Warum sich die G20 jetzt zu Kryptowährungen bekennen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Finanzminister der G20 veröffentlichen ein gemeinsames Programm, in dem sie Krypto als Finanzinnovation anerkennen. Als Ziel definiert man die Herstellung klarer Krypto-Gesetze.
  • Zudem misst man Kryptowährungen und ihrer Branche ein großes Potenzial für Wirtschaftswachstum zu.
  • Die Gruppe der Zwanzig veränderte damit ihre Position aus dem Vorjahr zugunsten der digitalen Anlagen. Eine Ausarbeitung des FSB soll als Grundlage für weitere Regulierungsarbeit dienen.

Warum sich die G20 jetzt zu Kryptowährungen bekennen

Die Gruppe der Zwanzig (G20) bekennen sich zu den Kryptowährungen und möchten sich der Herstellung klarer Krypto-Regeln verpflichten – das geht aus einer Pressemitteilung hervor, welche das US-Finanzministerium am Dienstag veröffentlichte.

Nach einem Treffen in Asheville, das vom 31. August bis zum 1. September lief, gaben die USA eine gemeinsame Resolution heraus. Der nordamerikanische Staat hat derzeit den Vorsitz der G20 inne – vertreten von US-Präsident Donald Trump und Finanzminister Scott Bessent.

Die Finanzminister der G20 einigten sich demnach auf fünf Schwerpunkte, denen sie ihre Arbeit über die nächsten Monate widmen möchten. So wolle man ein weltweites Wirtschaftswachstum antreiben, internationale Ungleichgewichte und die Finanzbildung verbessern.

Zudem möchte man sich mit Problemen der internationalen Staatsschulden befassen und Finanzinnovationen vorantreiben sowie die regulatorische Landschaft modernisieren. Zur Realisierung dieser Schwerpunkte legte man einen Leitfaden mit 17 Unterpunkten fest.

Bei der Realisierung der Ziele sollen Kryptowährungen und Stablecoins eine wichtige Rolle spielen. Es handele sich um eine nützliche Finanzinnovation, welche Wirtschaftswachstum antreiben könne.

“Wir erkennen die transformative Rolle an, die digitale Finanzinnovationen – einschließlich digitaler Vermögenswerte – bei der Förderung eines breit angelegten Wirtschaftswachstums spielen können, sowie die Schlüsselrolle des Privatsektors für die Förderung dieser Innovationen”, schreiben die G20.

Gleichzeitig wolle man eine klare Gesetzeslage für Kryptowährungen sowie Vertrauen in Fiatwährungen herstellen. Dabei möchte man neues international Potenzial ausschöpfen, das sich durch den Charakter der Kryptos ergibt. Diese lassen sich problemlos grenzüberschreitend transferieren.

“Wir sind uns zudem bewusst, wie wichtig es ist, angesichts dieses Wandels die Finanzstabilität zu sichern und das Vertrauen in das Währungs- und Zahlungssystem aufrechtzuerhalten”, heißt es.

“Wir verpflichten uns, eine verantwortungsvolle und wirksame Regulierungsarbeit voranzutreiben, die die Finanzstabilität wahrt, das Wirtschaftswachstum fördert und klare Wege für solide Innovationen im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen und digitalen Vermögenswerte ebnet, wobei wir grenzüberschreitende Chancen und Herausforderungen in angemessener Weise berücksichtigen”, führen die G20 aus.

Innovation oder Gefahr? G20 passen Positionierung an

Die Formulierungen weisen auffällige Parallelen zur Krypto-Politik der USA auf. Noch 2025 hatten sich die G20 etwas anders positioniert. Unter dem Vorsitz von Südafrika gab man an, das Potenzial von Kryptowährungen anerkennen zu wollen, allerdings stufte man sie auch als Risiko ein.

Wegen politischer Auseinandersetzungen mit dem diesjährigen Gastgeber nahm die südafrikanische Regierung nicht am jüngsten G20-Treffen in den Vereinigten Staaten von Amerika teil. Dennoch bleibt die Republik Südafrika festes Mitglied der G20.

Die Grundlage für die kommende Regulierungsarbeit rund um Krypto und Stablecoins soll ein Bericht des Finanzstabilitätsrats bilden.

“Wir sehen der bevorstehenden Zusammenfassung des FSB zu seinen Erkenntnissen aus den Berichten über die grenzüberschreitenden Auswirkungen globaler Stablecoin-Vereinbarungen sowie über Datenquellen, Verfügbarkeit und potenzielle Herausforderungen im Zusammenhang mit Stablecoins mit Interesse entgegen”, erklärte man dazu.

Die Bekanntmachung wirkt sich nicht direkt auf die bestehende Gesetzeslage aus. Es handelt sich vielmehr um die Festlegung gemeinsamer Ziele. So legt man dar, eine klare Gesetzeslage herstellen zu wollen. Wie diese im Detail aussieht, bleibt jedoch offen und kann daher von jedem Mitgliedstaat unterschiedlich arrangiert werden.

Darüber hinaus bleibt der zeitliche Rahmen der Ziele offen. So könnten Jahre bis zur tatsächlichen Implementierung vergehen.

Einige Staaten verfügen beispielsweise bereits über eigene Krypto-Gesetze – dazu zählen etwa die Europäische Union, in der seit Dezember 2024 das Gesetz MiCA wirksam ist oder die Russische Föderation, deren Gesetz seit 1. September gilt.

Die USA arbeiten weiterhin an ihrer eigenen Verordnung, der international eine besonders große Bedeutung zugemessen wird. Ob CLARITY jemals verabschiedet wird, gilt inzwischen als fragwürdig.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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