Was sind Security Token? – Die Vor- und Nachteile

Security Token sind aktuell ein großes Thema und gelten als das neue Investment-Tool auf dem Markt. Viele sind überzeugt davon, dass sie langfristig den Handel mit ICOs abschaffen werden. Doch wie gut sind STOs und was gilt es bei dieser Token Variante zu beachten?

Tokenarten: Security, Utility und Equity Token
Tokenarten: Security, Utility und Equity Token

Security Token oder Utility Token? Der Howey-Test entscheidet

Wie bereits in dem vorherigen Artikel zum Thema Token erklärt, lassen sich Token grob unterteilen in Utility und Security Token. Diese Unterscheidung ist nicht nur wegen der Funktionalität der beiden Varianten wichtig. Besonders Finanz- und Börsenaufsicht legen Wert darauf, dass sie richtig deklariert werden. Denn sie waren es, die diese Unterteilung notwendig gemacht haben.

Nach dem fatalen Börsencrash von 1929 wurde die SEC gegründet. Ihre Hauptanliegen ist es Anleger zu schützen und dafür zu sorgen, dass der Handel mit Wertpapieren rechtlich gesichert und kontrolliert abläuft. Mit der steigenden Anzahl an ICOs wurden Börsenaufsichtsbehörden, wie die amerikanische SEC ebenfalls auf den neuen Trend aufmerksam. Das Interesse stieg besonders, als sich herausstellte, dass viele vermeintliche Startups betrügerisch waren.

Wertpapiere sind handelbare finanzielle Vermögenswerte wie Anleihen, Optionen, Aktien (Aktien) und Optionsscheine. Security Tokens erfüllen die gleichen Anforderungen und gelten daher als Wertpapiere. Die Börsenaufsicht hat verschiedene Tests, um zu bestimmen in welche Kategorie ein Token gehört. Der wohl bekannteste ist der Howey-Test, der die Anforderungen auf den Punkt bringt.

Ein Token ist ein Security Token, wenn die folgenden Punkte alle erfüllt sind:

  1. Der Token ist ein Geldanlage
  2. Die Investition geht an ein Unternehmen oder eine Unternehmensgruppe
  3. Der Investor hat die Erwartung durch den Erwerb des Tokens einen Gewinn zu erzielen
  4. Der erhoffte Gewinn wird durch die Arbeit von Dritten erwirtschaftet

Erfüllt ein Token diese 4 Punkte, dann muss das Unternehmen alle Auflagen erfüllen, die auch ein traditionelles Wertpapier betreffen würden. Dazu gehören Aspekte wie Prospektpflichten, Adhoc Meldepflicht und Haftung bei fehlerhaften Angaben. Geschieht dies nicht, drohen den Anbietern erhebliche Strafen.

Video: Was ist ein Utility Token, Security Token und Equity Token

Welche Vor- und Nachteile bieten Security Token

Der Handel mit STOs wird immer beliebter. Viele Unternehmen sehen diese Form des Token Offerings als sinnvolle Alternative, um Geldmittel zu gewinnen.

Vorteile von Security Token

  • Sicherheit: STOs stellen den Ruf des Krypto-Investments wieder her. ICOs haben in der Vergangenheit für ein fragwürdiges Image gesorgt, da es keinerlei Regulierungen gab. STOs sorgen dafür, dass die Glaubwürdigkeit wieder zunimmt.
  • Kosten für Anleger verringern: Traditionelle Finanztransaktionen sind durch diverse Mittelsmänner wie Bankiers oder Makler mit einigen Gebühren verbunden. Der Handel mit Security Token kommt ohne diese Zwischenhändler aus und erlaubt es dem Anleger selbst aktiv zu handeln und Kosten zu senken. Der Einsatz von Smart Contracts könnte den Handel in Zukunft noch weiter vereinfachen.
  • Beschleunigung der Vorgänge: Der Handel wird beschleunigt, da Anleger und Token-Anbieter in direktem Kontakt stehen. Zwischenhändler sind wie oben erwähnt nicht mehr involviert.
  • Markt wird globaler: Investments ins Ausland können auf dem traditionellen Weg, sehr schwierig sein. Besonders wenn die beiden Länder ein politisch angespanntes Verhältnis haben. Beim STO läuft der Handel über das Internet und ist daher nicht zwangsläufig auf bestimmte Länder beschränkt.
  • Breiteres Anleger-Spektrum: Unternehmen können durch das Angebot im Internet eine breitere Investorenbasis erreichen.
  • Besteuerung: Es macht steuerlich einen erheblichen Unterschied, welche Art von Token ein Unternehmen anbietet. Für die Kryptowährung-Token fallen etwa 30 % Gewerbe- und Körperschaftssteuer an. Beim Utility Token sind es zuzüglich zu den zuvor genannten rund 30 % noch 19 % Umsatzsteuer. Das macht insgesamt fast 50 %. Bei einem STO hingegen entfallen diese Steuern vollständig.

Nachteile von Security Token

  • Junger Markt: Der Handel mit STOs ist noch sehr neu. Es gibt bisher keine Präzedenzfälle. Daher ist die rechtliche Lage noch ungewiss und könnte in den kommenden Jahren noch einige Veränderungen und Anpassungen durchmachen.
  • Beschränkung des Sekundärmarktes: Security Token dürfen meist nicht beliebig weiterverkauft werden. Häufig gibt es eine Whitelist. Dort ist festgelegt wer den Token erwerben darf. Smart Contracts wie zum Beispiel bei Polymath verhindern, dass der Token beliebig weiterverkauft werden darf. Das kann den Handel für den Anleger stark einschränken.
  • Akkreditierung: Viele STOs setzen voraus, dass die Anleger akkreditiert sein müssen, um teilnehmen zu können. Das gehört unter anderem zu den Auflagen, die die SEC stellt. Dazu muss das jährliche Einkommen einer natürlichen Person entweder über 200.000 liegen oder er muss ein Netto-Vermögen von 1 Million vorweisen können. Der Hauptwohnsitz darf dabei nicht als Vermögenswert einberechnet werden. Diese Anforderung zu erfüllen, kann für viele interessierte Anleger ein Problem darstellen.

Fazit

Der Handel mit Security Token hat viele Vorteile. Dennoch sollten Unternehmen und Anleger nicht zu blauäugig an die Sache herangehen und sich im Vorfeld Gedanken machen. Vor Token Offerings, die offensichtlich STOs sind, aber versuchen sich als etwas anderes auszugeben, ist dringend abzuraten. Ihnen fehlen die nötigen Regulierungen und Sicherheiten. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sind es keine seriösen Unternehmen oder sie werden früher oder später Probleme mit den Behörden bekommen. Das wird sich dann negativ auf den Wert des erworbenen Tokens auswirken.