Krypto-News der Woche 24. April 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Belarus möchte durch neue Gesetzgebung sogenannte Krypto-Banken etablieren. Laut Experten möchte man so widerstandsfähiger gegen ausländischen Einfluss werden und den Handel mit arabischen und asiatischen Partnern verbessern.
  • Südafrika plant die Verabschiedung dystopischer Gesetze, welche Anlagen wie Kryptowährungen, die sich in Privatbesitz befinden, unter vollständige Kontrolle der Regierung stellen würden.
  • Justin Sun klagt gegen das Krypto-Projekt der Trumps wegen angeblichen Betrugs. Vertreter von WLFI machen dem Investor hingegen Vorwürfe und verwerfen seine Klage als unbegründet.
  • Der Dokumentarfilm Finding Satoshi schlägt große Wellen in der Krypto-Szene. Er identifiziert die US-Amerikaner Hal Finney und Len Sassaman als Bitcoin-Erfinder.
  • Der Bitcoin-Kurs stagniert unter 78.000 US-Dollar. Einigen Coins gelingen derzeit zwar nennenswerte Gewinne, doch der Markt entwickelt sich insgesamt sehr durchwachsen.

Belarus möchte Krypto-Banken etablieren

Belarus möchte sogenannte Krypto-Banken etablieren – das geht aus einem Bericht von Belsat hervor. Demnach arbeitet die belarussische Zentralbank in Kooperation mit der Legislative an mehreren Gesetzesentwürfen, die es dieser neuen Art der Geschäftsbanken erlauben sollen, verschiedene Prozesse mit Kryptowährungen vorzunehmen.

Etwa 26 unterschiedliche Kryptowährungen möchten die Behörden gestatten. Elf verschiedene Prozesse sollen den sogenannten Krypto-Banken legalisiert werden – darunter befinden sich neben Ein- und Auszahlungen digitaler Anlagen etwa auch die Ausgabe von Krediten oder die Annahme von Kreditsicherheiten.

Auch Staking-Dienste dürfen die Krypto-Banken annehmen. Zudem sollen sie Transaktionen zwischen Individuen abwickeln oder eigene Token herausgeben dürfen.

Belarus unterscheidet streng zwischen klassischen Banken und den neuartigen Krypto-Banken. Letzteren möchte man im Umgang mit bestimmten Kryptowährungen neue Freiheiten gewähren. Dazu zählen etwa Bitcoin, Cardano, Ethereum, Toncoin, Tron und Solana sowie die Stablecoins USDC und USDT.

Laut Belsat soll der Vorstoß dem Land dabei helfen, seine Handelsbeziehungen zu arabischen und asiatischen Partnern zu verbessern. Belarus lernt offenbar von aktuellen Krisenherden der Erde. Russland und der Iran setzen vermehrt auf Krypto, um Sanktionen und Beschlagnahmungen zu verhindern.

Südafrika bereitet umfangreiche Krypto-Kontrolle vor

Die südafrikanische Regierung bereitet umfangreiche Maßnahmen zur Herstellung einer staatlichen Finanzkontrolle vor, berichten verschiedene südafrikanische Medien wie Polity oder Moonstone. Betroffen sind neben Fremdwährungen und Edelmetallen demnach auch Kryptowährungen.

“Das Finanzministerium hat einen Entwurf der neuen Verordnung zur Kapitalverkehrssteuerung veröffentlicht, welche die Devisenkontrollverordnung von 1961 ersetzen soll”, schreibt Moonstone.

Die südafrikanischen Behörden könnten tiefe Eingriffe in die Finanzen von Privatpersonen für sich beanspruchen, sollte der Gesetzgebungsprozess glücken. Zunächst müssten Privatpersonen Meldungen über ihre Anlagen machen und den Behörden dann mitteilen, welche Kryptowährungen sie halten.

Die Regierung könnte Investoren dann dazu zwingen, ihre Fremdwährungen, Edelmetalle oder Kryptowährungen gegen die südafrikanische Fiatwährung Rand zu verkaufen. Auch der Kauf der Anlagen würde eingeschränkt und könnte nur noch mit behördlicher Genehmigung erfolgen.

Auch Transaktionen sollen die Behörden überwachen. Diese müssten vorab angemeldet werden. Im Falle einer Zuwiderhandlung soll die Anlage automatisch verkauft werden.

Die grundlegende Funktionsweise der Kryptowährungen stellt das Konzept allerdings infrage. Damit die Verordnung praktisch gangbar würde, müssten sich sämtliche Anlagen stets in der Verwahrung regulierter Dienstleister befinden.

Ein Bitcoin-Verbot in Nigeria hatte in der Vergangenheit eine Flucht der Nigerianer auf P2P-Börsen zur Folge. Zudem stieg Bitcoins Marktwert in Nigeria deutlich über seinen internationalen Wert. Der Regierung war es nicht gelungen, die Nutzung der Kryptowährung auf diese Weise einzudämmen. Ähnliche Erfahrungen könnte die südafrikanische Regierung machen.

Justin Sun klagt gegen WLFI – nun reagiert Eric Trump

Krypto-Unternehmer Justin Sun klagt gegen das Krypto-Unternehmen World Liberty Financial (kurz WLFI). Die Trump-Familie ist am Unternehmen beteiligt. US-Präsident Donald Trump bewarb die Plattform seit ihrer Gründung im Jahr 2024. Seine Söhne Eric und Donald jr. sollen wesentlichen Einfluss auf die administrative Leitung des Unternehmens ausüben.

Sun investierte 2024 zunächst 30 Millionen US-Dollar in World Liberty Financial. Später folgte eine zusätzliche Finanzspritze in Höhe von 45 Millionen US-Dollar. Für die insgesamt 75 Millionen US-Dollar soll Sun einen Gegenwert in Form des Tokens WLFI erhalten haben, den ihm die Leitung von World Liberty Financial sodann sperrte.

Bis heute habe man Sun das Vermögen in Form von WLFI nicht wieder freigegeben. Auch sonst gehe das Unternehmen betrügerisch vor, argumentiert Sun. Der Token WLFI bemächtigt sämtliche Halter dazu, an Abstimmungen über die Entwicklung von World Liberty Financial teilzunehmen – eigentlich.

Insgeheim seien die Wahlen jedoch einer kleinen Gruppe an einflussreichen Investoren sowie der Unternehmensführung vorbehalten. Sun habe das Unternehmen bereits gebeten, diese Unzulänglichkeiten auszuräumen – allerdings ohne Erfolg. Deshalb sehe er sich zur Klage gezwungen.

“Damit haben sie mir keine andere Wahl gelassen, als mich an die Justiz zu wenden”, schrieb Sun kürzlich öffentlich auf X.

Inzwischen bezogen Vertreter von WLFI öffentlich Stellung und kritisieren dabei Suns Verhalten. Eric Trump schrieb am Mittwoch:

“Das Einzige, was noch lächerlicher ist als diese Klage, ist, sechs Millionen US-Dollar für eine Banane auszugeben, die mit Klebeband an einer Wand befestigt ist. Wir sind unglaublich stolz auf das Team von World Liberty Financial.”

Er bezieht sich dabei auf ein Kunstwerk, das Sun 2024 öffentlichkeitswirksam für 6,2 Millionen US-Dollar erwarb.

WLFI-Geschäftsführer Zach Witkoff dreht das Blatt herum und macht Sun Vorwürfe. So habe dieser das Unternehmen durch sein Fehlverhalten zu Schutzmaßnahmen gezwungen. Welchen Fehltritt Sun genau gemacht haben soll, gibt er allerdings nicht bekannt.

“Die Klage von Justin Sun ist ein verzweifelter Versuch, die Aufmerksamkeit von Suns eigenem Fehlverhalten abzulenken. Seine Behauptungen sind völlig unbegründet, und World Liberty geht davon aus, dass die Klage umgehend abgewiesen wird.”

Weiter schreibt Witkoff: “Er hat sich Fehlverhalten zuschulden kommen lassen, das World Liberty dazu zwang, Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst und seine Nutzer zu schützen.”

Warum Finding Satoshi große Wellen schlägt

Die Dokumentation Finding Satoshi schlägt in der Krypto-Szene große Wellen – und das liegt nicht nur an der Involvierung bekannter Persönlichkeiten. So nahm etwa der bekannte Bitcoin-Entwickler Jameson Lopp nahm an den Dreharbeiten teil. Auch Fran Finney, die Witwe des Cypherpunks Hal Finney, sprach für den Film vor der Kamera.

Vielen Experten gilt der anderthalbstündige Film als wichtigstes und realistischstes Werk seiner Art. Die Dokumentation setzt sich mit der Frage auseinander, wer wirklich hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto steckt und wer den Bitcoin erfand.

Seit jeher drehen sich Spekulationen und Gerüchte rund um die Entstehung des Bitcoins. In Finding Satoshi liefert man eine konkrete Antwort, die in der breiten Masse der Krypto-Szene auf Zustimmung trifft.

So sollen zwei US-Amerikaner den Bitcoin gemeinsam entwickelt haben. Hal Finney sei für die Erschaffung des Programmcodes verantwortlich gewesen, während Len Sassaman unter dem Namen Satoshi Nakamoto als öffentliches Sprachrohr auftrat und für die Erstellung des Whitepapers zuständig war.

Ähnlich einem Krimi, erzählt der Film die Herleitung dieser Erkenntnis auf spannende Weise. Letztlich lüftet er so auch das Geheimnis über den Verbleib von rund 1,1 Millionen BTC, die als Eigentum der Bitcoin-Gründer gelten.

Weil beide Gründer bereits vor mehr als zehn Jahren verstorben sind, bleibt das Geld womöglich auf alle Ewigkeiten unerreichbar. Aktuell hat es einen Marktwert von rund 85 Milliarden US-Dollar.

Kürzlich sorgte Nakamotos Vermögen für Schlagzeilen. Weil die Technologie der Quantencomputer offenbar rasch voranschreitet, könnten in absehbarer Zeit Angriffe auf das Vermögen stattfinden.

Bitcoin-Kurs stagniert unter 78.000 US-Dollar

Nach deutlichen Kursgewinnen in der Vorwoche, stagniert der Bitcoin-Kurs diese Woche unter einem Wert von 78.000 US-Dollar. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 77.895 US-Dollar. Im Wochentrend schreibt er Gewinne in Höhe von 0,22 Prozent.

Unter den 100 größten Kryptowährungen fällt die Entwicklung der letzten Tage durchwachsen aus. Einige Coins schreiben erhebliche Verluste, während andere deutliche Gewinne verzeichnen.

Als Wochensieger setzt sich Stable (STABLE) ab. Es handelt sich um den nativen Token der Stablechain, der als eigenständige Blockchain des USDT von Tether und Bitfinex entworfen wurde. STABLE dient dabei der Zahlung der Netzwerkgebühren. Über die letzten sieben Tage legte er um 26 Prozent zu und notiert nun bei 0,03 US-Dollar.

Hoch fallen die Gewinne auch bei Just (JST) aus. Der Governance- und Utility-Token treibt das DeFi-Protokoll Just auf der Tron-Blockchain an. Seine Kryptowährung stieg über die letzten sieben Tage um 24 Prozent auf 0,08 US-Dollar.

Den dritten Platz der Wochentrends belegt Chiliz (CHZ) nach 17,40 Prozent Kursgewinn. CHZ notiert bei 0,04 US-Dollar. Die Blockchain konzentriert sich auf den Verkauf von an Sport geknüpfte NFTs.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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