TradeLens | Maersk und IBM Supply Chain

TradeLens ist das neue Kooperationsprojekt von Schifffahrts-Riese Maerks Moller und Blockchain-Technologie Förderer IBM. Obwohl die Plattform für den globale Handeln und Supply-Chain-Management noch nicht in die kommerzielle Phase eingetreten ist, nimmt es bereits Fahrt auf und gewinnt immer mehr starke Partner auf der ganzen Welt.

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Maersk und IBM schließen sich erneut zusammen

Das dänische Schifffahrts- und Logistikunternehmen Maersk Moeller und IBM haben bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Dazu gehörte unter anderem auch die Blockchain basierte Transportversicherung Insurwave. Die beiden Branchenriesen haben sich nun erneut zusammengeschlossen und in einer Pressemitteilung vom 09. August, die bereits im Januar angekündigte globale Handelsplattform TradeLens gestartet.

TradeLens verzeichnet bereits über 94 neue Partner

Obwohl die Plattform noch als Early-Adopter Programm läuft, konnte es schon zahlreiche Unternehmen und Organisationen aus dem Schifffahrt und Logistikbereich gewinnen. Dazu gehören:

  • Mehr als 20 Hafen- und Terminalbetreiber weltweit.
  • Die Pacific International Lines (PIL)
  • Die Zollbehörden der Niederlande, Saudi-Arabien, Singapur, Australien und Peru
  • Diverse Spediteur-, Transport- und Logistikunternehmen

Um die allgemeine Akzeptanz weiter zu fördern, haben Maersk und IBM entgegen ihrer ursprünglichen Ankündigung eines Joint Ventures Anfang Januar, beschlossen das Projekt als Kollaborationsmodell weiterzuführen. Die beiden Unternehmen wollen den Zugang zur Plattform an interessierte Unternehmen und Organisationen verkaufen. Damit soll die Markteinführung schneller und flexibler erfolgen. Ein kommerzieller Zugang zu Plattform wird voraussichtlich Ende 2018 möglich sein.

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Wie funktioniert TradeLens?

TradeLens nutzt die IBM Blockchain Technologie, auf der auch Projekte wie Hyperledger Fabric basieren. Dies kann in Zukunft von Vorteil sein, da die beiden Projekte kompatibel wären und miteinander interagieren können.

Die Blockchain-Technologie ermöglicht das Erstellen von digitalen Lieferketten und deren Koordination. Verschiedene Handelspartner können so zusammenarbeiten und eine gemeinsame Ansicht der Transaktionen und Handelswege teilen. Die gesammelten Daten umfassen Informationen wie:

  • Informationen zu Sender und Empfänger
  • Standort der Sendung
  • Durch den Einsatz von IoT Technologie und passenden Sensoren kann dabei nicht nur der Standort der Sendung bestimmt werden, sondern auch Informationen zum Gewicht, der Temperatur und andere äußere Einflüsse. Dies kann für den Transport von empfindlichen Gütern sehr hilfreich sein.

Alle involvierte Parteien, vom Sender über Reedereien, Spediteure, Hafen- oder Terminalbetreiber, Zollbehörden bis hin zum Empfänger erhalten Echtzeitzugriff auf Versanddaten, Dokumente und dem aktuellen Standort der Sendung. Smart Contracts erleichtern außerdem die Zusammenarbeit auf TradeLens und machen den Informationsaustausch und Handel effizient und sicher. Um die Befürchtungen von Konkurrenzunternehmen der Maersk Tochtergesellschaften auszuräumen, wird sichergestellt, dass empfindliche Daten konkurrierender Unternehmen auf unterschiedlichen Knoten gespeichert werden.

IBM und Maersk haben TradeLens bereits in einer 12-monatigen Testphase mithilfe von einigen ersten Partnern geprüft, um mögliche Fehlerquellen zu finden. In diesem Zeitraum wurden über 154 Millionen Daten zu Schiffssendungen erfasst. Bereits in dieser Phase konnte gezeigt werden, dass die Transitzeit von Lieferungen um bis zu 40% reduziert werden konnte. Die daraus resultierende Ersparnis betrug mehrere Tausend US$.

Fazit

TradeLens ist nicht das einzige Projekt dieser Art auf dem Markt. Plattformen wie TradeShift sind bereits gut etabliert und haben ein Netzwerk von 1,5 Millionen Unternehmen weltweit aufgebaut. Die Citigroup arbeitet ebenfalls an einer Handels- und Supply-Chain-Lösung, die neben einem Distributed Ledger auch andere Technologien wie IoT und KI nutzen soll. IBM und Maersk sind sich der großen Konkurrenz bewusst und versuchen durch den Schritt vom Joint Venture zum Kollaborationsmodell offener und für möglichst viele Unternehmen attraktiver zu sein.

Dieser Schritt war wichtig, wird aber vermutlich allein nicht ausreichen, um sich behaupten zu können. Eine denkbare Möglichkeit die Attraktivität zu steigern, wäre die Interoperabilität zu Hyperledger auszunutzen. So könnte TradeLens mit den Finanzierungsplattformen von Hyperledger und IBM, we.trade und Batavia, interagieren. In der Zukunft könnte daraus eine Plattform entstehen, die alle Schritte des Handels, vom Vertragsabschluss über die Zahlung bis hin zur Auslieferung, in einem abwickelt.

Quellen von CoinDesk zufolge, soll IBM erklärt haben, dass sich unter den Partnern aus dem Early-Adoption Programm von TradeLens auch einige Banken befinden. Wer diese im Detail sind, ist jedoch nicht bekannt. Gerüchten zu Folge soll die HSBC Bank an einer Zusammenarbeit interessiert sein, so CoinDesk weiter. Ob diese Informationen richtig sind, wird sich frühestens nach dem offiziellen kommerziellen Start der Plattform Ende des Jahres zeigen.