Tether setzt größte USDT-Sanktion aller Zeiten um: 344 Mio. gesperrt

Das Wichtigste in Kürze

  • Stablecoin-Betreiber Tether friert 344 Millionen USDT auf zwei Tron-Adressen ein. Die Maßnahme folgt auf Bitten von US-Behörden.
  • Die eingefrorenen Adressen sollen sich unter der Kontrolle der Islamischen Revolutionsgarden befunden haben – einer militärischen Organisation des iranischen Staates.
  • Bereits 2025 verlor der Iran rund 700 Millionen US-Dollar durch Tether-Sanktionen. Trotzdem setzte die iranische Führung weiterhin auf den Stablecoin.

Tether setzt größte USDT-Sanktion aller Zeiten um: 344 Mio. gesperrt

Tether setzte vor wenigen Tagen die bisher größte Maßnahme gegen die Nutzer seines eigenen Stablecoins USDT um. Innerhalb eines Tages sperrte das Unternehmen ganze 344 Millionen USDT. Laut Stables.rip steigt die Summe der gesperrten USDT allein auf den Blockchains Ethereum und Tron somit auf 3,52 Milliarden US-Dollar.

stables.rip eingefrorene stablecoins 27. april 2026
Stables.rip: Auf Ethereum und Tron gesperrte USDT summieren sich auf 3,52 Milliarden.

Stablecoin-Betreiber Tether gab die Sperrung der Gelder am Donnerstag selbst bekannt. Man habe damit auf die Anfragen von US-Behörden reagiert, unterstütze den Vorstoß aber auch selbst, heißt es in einer Pressemitteilung. Um 344 Millionen USDT aus dem Umlauf zu entfernen, sei demnach lediglich die Sperrung zweier verschiedener Blockchain-Adressen nötig gewesen.

Auf Ethereum und Tron sperrte Tether bis heute 9.666 verschiedene Blockchain-Adressen. Wie hoch die Dunkelziffer ausfällt, lässt sich schwer einschätzen. USDT ist als Token auch auf dutzenden weiteren Blockchains vertreten.

“Die Sperrung erfolgt, nachdem Tether von mehreren US-Behörden Informationen über Aktivitäten erhalten hat, die mit rechtswidrigem Verhalten in Verbindung stehen”, erklärte Tether seine Entscheidung.

“Wenn Wallets als mit Sanktionsumgehung, kriminellen Netzwerken oder anderen illegalen Aktivitäten in Verbindung stehend identifiziert werden, kann Tether Maßnahmen ergreifen, um diese Vermögenswerte zu sperren”, setzt man fort.

Tether arbeite mit 340 Behörden aus 65 Ländern zusammen, um gegen kriminelle Machenschaften vorzugehen. Dabei setze man auf Lösungen in Echtzeit. So wolle man verhindern, dass Kriminelle ihre Gelder in Sicherheit bringen können.

Das Unternehmen gab keinen konkreten Hinweis auf die Hintergründe der Sperrung. Blockchain-Analysten von PeckShield gelang es, beide Adressen aufzuspüren. Sie waren bis zu ihrer Einfrierung auf der Tron-Blockchain aktiv.

Warum die Nutzung von Stablecoins besonders risikoreich ist

Die Nutzung vieler Stablecoins gestaltet sich für ihre Anwender besonders risikoreich. Bei sogenannten zentralisierten Stablecoins – etwa USDT oder USDC – handelt es sich um nutzergenerierte Token auf bestimmten Blockchains. Die Ersteller statten sich dabei üblicherweise mit Sonderrechten aus.

“Wenn Sie Tether besitzen, kann die Regierung dieses Guthaben jederzeit einfrieren”, warnte Mike Adams seine Leser auf X.

Für die Betreiber der Token ist es daher ein Leichtes, beliebige Blockchain-Adressen zu sperren und die Gelder einzufrieren – auch gegen den Willen des Halters. Anders als bei vollwertigen Kryptowährungen üblich, können die Sanktionen erfolgen, obwohl der Nutzer die Anlagen in Eigenverwahrung hält.

Vergleichbare Konzepte sind bei Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum nicht möglich. Auch dezentralisierte Stablecoins wie DAI schützen den Nutzer vor derlei Eingriffen.

Aus Medienberichten gehen die Hintergründe der jüngsten Maßnahme Tethers hervor. Beide Tron-Adressen sollen sich unter der Kontrolle der Islamischen Revolutionsgarden befunden haben. Es handelt sich um eine staatliche Organisation des Irans, welcher sich formell weiterhin in einem Krieg mit den USA und Israel befindet.

Schon 2025 setzte Tether eine Reihe von Sanktionen gegen den Iran nach Anfragen der US-Behörden um. Insgesamt sollen rund 700 Millionen USDT eingefroren worden sein, die der Iran auf 112 verschiedene Blockchain-Adressen verteilt hatte.

Im Januar bemerkten Blockchain-Analysten, dass der Staat seine Fiatwährung durch den Einsatz von USDT stabilisierte. Damals warnte Blockchainwelt vor den Folgen des Konzepts. Die Sperrung der Gelder durch Tether war damals bereits naheliegend, doch die iranische Führung setzte weiterhin auf den anfälligen Token.

Auch Privatpersonen können unter der Zentralisierung von Stablecoins leiden. Sie sollten daher nur kurz und zweckgebunden gehalten werden – etwa als Handelswährung auf Krypto-Börsen. Ein rascher Tausch in eine vollwertige Kryptowährung verhindert derartige Konfiszierungen.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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