Der Blockchainwelt Wochenrückblick

Drei physische Bitcoin Münzen stehend und liegend

Nachdem positive Botschaften den letzten Wochenrückblick dominiert hatten, kommt es in den letzten Tagen des März und dem ersten Wochenende im April unverhofft zu einigen negativen Meldungen. In der EU bildet eine Gesetzesänderung sogar einen Einschnitt historischen Ausmaßes im Umgang mit Kryptowährungen.

Transfer of Funds Regulation: EU-Maßnahme bekämpft Kryptowährungen

Die Transfer of Funds Regulation (Deutsch: Geldtransferverordnung), kurz TFR, ist ein bereits bestehendes EU-Gesetz, das den Umgang mit Fiat-Geldverkehr regelte. Es legt fest, welche persönlichen Daten eine Geldsendung enthalten muss.

Einige EU-Abgeordnete wollten dieses Gesetz anpassen, um Kryptowährungen zu integrieren. Das Ziel ist demnach eine zunehmende Überwachung von Krypto, die man offiziell mit der Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erklärt. Auch weitere kriminelle Geschäfte wolle man so verhindern.

Aus einer Zusammenarbeit zwischen der liberalen Assita Kanko und dem grünen Ernest Urtasun ging dann ein Gesetzesentwurf hervor, der in den EU-Ausschüssen ECON (Wirtschaft) und LIBE (bürgerliche Freiheiten) eine Mehrheit bekam. Konservative Politiker stimmten nahezu ausschließlich gegen den Entwurf, unterlagen aber in allen Abstimmungsrunden.

Der Knackpunkt: Das Gesetz fordert in seiner neuen Version eine Überwachung von Krypto-Transaktionen, welche die der Fiatwährungen übersteigt. Jede Transaktion im Wert von 1.000 Euro oder mehr soll demnach von der dienstleistenden Krypto-Börse an Behörden gemeldet werden.

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Was ist das große Problem an TFR?

Besonders kritisch ist die geforderte Identifizierung sämtlicher Wallets. Ist nicht zu belegen, wer Eigentümer der empfangenden Wallet ist, wird in Zukunft seitens der zentralisierten Krypto-Börsen wohl keine Transaktion zum Kunden mehr vorgenommen. Die EU will Krypto-Dienste dazu zwingen, den Namen des Zahlungsempfängers bereitzuhalten. Andernfalls liegt ein Gesetzesbruch vor.

Dieser Schritt kommt einem praktischen Ausschluss von Non-Custodial Wallets auf Krypto-Börsen gleich. Ein generelles Verbot bestimmter Wallets gibt es jedoch nicht. Zudem ist noch unklar, welches Ausmaß dieser Beschluss am Ende erreicht. Sicher ist jedoch, dass es die Kryptobranche in der EU stark schwächt. Ob der Einschnitt für Endverbraucher ähnlich groß ist, bleibt abzuwarten.

In der EU findet mit TFR eine Zäsur statt. Die einstige Mäßigung ist passé und wird durch einen Anti-Krypto-Kurs ersetzt.

TFR: EU beschließt praktisches Verbot von non-custodial Wallets

BitMEX erwirbt doch keine Bank

Mit der Meldung, dass BitMEX das Bankenhaus Von Der Heydt nun unerwartet doch nicht übernimmt, erreichte den Markt eine ähnlich negativ aufgefasste Nachricht. Wenn die Gründe des Scheiterns auch weiter verborgen bleiben, kann man davon ausgehen, dass es ebenso in diesem Fall zu Reibungen zwischen Behörden und der neuen Finanzwelt kam.

Denn: Im Vorfeld äußerten sowohl BitMEX als auch Von Der Heydt Freude über die Akquise. Nichts deutete darauf hin, dass dieses Vorhaben scheitern könnte. Die Krypto-Börse BitMEX wollte durch den Erwerb an Finanzlizenzen gelangen, um neue Produkte am Markt zu etablieren oder die eigene Rechtssicherheit zu steigern.

Zum Erfolg fehlte nur noch ein kleiner Baustein: Die Aufsichtsbehörde BaFin musste ihre Zustimmung bekunden. Inzwischen steht fest, dass die erhoffte Übernahme nicht erfolgt. Keine der beteiligten Parteien wollte sich zum Vorfall äußern. Ein Verschulden der BaFin ist jedoch naheliegend.

BitMEX: Übernahme der Bank Von Der Heydt scheitert

Binance strebt nach Verbesserung

Deutlich positivere Nachrichten kann die weltgrößte Krypto-Börse Binance vermelden. Das Streben nach größerer Interoperabilität zwischen der Vielzahl an Kryptowährungen nimmt bei Binance ein neues Ausmaß an.

Die Binance Bridge befindet sich nun offiziell in der Version 2.0. Für Nutzer ist die neue Version ein großer Vorteil. So lassen sich jetzt einige neue Kryptos als tokenisierte Version auf der BNB Chain erstellen.

Manche davon lassen sich sogar auf der Bridge verwenden, obwohl sie auf Binance gar nicht zum Handel stehen. Zudem stattete man die Bridge mit einer neuen Benutzeroberfläche aus, um den Nutzerkomfort zu steigern.

Zusätzlich stellte die Krypto-Börse zwei neue Führungspersonen ein, die bereits auf eine langjährige Erfahrung in großen Unternehmen zurückblicken können. Rohit Wad ist neuer technischer Direktor von Binance und arbeitete über 30 Jahre lang für Weltunternehmen.

Hauptsächlich diente er Microsoft, wo er zuvor den Posten eines Vizepräsidenten innehatte. Mehrere kürzere Stationen machte er bei Google und Facebook. Mit Wad soll nicht einfach alles weiterlaufen wie bisher.

Stattdessen investierte man in eine erfahrene Person, die für wesentliche Entwicklungen im Web3 verantwortlich sein soll – ein Teil der Branche, in dem Binance bisher eine nachrangige Rolle einnimmt.

Mit Mayur Kamat stellte man zusätzlich einen neuen Produktmanager ein, der vorher in gleicher Position bei Unternehmen wie Google, Whitepages und Agoda arbeitete.

Wo stehen Bitcoin und der Kryptomarkt Anfang April 2022?

Der Bitcoin konnte seine Position über 45.000 US-Dollar in der vergangenen Woche erfolgreich halten. Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs bei knapp 46.300 US-Dollar (41.600 Euro). Gleichzeitig verzeichnet BTC in den letzten sieben Tagen bis auf einen kurzzeitigen Einbruch keine nennenswerten Veränderungen.

Bitcoin 7 Tage Trend 3. April 2022
Nach einem kurzen Einbruch zum Monatswechsel erholte sich BTC schnell

Anders sieht es bei weiteren Kryptowährungen aus. In den Top 10 konnten Solana und Terra mit einem Wachstum von 35 und 26 Prozent überzeugen. Wirklich großes Wachstum spielte sich sogar bei einigen Kryptos der Top 100 ab.

Die DeFi-Blockchains Waves und Zilliqa erreichten Kursgewinne von 58 und 93 Prozent in sieben Tagen. Beliebt ist darüber hinaus auch die Kryptowährung der gleichnamigen STEPN App, die als BNB– und Solana-Token besteht. Die App verspricht Einnahmen durch sportliche und spielerische Aktivitäten. Der Kurs der Währung explodierte mit 240 Prozent.

Die Kryptowährung der Polkadot-Parachain Moonbeam stieg um 66 Prozent. Ziel des Projekts ist die Interoperabilität mit Ethereum, dessen Skalierbarkeitsprobleme man durch die eigene Blockchain beheben möchte.

Eine ähnliche Aufgabe nimmt das SKALE Network als Layer-2-Lösung für Ethereum wahr. Der SKL Token stieg um 62 Prozent.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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