Was ist ein Utility Token ? – Beispiele und Erklärung

Wer sich intensiver mit Teilbereichen der Blockchain-Technologie befasst, wird zwangsläufig irgendwann auf den Begriff „Utility Token“ stoßen. Während für Coins wie Bitcoin oder Litecoin eine eigene Blockchain die Basis bildet, nutzen Tokens bestehende Plattformen als Grundlage. Im Bereich der Token unterscheidet man zwischen Security Token und Utility Token. Während die letztgenannten den größten Teil der Token einnehmen, ist häufig die genaue Bedeutung von Utility Token unklar. Da ihnen jedoch häufig hohes Potenzial nachgesagt wird, lohnt sich ein detaillierter Blick auf die wesentlichen Merkmale und Eigenschaften.

Token - Coin Abbildung
Token – Coin Abbildung

Wo liegen die Abgrenzungen zwischen Coins und Token?

Im Grunde kann der Kryptomarkt in drei Segmente gegliedert werden: Kryptowährungen, Security Token und Utility Token. Während die digitalen Währungen, wie Bitcoin oder Ether, sicherlich aufgrund der breitgefächerten medialen Aufmerksamkeit am bekanntesten sind, erfreuen sich auch die Token immer größerer Beliebtheit. Wie eingangs bereits erwähnt, liegt der Hauptunterschied in der differenzierten Basis der drei Segmente. Die Kryptowährungen basieren auf eigenen Blockchains und stellen in einigen Fällen eine vollumfängliche Plattform als Grundlage für externe Token-Projekte. Insbesondere Ethereum mit seiner Verwaltungsplattform für dezentrale Programme wird für eine Vielzahl sogenannter ERC-20 Token verwendet. Dabei können Token als eigene Projekte gesehen werden, die die Funktionalität der zugrundeliegenden Blockchain als Ausgangslage für eigene Entwicklungen verwenden. Bekannte ERC-20 Token sind OmiseGO, Golem oder TenX.

Anleger sollten bedenken, dass ein Token in der Regel ein Dienstprogramm darstellt. Das bedeutet, dass der Grundgedanke hinter einem Token nicht der geldmäßige Handel, sondern die breitere Funktionalität ist. Token werden häufig als Zahlmethode für Dienstleistungen, als Stimmrecht in Communities oder als digitales Asset verwendet. Die plattformbasierte Ausrichtung gibt den Entwicklern vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung ihres Angebotes und macht die Token damit so interessant für Anleger. Dennoch sollten Interessenten beachten, dass Investitionen in Token aufgrund der noch recht frischen Projekte in diesen Bereichen als langfristige Anlage gelten. Zudem investiert man bei einem Token nicht in ein Unternehmen, sondern vielmehr in die Idee einen bestehenden Markt zu revolutionieren.

Video: Was ist ein Utility Token, Security Token und Equity Token?

Was ist ein Utility Token?

Das Verständnis über die Abgrenzungen von Coins und Token ist eine wichtige Voraussetzung, um die Funktionsweise eines Utility Token zu verstehen. Diese nehmen den größten Anteil der Token-Projekte ein und teilen sich diesen Bereich mit den sogenannten Security Token. Ein Utility Token kann als eine Art Tausch- oder Betriebsmittel betrachtet werden, welches bestimmte Funktionalitäten, Abstimmungsrechte oder Zugänge gewährleistet. An dieser Stelle ist wichtig zu wissen, dass ein Token zwangsläufig auch immer eine eigene Community bildet. Token sind keine Wertpapiere im klassischen Sinne, da sie keine Unternehmensbeteiligung darstellen. Vielmehr erkaufen sich Investoren das in einem Token-Projekt verwendete Tausch- oder Zahlungsmittel. Damit dieses Zahlungsmittel langfristig zum Erwerb einer Dienstleistung oder zum Verkauf an neuen Interessenten verwendet werden kann, ist die gesamte Community an dem langfristigen Erfolg eines Token-Projekts interessiert.

Üblicherweise versuchen die Unternehmen hinter den Token-Projekten auf drei Wegen Anreize innerhalb der Community und bei potenziellen Interessenten zu schaffen:

1. Der Token-Launch

Die häufigste Methode, um die Community hinter einen Token zu vergrößern, ist ein sogenannter Token-Launch. Dabei werden Gelder von Anlegern gesammelt, die im Gegenzug einen gleichwertigen Teil an Token erhalten. Die Unternehmen werben in der Regel mit einer langfristig ausgelegten Roadmap und Meilensteinen, um insbesondere beim initialen Token-Launch viele Investoren für das eigene Projekt zu gewinnen.

2. Airdrops & Bounties

Diese Form der Motivation beschreibt ein Vorgehen, bei dem im Falle der Erreichung bestimmter Meilensteine oder durch spezielle Community-Events Token an die Investoren ausgeschüttet werden. Gleichzeitig dienen Airdrops auch dazu, die eigene Bekanntheit im Kryptomarkt zu erhöhen und neue Anleger anzulocken.

3. Anreizsysteme durch Quellcode-Veröffentlichungen

Eine nicht ganz so populäre Methode sind Anreizsysteme auf Basis der eigenen Entwicklungen. Die Unternehmen veröffentlichen ihren Quellcode und stellen ihn unter die Open Source Lizenz. Dadurch haben Entwickler auf der ganzen Welt die Möglichkeit, den bestehenden Quellcode zu erweitern oder zu verbessern und eigene Ideen einzubringen. Häufig verwalten die Unternehmen die Token in Form einer Stiftung, die an ambitionierte Entwickler Token als Anreiz für weitere Entwicklungen ausschüttet. Jedoch besteht hier für die originären Entwickler die Gefahr, dass Projekte aus der Community als potenzielle Wettbewerber auftreten könnten. Daher ist diese Form der Community-Vergrößerung nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll.

Utility Token – Fazit und Ausblick

Token basieren auf bestehenden Blockchains (Was ist Blockchain?) und bieten im Gegensatz zu Kryptowährungen einen weiteren Mehrwert in Form einer Dienstleistung. Entscheidend für den Erfolg eines Token-Projektes ist dabei die Community und die stetige Gewinnung neuer Anleger. Ein Token ist dabei das Tauschmittel, welches zum Erwerb einer Dienstleistung oder als anteilsmäßiges Abstimmungsrecht dient. Zu den bekanntesten Token-Projekten zählen die auf der Ethereum-Plattform basierenden ERC-20 Token.

Token gelten als interessantes Investitionsprojekt in der Zukunft. Anleger investieren nicht direkt in ein Unternehmen oder hoffen auch mögliche Wertsteigerungen einer digitalen Währung, sondern sie setzen auf einen ganzen Markt, der durch den Token repariert oder revolutioniert werden soll. Dies setzt natürlich eine funktionierende Entwicklung und einen wirklichen Problemlöser voraus. Die viele Unternehmen bislang außer einer langfristigen Roadmap und grundlegenden Entwicklungen nicht viel vorzuweisen haben, gilt es hier zukünftige Entwicklungen abzuwarten.