Krypto-News der Woche 19. Juni 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-amerikanische Zentralbank FED plant die Identifizierung von Stablecoin-Nutzern. Jene sollen künftig KYC-Prozesse absolvieren müssen.
  • Nutzer aus der EU verlieren auf zentralisierten Krypto-Börsen den Zugang zum USDT. Wegen neuer Regulierungen verschwindet die Handelswährung.
  • Mit Illinois führt ein US-Bundesstaat eine Transaktionssteuer von 0,2 Prozent auf sämtliche Krypto-Sendungen ein.
  • In den USA könnte der umstrittene Rechtsstreit um den Tornado.cash-Entwickler Roman Storm neu aufgerollt werden. Ein endgültiges Urteil wurde bislang nicht gesprochen.
  • Der Bitcoin-Kurs stagniert unter 63.000 US-Dollar trotz sinkender geopolitischer Spannungen.

FED plant Identifizierung von Stablecoin-Nutzern

Die US-amerikanische Zentralbank FED plant die Identifizierung von Stablecoin-Nutzern – das gab sie gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Das Konzept habe man mit vier weiteren staatlichen Einrichtungen entworfen.

“Der Vorschlag würde für Stablecoin-Emittenten Anforderungen einführen, die mit den Anforderungen der Kundenidentifizierung für Banken und Kreditgenossenschaften vergleichbar sind”, schrieb die FED.

Laut einer Meldung von Bloomberg gehe es bei dem Vorschlag offiziell um die Bekämpfung von kriminellen Aktivitäten.

“Für Kriminelle ist es viel zu einfach, Beschränkungen zu umgehen und bei Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten unentdeckt zu bleiben”, argumentierte FED-Gouverneur Michael Barr.

Es gibt mittlerweile die verschiedensten Stablecoins auf unzähligen Blockchains, die sich ohne KYC nutzen und erwerben lassen. Setzt sich der Vorschlag der FED durch, würden zentralisierte Stablecoins künftig KYC anwenden. Transaktionen, die bisher pseudonym bis anonym ablaufen, würden dann fest mit Namen verknüpft.

Für die betroffenen Stablecoins wäre dies ein großer Rückschritt, steigen die Einstiegshürden für Nutzer doch erheblich. Zweifelsfrei handelt es sich um einen Versuch, einen Teil des Krypto-Ökosystems unter staatliche Kontrolle zu bringen.

Wegen ihrer Funktionsweise und ihrer engen Kopplung an Fiatwährungen bieten zentralisierte Stablecoins dafür viel Angriffsfläche. Das Konzept würde höchstwahrscheinlich Token wie USDC oder USAT treffen.

Ob auch Marktführer USDT betroffen wäre, ist zunächst unklar, da Tether den Token aus dem Ausland betreibt. USDT fällt nicht unter die US-amerikanische Regulierung des Gesetzes GENIUS. Das Unternehmen hält den Großteil seiner Reserven jedoch in den USA.

EU verliert Zugang zu USDT

Krypto-Nutzer in der EU verlieren den Zugang zum größten Stablecoin USDT – zumindest auf regulierten Krypto-Börsen. Über die letzten Tage entfernten einige große Marktplätze den Token bereits aus ihrem Angebot. Dort hatte USDT zuvor jahrelang eine Funktion als Handelswährung erfüllt.

Unternehmen wie Binance, Coinbase, Crypto.com und Kraken stellen stattdessen auf alternative Stablecoins wie USDC um. USDT-Emittent Tether hatte die Umsetzung neuer Regularien bewusst abgelehnt, weshalb der Token offiziell von zentralisierten Marktplätzen verbannt werden muss.

Das 2024 in Kraft getretene Krypto-Gesetz MiCA macht Stablecoins einige Vorgaben. Während Circle seinen Token USDC den neuen Anforderungen anpasste, weigerte sich Tether dagegen. Stattdessen investierte das Unternehmen in die Firmen StablR und Quantoz, die regulierte Stablecoins für Kunden aus der EU herausgeben.

Hätte Tether versucht, den USDT auf das Krypto-Gesetz anzupassen, wären womöglich dennoch erhebliche Einschränkungen auf den Token zugekommen. Laut MiCA muss etwa die Herausgabe eines fremdländischen Stablecoins gestoppt werden, sollte sein tägliches Transaktionsvolumen eine Marke von 200 Millionen Euro überschreiten.

Dass Nutzer aus der EU generell vom Zugang zu USDT ausgeschlossen werden, ist nicht zu erwarten. Auf zentralisierten Krypto-Börsen wird der Token spätestens ab 1. Juli jedoch nicht mehr zu finden sein. Dann läuft MiCas Übergangsfrist aus.

Bei Tether zeichnet sich ein erkennbares Muster ab. Das Unternehmen versucht, seinen populärsten Stablecoin möglichst vom staatlichen Einfluss fernzuhalten. Augenscheinlich befürchtet man einen Bedeutungsverlust, sollte man den wachsenden behördlichen Forderungen nachkommen.

US-Bundesstaat Illinois erlässt Transaktionssteuer

Der US-Bundesstaat Illinois macht eine dystopische Transaktionssteuer zur Realität. Gouverneur Jay Robert Pritzker unterzeichnete am Dienstag dafür den Gesetzesentwurf Senate Bill 3019, genannt “Digital Asset Tax Act”.

Einwohner des Bundesstaates müssen demnach auf jede Transaktion mit Kryptowährungen eine Steuer von 0,2 Prozent entrichten. Das Gesetz tritt bereits am 1. Januar 2027 in Kraft. Realisierte Gewinne sind für die Steuer unerheblich. Stattdessen möchte der Staat bei jeder Transaktion einen Teil vom Transaktionsvolumen erhalten.

Als Transaktionen gelten Sendungen zwischen verschiedenen Blockchain-Adressen. Auch die Verschiebung der Gelder auf einer Krypto-Börse – etwa von einem Bereich des Kontos in den nächsten – gilt als Steuerereignis, obwohl dies technisch gesehen keine Transaktion darstellt.

Während die Eintreibung der Steuer im Zusammenhang mit Aktivitäten auf Krypto-Börsen ein Leichtes sein dürfte, ist die Umsetzung außerhalb eine große Herausforderungen. Um die Korrektheit der Abgaben zu prüfen, müsste man sämtliche Blockchains stets überwachen. Die Verschleierung der Identitäten oder der Gebrauch verschlüsselter Blockchains eröffnet zusätzliche Probleme. Für die Eintreibung der Steuern verpflichtet Illinois Krypto-Börsen.

Coinbase-Gründer Brian Armstrong kritisierte das Gesetz auf X hart und rief Betroffene zum Widerstand auf. Auch die EU präsentierte Ende Mai einen Vorschlag zur Einführung einer sogenannten Transaktionssteuer. Das Konzept würde in der Realität jedoch einer Handelssteuer gleichkommen.

Tornado.cash: Gericht beschließt Wiederaufnahmeverfahren

Ein New Yorker Bezirksgericht beschließt ein Wiederaufnahmeverfahren im Fall um Tornado.cash. Betroffen ist mit Roman Storm ein ehemaliger Hauptentwickler. Storm wurde vom Gericht im August 2025 bereits für das Betreiben eines unlizenzierten Geldtransferdienstleisters schuldig befunden.

In kommenden Gerichtsverfahren sollten weitere Vorwürfe geklärt werden. So könnte man den Programmierer der Verschwörung zur Geldwäsche und der Verschwörung zur Sanktionsumgehung schuldig befinden.

Storm beantragte zudem eine Neuauswertung der genutzten Beweise, über die Richterin Katherine Polk Failla noch entscheiden muss. Dabei soll das Gericht Fragen um die Zuverlässigkeit der Beweise klären. Storm hält jene für invalide.

Die Wiederaufnahme könnte das Urteil gegen Storm im Idealfall aufheben. Allein für seine erste Verurteilung könnten ihm andernfalls bis zu fünf Jahre Haft drohen. Der Rechtsstreit gilt als einer der skandalösesten Fälle rund um Krypto in den USA.

So wirft ihm die Justiz Taten vor, die in Wahrheit nur die Nutzer des von ihm entwickelten dezentralen Protokolls Tornado.cash begangen haben sollen. Sein ehemaliger Kollege Alexey Pertsev war in den Niederlanden 2024 für dieselben Vorwürfe zu 64 Monaten Haft verurteilt worden.

Bitcoin-Kurs stagniert: Wie geht es weiter?

Der Bitcoin-Kurs stagniert. Im Wochentrend liegt BTC milde 0,23 Prozent im Minus. Die größte Kryptowährung notiert infolgedessen bei 62.983 US-Dollar. Trotz des jungen Friedens zwischen USA und Iran, ist es dem Bitcoin bislang nicht gelungen, sich von den erheblichen Verlusten der letzten Wochen zu erholen.

Marc des Ligneris vom Vermögensverwalter CoinShares sieht ein Ende des Pessimismus bereits kommen. Aktuell setzen Anleger ihren Fokus demnach nicht auf den Bitcoin, sondern beispielsweise auf neue KI-Aktien. Deshalb scheint die Erholung des Bitcoins verzögert.

“Nach dem US-Iran-Abkommen weicht der globale Inflationsdruck und der Fokus kehrt zurück zu Technologietreibern wie KI”, schrieb des Ligneris in einer E-Mail an Blockchainwelt.

Dass der neue FED-Präsident Kevin Warsh unerwartet steigende Leitzinsen in Aussicht stellte, könnte ebenfalls eine abwartende Haltung der Krypto-Anleger verursacht haben.

“Der mittelfristige Ausblick für Bitcoin” bleibe allerdings “günstig”, teilt der Experte mit. BTC notierte noch im Mai über 82.000 US-Dollar und könnte demnach in absehbarer Zeit seine Erholung beginnen.

Der Kryptomarkt schreibt derzeit durchwachsene Zahlen. So verzeichneten einige Coins erhebliche Gewinne, während andere erhebliche Verluste erleben. Das KI-Projekt Audiera (BEAT) lag letzte Woche noch voll im Trend, führt diese Woche hingegen die Liste der Verlierer mit -77 Prozent an.

Insgesamt schreiben unter den Top-100 mehr Coins deutliche Gewinne. Wochensieger ist Jito (JTO) mit 38 Prozent Kursgewinn. JTO notiert zum Redaktionsschluss bei 0,73 US-Dollar. Jito ist ein Liquid-Staking-Protokoll für Solana. JTO ist der angebundene Governance-Token.

Es folgen Worldcoin (WLD) mit 34 Prozent Gewinn und Aerodrome Finance (AERO) mit 32 Prozent Gewinn.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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