Netanjahu möchte Israel mittels Blockchain vor Sanktionen schützen

Das Wichtigste in Kürze
- Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident, möchte sein Land durch den Einsatz der Blockchaintechnologie gegen Sanktionen schützen.
- Netanjahu reagiert damit auf drohende Sanktionen von zwölf verschiedenen Staaten. Mittels Krypto und Blockchain möchte er die ordnungsgemäße Funktion der Wirtschaft sicherstellen.
- Regierungen setzen zunehmend auf Krypto, um Sanktionen zu umgehen. Russland und Iran wenden die Strategie seit Jahren an. Dabei kommen neben dem Bitcoin auch weniger taugliche Coins zum Einsatz.
Netanjahu möchte Israel mittels Blockchain vor Sanktionen schützen
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu möchte Israel mittels Blockchaintechnologie widerstandsfähiger machen – das erklärte der 77-jährige Politiker vergangenen Freitag in einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 10.
Der Einsatz der Blockchain könne Israel demnach dabei helfen, Sanktionen zu umgehen, die andernfalls auf den Bankensektor auferlegt werden und drastische Konsequenzen zur Folge haben könnten.
“Sie müssen verstehen, dass es Sanktionen gegen Banken geben könnte”, sagte Netanjahu gegenüber Journalist Roy Katz. “Man muss eine Wirtschaft darauf vorbereiten, diese zu umgehen und daran arbeite ich gerade”, setzte er fort.
הראשון לזהות?: "צריך להתארגן בכלכלה עוקפת לסנקציות בנקאיות, הבלוקצ'יין הוא חלופה, ביקשתי להכין תכניות לזה". נתניהו בראיון לערוץ 10 על ההיערכות לחרם כלכלי בינלאומי וסנקציות כלכליות על ישראל pic.twitter.com/UJbZ8y7Sbh
— Roy Katz רועי כ"ץ (@roy_katz) October 23, 2026
Als Katz fragte, ob das dafür ausgearbeitete Konzept auf Kryptowährungen beruht, bestätigte Netanjahu die Vermutung. Laut eigenen Angaben forderte der israelische Ministerpräsident seine Berater gezielt dazu auf, Lösungen zu entwickeln, die auf der Blockchaintechnologie beruhen.
Laut Times of Israel reagiert die israelische Regierung damit auf Drohungen aus zwölf verschiedenen Ländern. Sie planen die Sanktionierung Israels, da sie dessen Regierung Kriegsverbrechen sowie ein illegales Siedlerprogramm im Westjordanland vorwerfen.
Die Forderung nach Sanktionen sei zunächst in der britischen Politik laut geworden und habe sich dann auf weitere Länder ausgebreitet – nämlich Frankreich, Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien und Schweden.
Bitcoin und Co. erfahren wachsende Bedeutung als staatliche Zahlungsmittel
Die Bedeutung von Bitcoin und Co. wandelt sich über die letzten Jahre spürbar. Einst ein Werkzeug des kleinen Mannes, sind es zunehmend Staaten, die sich der Vorteile der Kryptowährungen bedienen möchten.
Israel reiht sich mittlerweile in eine wachsende Zahl von Regierungen ein, die Sanktionen über die Blockchain umgehen wollen und das – zumindest teilweise – wirksam tun.
2017 gründete die venezolanische Regierung eine eigene Kryptowährung namens Petro. Dessen offizielles Ziel war die Stabilisierung der hiesigen Wirtschaft sowie die Umgehung US-amerikanischer Sanktionen. Nicolas Maduro, Präsident Venezuelas, wurde dazu von der russischen Regierung ermutigt.
Russland selbst legalisierte 2024 schließlich grenzüberschreitende Krypto-Transaktionen, während Zahlungen mit Bitcoin und Co. auf dem Binnenmarkt verboten wurden. Um Sanktionen der USA, NATO und EU zu umgehen, setzt man auf Kryptowährungen wie Bitcoin und Stablecoins wie USDT.
Internationale Bekanntheit erlangte darüber hinaus die Islamische Republik Iran, die Sanktionen seit 2022 mit Krypto umgeht. Auch in diesem Fall kam der Bitcoin zum Einsatz – aber auch weitere Kryptowährungen wie Ethereum, XRP, Litecoin und Tron.
Zudem soll der Iran den Stablecoin USDT als Zahlungsmittel für grenzüberschreitende Transaktionen eingesetzt haben. Importwaren konnten auf diesem Wege mit synthetischen Dollar bezahlt werden, obwohl das Land durch US-Sanktionen vom US-Dollar ausgeschlossen ist.
Darüber hinaus setzte man USDT als Währungsreserve ein, um die eigene Fiatwährung – den iranischen Rial – zu stabilisieren. Diese Entscheidung erwies sich als Fehler, da die USA über Herausgeber Tether Sanktionen umsetzen konnten, wodurch der Iran ganze 550 Millionen US-Dollar in USDT verlor, die sich seither im Besitz der USA befinden.
Die Funktionsweise einer Kryptowährung ist für die Sanktionsumgehung maßgeblich. So lassen sich unabhängige Kryptos wie Bitcoin oder Ethereum problemlos einsetzen, während zentralisierte Stablecoins wie USDT von ihrem Herausgeber abhängig sind. Dieser kann Gelder auf den unterstützten Blockchains nach Belieben sperren oder löschen. USDT ist daher kein zuverlässiges Zahlungsmittel.
Schon gewusst? Warum USDT übermäßig oft eingefroren werden.

