, schrieb die Behörde am Dienstag.
Ähnliche Produkte bestehen an den europäischen Börsen bereits seit Jahren. So startete 2015 in Schweden bereits der CoinShares XBT Provider Bitcoin Tracker One ETP, der als erstes börsengehandeltes Bitcoin-Investmentprodukt Europas gilt.
Mit dem jüngst in der Schweiz genehmigten Bitcoin Fund ETF (BBIT) handelt es sich jedoch um den ersten ETF. Der Unterschied liegt in den rechtlichen Grundlagen. Ein ETF – also ein Anlagefonds – stellt sicher, dass das Fondsvermögen vom Vermögen des ETF-Betreibers gesondert bleibt.
Diese Eigenschaft verleiht einem ETF einen besonderen Anlegerschutz, der durch die Aufsichtsbehörde – in diesem Fall ist das die FINMA – sichergestellt wird. Selbst im Fall einer Insolvenz bleiben Anteile am Fonds rechtmäßiges Eigentum der Halter und gehen nicht an Gläubiger über.
Wie Erfahrungen aus den USA zeigen, steigt das Interesse institutioneller Anleger dadurch deutlich.
Die BIT Asset Management AG, Betreiber von BBIT, habe sich gezielt für die Schweiz als wichtigen Finanzstandort entschieden, um den ETF zu etablieren. Dessen Marktstart ist für November an der Börse SIX in Zürich geplant.
Die beliebten US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs vereinen derzeit ein verwaltetes Vermögen in Höhe von 105 Milliarden US-Dollar.
Frankreich plant neue Stablecoin-Steuer
Frankreich möchte die Besteuerung des Kryptomarkts ausdehnen. Durch die Gesetzesänderung I-3898, die als Teil des Haushaltsgesetzes 2027 etabliert werden könnte, würde der Tausch zwischen Kryptowährungen und Stablecoins ein Steuerereignis auslösen.
Es würde dann eine Kapitalertragsteuer gelten, die Gewinne mit einer Abgabenlast in Höhe von 31,4 Prozent belegt. Die Nationalversammlung, das Unterhaus des französischen Parlaments, bestätigte den Vorschlag bereits vergangenen Freitag.
Bis zur vollständigen Verabschiedung muss sie jedoch weitere Abstimmungen über das Haushaltsgesetz vornehmen. Anschließend müssen der Senat sowie der Präsident der Republik dem Vorschlag ebenfalls zustimmen.
Die inoffiziell als Stablecoin-Steuer bekannte Gesetzesänderung könnte einen einschneidenden Effekt auf Krypto-Börsen ausüben, da Stablecoins dort als Handelswährungen dienen. Üblicherweise tauschen Trader diese besonders häufig gegen volatile Kryptowährungen.
Medienberichten zufolge soll die aktuelle Fassung des Entwurfs eine Beschränkung der Steuer vorsehen. Demnach gilt diese nur, wenn der Tausch zwischen einer Kryptowährung und einem Stablecoin stattfindet, der eine Fiatwährung abbildet und gegen diese im Verhältnis 1:1 getauscht werden kann.
Ein Tausch zwischen einer Kryptowährung und einem mit Kryptowährungen besicherten oder einem algorithmischen Stablecoin würde dann kein Steuerereignis auslösen. Darüber hinaus könnte das Gesetz zu einer weiteren Popularisierung von dezentralen Krypto-Börsen führen, wodurch Steuerzahler der staatlichen Aufsicht entgehen würden.
Franzosen müssten die Steuerinformationen selbst aufzeichnen und an das Finanzamt übermitteln. Die Einziehung der Steuer über Krypto-Dienstleister ist nicht vorgesehen.
Auf X äußert sich die Krypto-Gemeinde überwiegend negativ über den Gesetzesentwurf. Ihr gilt er als überzogen.
Sparkasse fördert Verbreitung von Kryptowährungen
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) fördert die Verbreitung von Kryptowährungen in Deutschland. Seit dieser Woche beginnt der Verband mit der Einführung des Krypto-Tradings für Endkunden.
In Deutschland existieren über 337 eigenständige Sparkassen, die einen Kundenstamm von 50 Millionen Menschen erreichen. Entsprechend weit könnte die Verbreitung von Kryptowährungen in Deutschland durch sie voranschreiten.
230 dieser Finanzinstitute bekundeten bereits Interesse an der Einführung des Krypto-Tradings. Diese Entscheidung sei den regionalen Sparkassen selbst vorbehalten, erklärte der DSGV.
Über die nächsten Monate rollt die Sparkasse das neue Angebot allmählich aus. Bis Mitte 2027 möchte man alle interessierten Sparkassen abdecken.
Der DSGV arbeitet dafür mit der DekaBank zusammen, die eine MiCA-Lizenz aufweist. Diese befähigt sie zur legalen Verwahrung, zum Tausch, zum Transfer und zur Durchführung von Bestellungen im Umgang mit Kryptowährungen.
Zunächst umfasst das Angebot die fünf bekannten Kryptos Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon. Später könnten weitere Coins hinzukommen.
Laut Medienberichten könne das Verwahrungssystem bei Kunden jedoch auf Ablehnung stoßen. So sei eine Auszahlung an selbstverwaltete Wallets nicht vorgesehen. Nutzer können erworbene Coins entweder in der Verwahrung der DekaBank belassen oder eine Auszahlung an weitere Dienstleister veranlassen.
Railway Hack: Krypto-Szene erleidet Schäden
Ein Angriff auf den Clouddienst Railway brachte der Krypto-Szene über die vergangenen Tage Schäden ein. Einige Kunden des Dienstes verwahrten ihre Private Keys im vermeintlich verschlüsselten Cloudspeicher.
Dessen Entschlüsselung sei im Zuge des Angriffs gelungen. Ein Hacker habe daraufhin den Zugriff auf etliche Krypto-Wallets erlangt. Laut aktuellen Informationen räumte dieser bereits mehr als 200 Blockchain-Adressen leer und erlangte dabei mindestens 369.000 US-Dollar in Form unterschiedlicher Kryptowährungen.
They did drain crypto keys that were in Railway.
Seems like an okay sweeper script (read: not something homegrown for this one op)
Attacker:
0xd9773325282874d18cb83f1fe50f14c39750b2ee~$371,000
Oct 21 19:36 UTC
500+ txns
200+ distict addresses
19+ EVM chains— Tay 💖 (@tayvano_) October 21, 2026
Ein Betroffener rief potenzielle Geschädigte über X zum raschen Handeln auf. Schnelle Gegenmaßnahmen könnten Totalverluste demnach verhindern. Nutzer müssten ihre Kryptowährungen dabei an eine neu erschaffene Wallet übertragen, deren Private Keys dem Angreifer nicht vorliegen.
Laut Blockchain-Analysten von Onchain Lens steht eine Verbindung des Hackers zum kürzlich erfolgten Angriff auf Ledger im Raum.
Bitcoin-Kurs stagniert, Altcoins bleiben lebhaft
Der Bitcoin-Kurs stagniert im Wochentrend. Über die letzten sieben Tage steigt die größte Kryptowährung bis zum Redaktionsschluss um milde 0,20 Prozent auf 81.900 US-Dollar. Deutlich lebhafter entwickelten sich die Altcoins im selben Zeitraum.
Zwar gibt es einzelne Kryptos, die deutliche Kursgewinne aufweisen, diese Woche überwiegen unter den Top-100 jedoch die Verluste.
Wochenverlierer ist Starknet (STRK) mit -32,67 Prozent und einem Marktwert von 0,052 US-Dollar. Es folgen Celestia (TIA) mit -24,30 und Stacks (STX) mit -22,45 Prozent.
Als Gewinner der Woche setzt sich der Memecoin Pepe (PEPE) mit 19,90 Prozent ab. Der Token notiert infolgedessen bei 0,000004 US-Dollar. Nur die Memecoin-Blockchain MemeCore (M) weist ebenfalls zweistellige prozentuale Gewinne auf. Nach einem Plus von 10,00 Prozent im Wochentrend notiert ihr Token bei 0,89 US-Dollar.
Im Wochentrend belegt der Privacy Coin Monero (XMR) den dritten Platz. Die Gewinne belaufen sich auf 8,96 Prozent. XMR wird derzeit für 605 US-Dollar gehandelt.
