Cronos Hack? Angreifer entwenden 120 Mio. von Tectonic

Das Wichtigste in Kürze
- Angreifer versuchten am Sonntag, das Lending-Protokoll Tectonic des Cronos-Netzwerks um 120 Millionen US-Dollar zu erleichtern.
- Dafür manipulierten sie den Marktwert des TONIC-Tokens und liehen mit diesem schließlich bekannte Kryptowährungen mit dem besagten Marktwert aus.
- Durch eine schnelle Reaktion verhinderten die Cronos-Validatoren den Großteil des Schadens. Sie legten das Netzwerk still. Die Angreifer konnten bis dahin sechs Millionen US-Dollar einnehmen.
Cronos Hack? Angreifer entwenden 120 Mio. von Tectonic
Am Sonntag wurde das Cronos-Netzwerk zum Ziel eines Angriffs. Es handelte sich dabei allerdings nicht um einen Hack, sondern vielmehr um eine Preismanipulation. Diese traf das Lending-Protokoll Tectonic. Entwickler des Dienstes ist das Unternehmen Particle B, das über enge Verbindungen zu Cronos-Gründer Crypto.com verfügt.
Cronos selbst berichtete am Sonntag über den Vorfall. Auf X gab man bekannt, den Angriff bemerkt zu haben. Mit der Absicht der Schadensminimierung stoppten die Entwickler das gesamte Netzwerk. Augenscheinlich konnte man mit der schnellen Reaktion den Großteil der Schäden verhindern.
“Wir haben eine Sicherheitslücke in Tectonic entdeckt. Das Cronos-Netzwerk wurde außer Betrieb genommen, und wir werden hier über den aktuellen Stand berichten”, hieß es dort.
Erst rund 23 Stunden später war es den Cronos-Entwicklern in Kooperation mit außenstehenden IT-Experten gelungen, das Problem vollständig zu beheben. Gestern Nachmittag ging das Netzwerk infolgedessen wieder online.
“Cronos produziert ab dem 30. August 2026 um 23:49:01 UTC wieder Blöcke, beginnend mit Block 90.896.189”, gaben die Entwickler dann bekannt. Das Netzwerk sei “vollständig online”.
The Cronos Network is producing blocks again and is fully back online.
The Cronos Network halted earlier today. This was a validator-consensus emergency action to protect users from an exploit on the Tectonic protocol. The chain state was restored to before the Tectonic exploit…
— Cronos Network (@CronosNetwork) August 31, 2026
Die komplette Stilllegung des Netzwerks sei eine Entscheidung der Validatoren gewesen, auf die man sich gemeinsam geeinigt habe, um Nutzer vor möglichen Schäden zu bewahren.
Weil Blockchains möglichst neutral und zuverlässig arbeiten sollen, werden Dienstunterbrechungen von der Krypto-Szene üblicherweise scharf kritisiert. Cronos stellt klar, dass es sich dabei um eine Mehrheitsentscheidung gehandelt habe, statt bloß um eine Anweisung der Entwickler.
Wieso Lending-Protokolle zum Ziel von Manipulationen werden
Laut den Sicherheitsexperten von CertiK war es den Angreifern gelungen, umgerechnet 120,3 Millionen US-Dollar von Tectonic zu entwenden. Öffentliche Blockchaindaten bestätigen diesen Hinweis.
Allerdings konnten die Angreifer nur sechs Millionen US-Dollar über eine Token-Bridge zu Ethereum transferieren, bevor das Netzwerk seinen Dienst unterbrach. Der Großteil der Beute blieb also zurück.
Möglich war der Angriff durch eine Preismanipulation des wenig liquiden Tokens TONIC. Seinen Wert trieben sie absichtlich in die Höhe. Sein Marktwert stieg um den Fakto 100. Anschließend nutzten die Angreifer ihn als Kreditsicherheit, um andere Kryptowährungen auszuleihen. Da TONICs Wert zu diesem Zeitpunkt stark aufgebläht war, konnten sie die geliehenen Kryptowährungen mit großem Profit behalten.
Die Angreifer setzten vorrangig auf die Stablecoins USDC und USDT, liehen aber auch volatile Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, CRO, XRP und weitere als Derivate aus.
Derlei Manipulationsversuche finden auf Lending-Protokollen immer wieder statt. Voraussetzung dafür ist die Nutzbarkeit eines illiquiden Tokens, der sich von den Angreifern erfolgreich aufblähen lässt.
Cronos und Tectonic gaben ihrerseits noch keine Details zum Vorfall bekannt. Zeitnah soll ein Abschlussbericht erscheinen, der die Hintergründe, genauen Schäden und potenziellen Schadensersatz offenlegt.
Bis dahin bleiben weitere Leihen auf Tectonic zunächst ausgesetzt, gaben die Entwickler der Anwendung bekannt.

