Trump auf der Anklagebank? Darum geht Justin Sun gegen WLFI vor

Das Wichtigste in Kürze
- Nachdem Justin Sun bereits vor Tagen erhebliche Kritik am Krypto-Projekt World Liberty Financial geäußert hatte, gibt er heute die Einreichung seiner Klage bekannt.
- Das Krypto-Unternehmen, an dem die Trump-Familie maßgeblich beteiligt ist, soll seine Token zu Unrecht gesperrt und ihm seine Stimmrechte entzogen haben.
- Hintergründe über den Vorfall sind nicht bekannt. Trotz der Klage verdeutlicht Sun seine Treue zu US-Präsident Donald Trump.
Trump auf der Anklagebank? Darum geht Justin Sun gegen WLFI vor
Krypto-Mogul Justin Sun gab jüngst bekannt, gegen das Krypto-Projekt World Liberty Financial (kurz WLFI) zu klagen. Es handelt sich dabei um eine Unternehmung der Trump-Familie. Auch US-Präsident Donald Trump ist beteiligt. Seine Söhne Eric und Donald jr. nehmen in der Verwaltung des Unternehmens wesentliche Rollen ein.
“Ich habe heute vor einem Bundesgericht in Kalifornien Klage gegen World Liberty Financial eingereicht, um meine Rechte als Inhaber von WLFI-Token zu verteidigen”, schrieb Sun auf X.
Today, I filed a lawsuit in California federal court against World Liberty Financial to protect my legal rights as a holder of $WLFI tokens.
I have always been—and remain—an ardent supporter of President Trump and his Administration’s efforts to make America crypto friendly.…— H.E. Justin Sun 👨🚀 🌞 (@justinsuntron) April 22, 2026
Der Klage ging eine öffentliche Beschwerde voraus, die Sun vor zwei Wochen auf Chinesisch verfasst hatte. Darin äußerte er schwere Vorwürfe gegen die Leitung des Unternehmens, welches er des Betrugs bezichtigte.
So soll World Liberty Financial den Token WLFI als Governance-Token ausgeben. In der Praxis erhalten Halter jedoch kaum Mitspracherechte, kritisiert Sun. Stattdessen finden entscheidende Abstimmungen insgeheim statt. Nur wenige Personen seien dann stimmberechtigt.
Zudem soll die Firmenleitung über enorme Sonderrechte verfügen, die es ihr erlauben, Token nach belieben einzufrieren oder sogar zu entfernen – im Bereich der nutzergenerierten Token ist das kein Sonderfall.
Sun investierte im Jahr 2024 zunächst rund 30 Millionen US-Dollar in WLFI. Später legte er weitere 45 Millionen US-Dollar nach. Möglicherweise näherte er sich politischen Akteuren damit bewusst an, um sich vor der Strafverfolgung der US-Behörden zu schützen. Sun war damals noch Gegenstand von Ermittlungen der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, die erst nach der Investition in das Unternehmen der Trumps endeten.
Kurz nach dem Investment soll World Liberty Financial Suns Token bereits mit einer Sperre belegt haben.
“Sie haben zu Unrecht alle meine Token gesperrt, mir mein Stimmrecht bei Governance-Vorschlägen entzogen und gedroht, meine Token durch „Burning“ dauerhaft zu vernichten”, beklagte Sun in seinem X-Beitrag.
Hintergründe des Konflikts zwischen Sun und WLFI unklar
Die Hintergründe des Konflikts zwischen WLFI und Justin Sun sind unklar. Auf X erklärte der Investor lediglich, dass man ihm zu Unrecht die Token gesperrt und seine Stimmrechte entzogen habe. Warum die beiden Parteien miteinander in Konflikt geraten waren, geht aus dem Text allerdings nicht hervor.
“Ich habe mich in gutem Glauben bemüht, diese Angelegenheit mit dem Team von World Liberty beizulegen, ohne den Rechtsweg beschreiten zu müssen. Dieses Team hat jedoch meine Anträge auf Freigabe meiner Token und die Wiederherstellung meiner Rechte als Token-Inhaber abgelehnt. Damit haben sie mir keine andere Wahl gelassen, als mich an die Justiz zu wenden”, erklärt Sun.
Der Chinese unterstütze den US-Präsidenten Donald Trump und dessen Vision für eine kryptofreundliche USA weiterhin. Der US-Präsident wisse von dem Vorfall nichts, sei also nicht direkt beteiligt, meint Sun.
Zudem kritisiert er mögliche neue Regelveränderungen WLFIs, die weiteren Haltern die Eigentumsrechte ihrer Token entziehen würden. Weil seine Token bis heute eingefroren sind, habe er jedoch keine Möglichkeit, in der Wahl abzustimmen.
World Liberty Financial gab bislang keine offizielle Stellungnahme zur Auseinandersetzung mit Sun heraus.
