Japan: Warum ein Pensionsfonds nun in Krypto investiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Der japanische Nationale Pensionsfonds für Wirtschaftsunternehmen möchte noch dieses Jahr Investitionen in Kryptowährungen tätigen. Ein genereller Trend wird in Japan ersichtlich.
  • Investmentmanagerin Aiyu Kiguchi ist nach sechsjähriger Forschungsarbeit vom Mehrwert der Kryptos überzeugt. Die Unabhängigkeit von Fiatwährungen hätte letztlich überzeugt.
  • Nur ein Prozent des verwalteten Vermögens (umgerechnet 1,36 Millionen US-Dollar) sollen über ETFs in unterschiedliche Kryptowährungen fließen.

Japan: Warum ein Pensionsfonds nun in Krypto investiert

In Japan setzt ein Pensionsfonds auf Kryptowährungen – das gab Nikkei kürzlich in einem Bericht bekannt. Der Fonds verwaltet Anlagen von rund 1.200 kleinen und mittleren Unternehmen – umgerechnet etwa 136 Millionen US-Dollar.

Das japanische Medium bezeichnet die Entwicklung als “typischen Trend aus Übersee”, der sich inzwischen auch in Japan verbreite. Hinter dem Konzept des Pensionsfonds steckt allerdings kein Mitläufereffekt, sondern eine bewusste Finanzstrategie.

So möchte der aus Okayama geleitete Fonds unabhängiger von der Weltleitwährung – dem US-Dollar – sowie der heimischen Fiatwährung – dem Yen – werden. Dafür möchte er bestimmte Kryptowährungen auswählen, in die er dann 1,00 Prozent seines Umfangs investiert. Insgesamt fließen also lediglich 1,36 Millionen US-Dollar.

Zudem möchte man die Kryptowährungen nicht direkt, sondern über Multi-Asset-Fonds erwerben, welche wiederum Teil von Hedgefonds sein sollen. Trotz der geringen Allokation plant man bereits eine langfristige Strategie. Kurzfristige Gewinne seien uninteressant.

Noch 2026 werde man die neue Strategie in die Tat umsetzen. Zeitgleich werde die Yen-Exposition des Pensionsfonds von 80 Prozent auf 70 Prozent sinken. Die neue Diversifizierung fördert neben Krypto auch Gold sowie Fremdwährungen.

Wie Japan eine generelle Krypto-Öffnung umsetzt

Aiyu Kiguchi, Managerin des japanischen Pensionsfonds, ist vom neuen Konzept überzeugt, da er künftig mit einem schwachen US-Dollar rechnet. Kryptowährungen würden demnach eine geringe Korrelation zur Fiatwährung aufweisen, was den entscheidenden Reiz der Anlagen ausmache.

Ob der Pensionsfonds tatsächlich in Krypto investieren werde, habe man reichlich durchdacht. Ganze sechs Jahre der Forschungsarbeit habe man rund um diese Frage geleistet, bevor man jetzt eine endgültige Entscheidung fällte. Während dieser Zeit sei der Kryptomarkt zudem spürbar gereift. Der Markt verfüge heute über höhere Liquidität und erreiche eine breitere Audienz.

Das Land der aufgehenden Sonne vollzieht über die letzten Monate eine spürbare Krypto-Öffnung. Dass ein Pensionsfonds die neue Gelegenheit nutzt, scheint lediglich ein Teil eines größeren Trends zu sein.

So reklassifizierte die japanische Finanzaufsicht FSA dieses Jahr ganze 105 Kryptowährungen. Dazu zählen auch die größten Anlagen des Marktes. Japanische Anleger verpflichtet der Staat zur Zahlung einer 20-prozentigen Kapitalertragssteuer. Zuvor konnten Abgaben bis zu 55 Prozent fällig werden.

Zudem können sie einen Verlustvortrag über drei Jahre hinweg geltend machen. Die FSA erwägt derzeit, Banken die Erlaubnis zu erteilen, Krypto-Trading und Verwahrdienste anzubieten. Noch diesen Sommer erwartet Japan die ersten heimischen Bitcoin-ETFs.

Finanzministerin Satsuki Katayama bezeichnete 2026 als erstes Jahr der japanischen Digitalisierung. Gegenüber Krypto gilt sie als offen. Die Aufsichtsbehörde FSA möchte Finanzinnovationen mehr Spielraum bieten als in den vergangenen Jahren. Schon die 2025 erfolgte Genehmigung des ersten Yen-Stablecoins galt als Dammbruch.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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