Krypto-News der Woche 4. September 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Die Finanzminister der G20 formulierten bei ihrem jüngsten Treffen in den USA neue Krypto-Ziele. Man wolle klare Gesetze herstellen und die besondere Rolle der Finanzinnovation anerkennen.
- Kraken kooperiert mit der Londoner Börse. Gemeinsam bringt man tokenisierte Versionen der 100 größten Aktien der LSE auf den Markt.
- Das Cronos-Netzwerk blieb über Stunden offline, nachdem ein Angreifer versucht hatte, das Lending-Protokoll Tectonic um seine Reserven zu bringen. Cronos verhinderte den Schaden so größtenteils.
- Trezor gibt bekannt, dass der Datenleck im August deutlich größer ausfällt als zunächst angenommen. Die sensibelsten Daten von 67.000 weiteren Personen wurden entblößt.
- Der Bitcoin-Kurs erreicht ein neues regionales Hoch von 82.000 US-Dollar, während das neue Memecoin-Projekt Pons durch die Decke geht.
G20 formulieren neue Krypto-Ziele
Die Finanzminister der G20 formulierten während ihres diesjährigen Treffens vom 31. August bis zum 1. September neue Krypto-Ziele. Dieses Jahr haben die USA die Präsidentschaft der Organisation inne.
Augenscheinlich konnten sich die US-amerikanischen Vertreter durchsetzen. So rückt eine Erklärung der G20 spürbar an die Krypto-Politik der USA heran. US-Präsident Donald Trump strebt seit Beginn seiner Amtszeit im Januar 2025 eine landesweite regulatorische Krypto-Öffnung an.
“Wir erkennen die transformative Rolle an, die digitale Finanzinnovationen – einschließlich digitaler Vermögenswerte – bei der Förderung eines breit angelegten Wirtschaftswachstums spielen können, sowie die Schlüsselrolle des Privatsektors für die Förderung dieser Innovationen”, schreiben die G20 in ihrer Erklärung.
Hinzu kommen grobe gemeinsame Ziele. Die Gruppe der Zwanzig möchte demnach klare Krypto-Gesetze herstellen.
“Wir verpflichten uns, verantwortungsvolle und wirksame Regulierungs- und Aufsichtsrahmen voranzutreiben, die die Finanzstabilität wahren, das Wirtschaftswachstum fördern und klare Wege für solide Innovationen im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen und der digitalen Vermögenswerte ebnen”, heißt es weiter.
Gleichzeitig wolle man mögliche Herausforderungen im Auge behalten und Risiken mitigieren. Rhetorisch lässt sich im Vergleich zur vorjährigen Erklärung der G20 ein deutlicher Umbruch erkennen.
Zwar räumte die Gruppe den Kryptowährungen bereits 2025 Potenzial ein, damals beleuchtete man angebliche Gefahren für das Finanzsystem jedoch stärker.
Maßgebend für die kommende Umsetzung sei eine Ausarbeitung des Finanzstabilitätsrats.
London Stock Exchange entwickelt tokenisierte Aktien mit Kraken
Die London Stock Exchange (LSE) entwickelt gemeinsam mit dem Mutterkonzern der bekannten Krypto-Börse Kraken tokenisierte Aktien. Auf diese Weise möchte man bestehende Schranken der klassischen Strukturen abbauen und den Handel modernisieren.
“Payward und die London Stock Exchange arbeiten zusammen, um die Tokenisierung des Aktienmarktes voranzutreiben”, verkündete Payward über X.
Payward and the London Stock Exchange are partnering to advance the tokenization of UK equity markets.
In the coming weeks, the 100 largest London-listed equities will go live as xStocks, bringing 24/7, programmable onchain access to investors in more than 110 countries.…
— Payward (@Payward) September 1, 2026
Hinter der US-amerikanischen Marke Kraken steckt das Unternehmen Payward. 2025 veröffentlichte man das Konzept der sogenannten xStocks. Dabei handelt es sich um eine Technologie zur Tokenisierung von Aktien.
Seither erfreut sich das Konzept augenscheinlich großer Beliebtheit. Laut Angaben von Kraken wickelte man bereits ein Handelsvolumen von 40 Milliarden US-Dollar ab. Die xStocks existieren mittlerweile auf unterschiedlichen Blockchains – etwa auf Ethereum, TON, Arbitrum, Mantle, und Ink – nahmen ihren Anfang allerdings als SPL-Token auf der Solana-Blockchain.
Die LSE nimmt sich mit Kraken also einen erfahrenen Partner zur Seite. Gemeinsam möchte man bereits 2027 die 100 größten Aktien der Londoner Börse als Token auf der Blockchain bereitstellen.
Parallel dazu möchte die Börse den modernen Handelsplatz LSE 24 in Betrieb nehmen, damit die neuartigen Token rund um die Uhr gehandelt werden können. Eine Testphase des Marktplatzes soll noch Ende dieses Jahres beginnen.
Bis zum Start der Londoner xStocks könnten hingegen noch einige Monate vergehen, denn dazu benötige man zunächst eine regulatorische Freigabe.
Cronos-Netzwerk geht nach Preismanipulation offline
Das Cronos-Netzwerk ging am Wochenende für mehrere Stunden offline, nachdem Angreifer versucht hatten, das Lending-Protokoll Tectonic mittels einer Preismanipulation auszuräumen.
Dafür bedienten sie sich des illiquiden Tokens TONIC. Indem sie einen Großteil der Trading-Aktivitäten übernahmen, gelang die Manipulation seines Preises über einen realistischen Marktwert hinaus.
Infolgedessen setzten die Angreifer die Token in Tectonic als Kreditsicherheit ein, um beliebte populäre Stablecoins und Kryptowährungen in großen Mengen freizulegen. Dazu zählten etwa USDC, USDT, Bitcoin, CRO, Ethereum und XRP.
Zeitweise erlangten sie Kontrolle über Anlagen im Wert von ganzen 120 Millionen US-Dollar. Cronos reagierte allerdings schnell und verhinderte deren Verbringung durch eine Abschaltung des Netzwerks. Diese sei zwischen den Entwicklern und den Validatoren koordiniert worden.
Laut Einschätzung der IT-Sicherheitsexperten von CertiK sei es den Angreifern gelungen, 6,65 Millionen US-Dollar über eine Token-Bridge zu Ethereum zu transferieren, bevor Cronos offline ging. Die Spur der Gelder verwischte man schließlich über den Ethereum-Mixer Tornado.cash.
We have detected a deposit of 2658.9 ETH (~$6.65M) into Tornado Cash fromhttps://t.co/3cfSHTP40v.
The fund traces back to the @TectonicFi exploiter who created ~$120M in bad debt (rolled back) via inflated collateral and bridged out ~$6.65M.
Stay Vigilant! pic.twitter.com/7lPfLZlGy0
— CertiK Alert (@CertiKAlert) September 4, 2026
Cronos konnte durch seine Abschaltung also einen Großteil des Schadens abwenden. Weitere Kryptos im Wert von rund 114 Millionen US-Dollar verblieben im Cronos-Netzwerk.
Details zum Vorfall sind aktuell nicht bekannt. Die Cronos-Entwickler möchten in absehbarer Zeit einen Abschlussbericht zum Vorfall veröffentlichen.
Trezor: Datenleck ist schlimmer als angenommen
Mitte August wurde ein Datenleck bekannt, das Kunden des Hardware-Wallet-Entwicklers Trezor betrifft. Zunächst sprach Trezor von rund 14.000 geschädigten Kunden. Deren sensible Daten gelangten demnach in die Hände von Cyberkriminellen.
So wurden Klarnamen, Telefonnummern, E‑Mail-Adressen und Lieferadressen der Geschädigten ungewollt offenbart. Laut Angaben von Trezor sei es Hackern gelungen, ins System des Logistikdienstleisters ShipMonk einzudringen, mit dem der Wallet-Entwickler zusammenarbeitet. Dort seien die Daten entwendet worden.
Laut neuesten Erkenntnissen sind deutlich mehr Kunden betroffen als zunächst angenommen. So zählen 67.000 weitere Käufer von Trezor-Geräten aus den USA zu den Opfern.
Sämtliche Betroffene habe Trezor bereits via E-Mail kontaktiert. Nutzer, die keine E-Mail erhalten haben, zählen nicht zu den Opfern. Ihre Daten sind also nicht an die Öffentlichkeit gelangt.
Möglich sei der Vorfall nur, da ShipMonk Absprachen mit Trezor gebrochen habe. Demnach speicherte das Unternehmen Nutzerdaten, zu dessen Löschung es sich verpflichtet hatte.
“Während unserer gesamten Zusammenarbeit mit ShipMonk haben wir wiederholt eine schriftliche Bestätigung der Löschung der Daten angefordert und erhalten, die im Einklang mit unserem Vertrag, unseren Datenschutzrichtlinien und unserer bisherigen Kommunikation stand. Wir sind sehr enttäuscht, dass die Daten trotz dieser Bestätigung nicht aus ihren Systemen gelöscht wurden”, gab Trezor via X bekannt.
Two days ago, we received an update from our shipping provider, ShipMonk. We're deeply saddened to share the news that the recent data breach affects more customers than originally thought.
Another 67,000 customers from the US who ordered between November 2019 and August 2021… https://t.co/yDQvTlAA2S
— Trezor (@Trezor) September 4, 2026
Betroffene sehen sich einem höheren Risiko ausgesetzt. Üblicherweise werden sie zum Ziel von Phishing-Angriffen. In der Vergangenheit wurden Informationen aus vergleichbaren Datenlecks zudem für sogenannte Wrench Attacks missbraucht. Es handelt sich dabei um besonders schwere Raubüberfälle und Entführungen, die oft mit physischen Misshandlungen einhergehen.
Nutzer sollten keinesfalls ihre Private Keys weitergeben. Diese sollten sich zu jeder Zeit ausschließlich unter der eigenen Kontrolle befinden.
Bitcoin-Kurs steigt über 82.000 US-Dollar
Dem Bitcoin-Kurs ist es letzte Nacht gelungen, ein neues regionales Hoch aufzustellen. BTC stieg gegen 23.40 Uhr deutscher Zeit auf 82.262 US-Dollar, wie Daten von CoinMarketCap zeigen.
Zuletzt notierte die Kryptowährung im Mai bei diesem Marktwert. Auf dem Hoch verweilte BTC allerdings nur kurz. Zum Redaktionsschluss wird die digitale Anlage für nur noch 79.328 US-Dollar gehandelt. Bitcoin sank somit erneut unter den Widerstand von 80.000 US-Dollar.
Memecoin-Launchpad PONS explodiert
Im Wochentrend schreiben derzeit einige Altcoins erhebliche Gewinne. Spitzenreiter Pons (PONS) lässt dabei alle Konkurrenten deutlich hinter sich zurück. Es handelt sich um ein junges Projekt, das erst im Juli gestartet war.
Der Utility Token gehört zu einem gleichnamigen Memecoin-Launchpad. Pons startete auf der Robinhood Chain, die selbst erst Anfang Juli veröffentlicht wurde. Im Wochentrend schreibt der Token 441 Prozent Gewinn. Allein über die letzten Stunden stieg er 31 Prozent in die Höhe.
Pons gelangte so frisch unter die 100 größten Kryptowährungen und notiert zum Redaktionsschluss bei 0,74 US-Dollar.
Den zweiten Rang der Wochentrends belegt mit Arbitrum (ARB) ein etabliertes Projekt. Der Token des Layer-2-Netzwerks stieg um 50 Prozent und notiert bei 0,13 US-Dollar. Den dritten Platz nimmt der DEX Uniswap mit seinem Token UNI ein. Dieser stieg um 36 Prozent auf 6,26 US-Dollar.
