Bitcoin-Reserve von El Salvador beendet? Das sagt Bukele jetzt

Das Wichtigste in Kürze
- Erneut kommen Zweifel am Fortbestehen der salvadorianischen Bitcoin-Reserven auf. Der internationale Währungsfonds behauptet in einem Bericht, dass dessen Finanzierung aus öffentlichen Quellen beendet sei.
- El Salvador bestätigte diese Darstellung. Dennoch setze man die Akkumulation von einem Bitcoin pro Tag fort. Die Finanzierung erfolge durch private Spenden.
- Die Anlagen des mittelamerikanischen Landes belaufen sich laut offiziellen Angaben auf 7.767,37 BTC im Wert von 615 Millionen US-Dollar.
Bitcoin-Reserve von El Salvador beendet? Das sagt Bukele jetzt
Seit Monaten gibt es Zweifel am Fortbestehen der Bitcoin-Reserve von El Salvador. Ein neuer Bericht des Internationalen Währungsfonds bestärkt diese Gerüchte nun. Stein des Anstoßes war ursprünglich eine Vereinbarung zwischen der salvadorianischen Regierung und dem IWF aus dem Juli 2025.
Dabei forderte der IWF eine umfassende Abkehr des Landes von seiner Bitcoin-Politik. So büßte die Kryptowährung ihren Status als offizielle Landeswährung ein. Berichte des Internationalen Währungsfonds erklärten, dass auch die staatlichen Bitcoin-Investments endeten.
Dieser Darstellung widersprachen die Behörden des mittelamerikanischen Landes jedoch wiederholt. Laut Vereinbarung erhielt El Salvador im Gegenzug für den Kompromiss einen Kredit in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar vom IWF.
“Wir hören damit nicht auf. (…) Wir stoppen weder jetzt noch in Zukunft”, schrieb Nayib Bukele, Staatspräsident von El Salvador damals auf X.
“This all stops in April.” “This all stops in June.” “This all stops in December.”
No, it’s not stopping.
If it didn’t stop when the world ostracized us and most “bitcoiners” abandoned us, it won’t stop now, and it won’t stop in the future.
Proof of work > proof of whining https://t.co/9pC0PoY3YQ
— Nayib Bukele (@nayibbukele) March 4, 2025
Trotz seiner Versprechen beharrte der IWF in einem neuen Bericht jüngst wiederholt auf seiner damaligen Darstellung.
“Für den Aufbau des Bitcoin-Bestands wurden keine öffentlichen Mittel verwendet”, heißt es darin.
In anderen Worten: Einen Staatsetat für die weitere Ausweitung der Bitcoin-Reserve gibt es nicht mehr. Auch das staatliche Unternehmen Chivo, das für seine Bitcoin-Wallet bekannt ist, sei auf Druck des IWF in private Hände überreicht worden.
DCA-Strategie bleibt bestehen? Bitcoin Office bejaht
Seit 2022 wendet El Salvador offiziell eine sogenannte DCA-Strategie an. Im Deutschen spricht man von der Anwendung eines Durchschnittskosteneffekts. Dabei werden in bestimmten zeitlichen Abständen Investments getätigt, um von der langfristigen Entwicklung einer Anlage zu profitieren.
El Salvador erwirbt laut eigenen Angaben jeden Tag genau einen Bitcoin, egal wie hoch oder tief dessen Marktpreis steht. Das Bitcoin Office, welches für die Krypto-Angelegenheiten des Landes verantwortlich ist, bestätigte auf X noch vor zwei Tagen den Erwerb eines neuen Bitcoins.
Die von der Regierung betriebene Webpräsenz des Bitcoin Offices stellt sogar Blockchaindaten bereit, welche den täglichen Erwerb des Coins zeigen sollen. Eine Beendigung der Strategie ist darauf nicht zu erkennen. Stattdessen setzt man das Konzept lückenlos fort.
🇸🇻 El Salvador just bought more Bitcoin pic.twitter.com/CSgd1PjFeQ
— The Bitcoin Office (@bitcoinofficesv) September 5, 2026
Die dafür aufgewendeten Gelder sollen angeblich aus privater Hand stammen, statt aus öffentlichen Quellen. Deshalb könne El Salvador weiterhin Bitcoin anlegen, ohne den Vertrag mit dem IWF zu brechen – so stellt es der IWF in seinem Bericht dar.
“Es wurden Unterlagen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass der Bitcoin-Zuwachs seit der letzten Überprüfung auf private Spenden zurückzuführen ist und dass keine öffentlichen Mittel verwendet wurden”, heißt es darin.
Fragen zu den Hintergründen dieser Spenden bleiben offen. So ist bislang nicht klar, aus welchen Quellen sie stammen. Bukele reagierte auf die jüngste Debatte, indem er auf X das spanischsprachige Magazin EL PAÍS kritisierte.
Dieses soll behauptet haben, dass die Bitcoin-Reserve in Privatbesitz umgewandelt wurde. Laut Bukele handele es sich um eine Falschbehauptung. EL PAÍS entschuldigte sich inzwischen für das Missverständnis.
Mit einer Reserve von 7.767,37 BTC im Wert von 615 Millionen US-Dollar ist El Salvador laut Einschätzung von CoinGecko der sechstgrößte staatliche Halter – hinter den USA, China, Großbritannien, Nordkorea und Bhutan.


