London Stock Exchange entwickelt tokenisierte Aktien mit Kraken

Das Wichtigste in Kürze
- Die London Stock Exchange kooperiert mit Payward – der Mutter von Kraken – um ihre 100 größten Aktien zu tokenisieren.
- Eine neue digitale Infrastruktur soll den Aktienmarkt weiter öffnen und vereinfachen. Eintrittshürden sollen sinken, während der Handel über ganze 24 Stunden am Tag möglich wird.
- Schon im kommenden Jahr möchte die Börse eine neue digitale Handelsplattform und die tokenisierten Aktien etablieren. Dafür benötigt sie noch eine regulatorische Freigabe.
London Stock Exchange entwickelt tokenisierte Aktien mit Kraken
Die London Stock Exchange (kurz LSE) entwickelt mit Payward, dem Mutterkonzern der bekannten Krypto-Börse Kraken, die Strukturen für tokenisierte Aktien. Das gab die Börse jüngst in einer Pressemitteilung bekannt.
“Die LSE gibt heute Pläne zur Einführung tokenisierter Aktienstrukturen in Großbritannien bekannt und geht eine Partnerschaft mit Payward ein (…) um zu untersuchen, wie regulierte Marktinfrastrukturen und native digitale Vertriebswege die nächste Entwicklungsstufe der öffentlichen tokenisierten Aktienmärkte unterstützen können”, heißt es in der Bekanntmachung.
Payward and the London Stock Exchange are partnering to advance the tokenization of UK equity markets.
In the coming weeks, the 100 largest London-listed equities will go live as xStocks, bringing 24/7, programmable onchain access to investors in more than 110 countries.…
— Payward (@Payward) September 1, 2026
Demnach stuft man diesen Schritt als wichtigen Meilenstein zur Modernisierung der Börse ein. Tatsächlich entwickeln sich tokenisierte Aktien über die letzten Jahre international zu einem wachsenden Trend.
Warum tokenisierte Echtweltanlagen so populär sind
Besonders in den Vereinigten Staaten von Amerika treiben Branchengrößen der Finanzindustrie den Trend voran. Die tokenisierten Aktien bilden dabei nur einen Teil sogenannter tokenisierter Echtweltanlagen (kurz RWA).
Der neue Anlagetyp schaffte es zum Beginn des Jahres bereits auf die Liste der wichtigsten Entwicklungen, die Risikoinvestor A16z veröffentlichte. Tokenisierten Echtweltanlagen misst man enormes Potenzial zu, da sie Einstiegshürden mindern und den Markt öffnen.
Handelszeiten sind dadurch in Zukunft weniger einschränkend. Gleichzeitig ist mit einem wachsenden Sekundärmarkt zu rechnen. Dieser Vorteile ist sich auch die Londoner Börse bewusst.
“Die London Stock Exchange prüft derzeit ein britisches Modell für tokenisierte Aktien, das den Zugang zu den Kapitalmärkten erweitern soll, dabei aber die Aktionärsrechte, Schutzvorkehrungen und Regulierungsstandards wahrt, die heute die Grundlage der öffentlichen Märkte bilden”, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Die neuen Strukturen sollen “den Zugang für Anleger erweitern, Emittenten bei der Suche nach innovativen Wegen zum Markt und nach besseren Datenanalysen unterstützen” und “einen effizienten Transfer von Vermögenswerten” ermöglichen.
Die Börse möchte damit eine eigene Antwort auf einen zunehmend digitalisierten Finanzmarkt liefern. Isolierte Liquiditätspools, so stellt man klar, wolle man so weit wie möglich vermeiden. Die Strukturen sollen also offen und interoperabel werden – auch mit klassischen Systemen.
Zwar sei es das Ziel, private und öffentliche Blockchains gleichermaßen einzubinden, dennoch verpflichtet man sich zur Durchsetzung bereits etablierter Regularien. Dazu zählen etwa Antigeldwäschemaßnahmen.
Marktstart in 2027 erwartet
Den Marktstart der tokenisierten Aktien erwartet die LSE bereits im kommenden Jahr. Ab 2027 sollen sie unter dem Namen xStocks handelbar werden. Laut Angaben von Payward soll das Angebot die 100 größten Aktien der Börse umfassen. Dafür benötige man zunächst eine regulatorische Freigabe, die noch nicht erteilt wurde.
Als Handelsplattform dient mit LSE 24 ein ebenfalls neu etablierter Dienst, der zur Börse gehört. Dort ist der Handel von Anlagen rund um die Uhr gestattet. LSE 24 soll ebenfalls im kommenden Kalenderjahr starten. Eine Testphase soll noch Ende 2026 beginnen.
Das Konzept der xStocks wurde von Payward bereits erfolgreich aufgebaut. Ein Handelsvolumen von rund 40 Milliarden US-Dollar wickelte das Unternehmen bis heute ab. LSE findet mit Payward also einen erfahrenen Partner, der die grundlegende Arbeit zugunsten der digitalen Struktur schon in der Vergangenheit erledigt hat.
