Tornado.cash neu aufgerollt? Gericht bestätigt Neuverfahren

Das Wichtigste in Kürze

  • Der umstrittene Rechtsstreit um Tornado.cash könnte neu aufgerollt werden. Das zuständige New Yorker Gericht gab einem Wiederaufnahmeverfahren statt.
  • Roman Storm – einer von Tornados drei bekannten Hauptentwicklern – reichte erfolgreich einen Antrag zur Wiederaufnahme ein.
  • Storm wurde 2025 bereits eines Vorwurfs schuldig befunden. Zeitnah waren weitere Gerichtsverfahren anberaumt, die er jetzt abwenden könnte.

Tornado.cash neu aufgerollt? Gericht bestätigt Neuverfahren

Der umstrittene Rechtsfall um den Ethereum-Mixer Tornado.cash wird zumindest teilweise neu aufgerollt – zu diesem Ergebnis kam ein New Yorker Gericht unter der vorsitzenden Richterin Katherine Polk Failla.

Konkret geht es um die Verurteilung des ehemaligen Tornado-Entwicklers Roman Storm. Storm hatte man im August 2025 bereits des Betreibens eines unlizenzierten Geldtransferdienstleisters für schuldig befunden. Laut Gericht komme für diese Tat maximal eine Haftstrafe von fünf Jahren infrage. Ein endgültiges Urteil blieb bislang jedoch aus.

Die US-Behörden werfen Storm zusätzlich vor, die Absicht gehabt zu haben, Sanktionen zu umgehen und Geldwäsche zu betreiben. Anschließend hätte das Gericht eine Gesamtstrafe für alle Urteile verhängt. In diesen beiden Fällen beantragte Storm jedoch ein Wiederaufnahmeverfahren, dem das Gericht indessen zustimmt.

“Das Gericht hat den Zeitplan für das Vorverfahren genehmigt und damit bestätigt, dass das Gericht des New Yorker Süddistrikts Roman Storm im Herbst dieses Jahres erneut wegen Verschwörung zur Geldwäsche und Verschwörung zur Umgehung von Sanktionen vor Gericht stellen wird”, berichtete The Rage kürzlich.

Der Programmierer behauptet: Die vor Gericht genutzten Beweise seien invalide. In den Vorwürfen stütze sich die Justiz auf bloße Theorien, um eine Verurteilung zu veranlassen. Im August soll das angesetzte Vorverfahren beginnen, bevor es im Oktober abgeschlossen wird.

Warum Tornado.cash eine fehlgeleitete Justiz offenbart

Der Rechtsstreit um Tornado.cash gilt als einer der skandalösesten Vorfälle der Justiz gegen Krypto-Entwickler. Tornado.cash ist ein dezentraler Ethereum-Mixer, der jahrelang Schlagzeilen machte, da er unter anderem durch Cyberkriminelle enorme Nutzung erfuhr.

Der Mixer funktionierte jedoch seit jeher dezentral. Smart Contracts setzen die Funktionen des Dienstes automatisiert um. Auch 2022 von den USA erlassene Sanktionen konnten den Dienst nicht aufhalten.

Storm ist nur einer von drei Entwicklern, die für ihre Beteiligung am Projekt juristisch verfolgt werden. Die niederländische Justiz verurteilte Alexey Pertsev 2024 zu 64 Monaten Haft, während der verbleibende Entwickler Roman Semenov einer Verhaftung bisher entging. Er befindet sich auf der Most-Wanted-Liste des US-amerikanischen FBI.

Das Besondere daran: Den Entwicklern wirft man nicht persönlich die Geldwäsche oder die Sanktionsumgehung vor. Stattdessen möchte man sie für diese Taten verantwortlich machen, da Dritte sie durch die Nutzung von Tornado.cash begangen haben sollen.

Für die Forderung der US-Kryptobranche nach dem Gesetz BRCA ist das Schicksal von Tornado.cash einer der ausschlaggebenden Fälle. Erst kürzlich forderten rund 60 Krypto-Giganten eine verbesserte Rechtssicherheit für Entwickler, die durch BRCA hergestellt werden könnte. So möchte man die Verurteilung von Entwicklern für die Nutzung der Anwender verhindern.

Ähnliche Vorfälle fanden wiederholt statt. So verurteilte ein US-Gericht die Entwickler der Samourai Wallet Ende 2025 zu mehrjährigen Haftstrafen. 237 Millionen US-Dollar, die Kunden in den zentralisierten Mixer Whirlpool eingezahlt hatten, wurden beschlagnahmt.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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