Wallet-Datenleck: Hacker stehlen Daten von Foundation und Keystone

Das Wichtigste in Kürze
- Keystone und Foundation, zwei Hersteller von Krypto-Wallets, verursachten Datenlecks, die mehrere zehntausend Nutzer betreffen.
- Cyberkriminelle entwendeten 26.000 Datensätze von Keystone über dessen offizielle Webpräsenz. Von Foundation sollen Hacker rund 5.000 Datensätze gestohlen haben.
- Das Kalenderjahr 2026 ist von einer Vielzahl an Datenlecks geprägt. Unzählige Krypto-Dienste verwahren die sensibelsten Daten ihrer Kunden rücksichtslos. Phishing, Raubüberfälle und Entführungen sind die Folgen.
Keystone Wallet Datenleck: Hacker erlangen 26.000 Datensätze
Keystone, ein in Hongkong ansässiger Hersteller von Hardware Wallets zur Verwahrung von Kryptowährungen, ist zum Ziel eines Hackerangriffs geworden. Unbefugte erlangten dabei den Zugriff auf Datensätze von vielen tausend Kunden.
Laut eines Abschlussberichts, den Keystone gestern veröffentlichte, sind rund 26.000 Kunden betroffen, deren Datensätze auf diesem Wege in die Hände von Cyberkriminellen gelangten.
Keystone gibt die Zahl der Betroffenen mit genau 25.964 Personen an. Die verantwortlichen Hacker verschafften sich demnach über die offizielle Webpräsenz des Herstellers den Zugang zu den Kundendaten.
“Am 20. Oktober haben wir einen unbefugten Zugriff auf unsere offizielle Website festgestellt. Nach Überprüfung der API-Aktivitäten mit Shopify konnten wir am 23. Oktober bestätigen, dass ein Dritter Versanddaten unserer Kunden erlangt hat”, gab das Unternehmen über X bekannt.
We owe you an apology.
On October 20, we detected unauthorized access to our official website. After verifying API activity with Shopify, we confirmed on October 23 that a third party obtained customer shipping information. You trusted us with those details, and we're sorry we…
— Keystone Hardware Wallet (@KeystoneWallet) October 24, 2026
Die rund 26.000 Datensätze enthalten Namen, Kontaktdetails (etwa Telefonnummer oder E-Mail-Adresse), Lieferadressen sowie das erworbene Produkt und dessen Preis. Kreditkartendaten, Bankdaten oder andere sensible Zahlungsinformationen konnte der Hacker hingegen nicht erlangen.
Darüber hinaus sind Wallets des Herstellers Keystone weiterhin sicher. Schlüsselphrasen konnten nicht erlangt werden. Die Sicherheit der Geräte ist nach wie vor gewährleistet, so Keystone.
Innerhalb kürzester Zeit sei der Angriff aufgeflogen und das Unternehmen habe rasch darauf reagieren können, teilt man der Öffentlichkeit mit. Inzwischen ist die Sicherheitslücke auf der Webseite also behoben. Betroffene Nutzer habe man über E-Mail bereits auf das Datenleck aufmerksam gemacht, um diese für Phishing-Angriffe zu sensibilisieren.
“Wir haben den Zugriff gesperrt, die Sicherheitslücke behoben, eine Untersuchung eingeleitet und benachrichtigen die betroffenen Kunden per E-Mail”, erklärte Keystone.
Datenlecks sind üblicherweise erst der Beginn eines größeren Angriffs. Meist geben sich die Verantwortlichen dabei als offizielle Vertreter des Herstellers aus und verlangen von Kunden die Herausgabe der Schlüsselphrase. Diese sollten Nutzer jedoch stets für sich behalten und niemals mit irgendwem teilen.
Schlimmstenfalls drohen Raubüberfälle und Entführungen – sogenannte Wrench Attacks.
Hacks belegen schwerwiegende Probleme beim Datenschutz der Kryptobranche
Keystone ist innerhalb der letzten Monate nur eines von etlichen Krypto-Unternehmen, die zum Ziel von Hackerangriffen geworden sind. Immer häufiger versuchen die Hacker dabei, Kundendaten zu erlangen.
Ähnliche Datenlecks spielten sich allein 2026 schon bei Ledger, Trezor und SafePal ab. Für große Besorgnis sorgte außerdem ein erfolgreicher Angriff auf das Vertriebsnetz von Ledger, der Schäden in Höhe von 93 Millionen US-Dollar hinterließ.
Durch Social Engineering erlangte ein Cyberkrimineller zudem Kundendaten der Neobank Revolut. Dieser hatte es dabei bewusst auf Daten von Krypto-Anlegern abgesehen, die er anschließend mit der Absicht nutzen könnte, sie um ihr Erspartes zu bringen.
Vor zwei Wochen knackten Hacker Abrechnungssysteme des polnischen Softwareentwicklers Fakturownia, wodurch Daten der Kunden von mehr als 600.000 Betrieben an Kriminelle gelangten.
Wie viele Krypto-Firmen zu diesen Betrieben zählen, ist unklar. Bekannt ist, dass der Concierge-Dienst ShopinBit betroffen ist. Laut Selbsterklärung ist dieser auf die Bereitstellung vertraulicher Dienstleistungen ausgerichtet. An eine versprochene Löschung sämtlicher Daten nach 30 Tagen hielt sich der Dienst augenscheinlich nicht.
Über Foundation, einen weiteren Wallet-Hersteller, konnten Cyberkriminelle jüngst 23.000 Phishing-Mails an Kunden verschicken. Foundation gibt WooCommerce oder einem anhängigen Plugin die Schuld.
INVESTIGATION UPDATE 2
In our last update, we said we would share how many people had personal information exposed once we could confirm it. We can now share those numbers.
Across our old WooCommerce store and our current Shopify store, records containing approximately 5,600…
— FOUNDATION (@FoundationHQ) October 26, 2026
Die Fülle und zunehmende Schwere dieser Vorfälle belegt ein schwerwiegendes Problem vieler Krypto-Firmen beim Umgang mit sensiblen Daten. Die Konsequenzen der rücksichtslosen Verwaltung tragen die Kunden.
Bei der Bestellung einer Hardware Wallet sollte man dieser Gefahr entsprechend Sorge tragen und die Angaben von dauerhaft genutzten persönlichen Daten deshalb gezielt verhindern. Allzu oft enden diese Daten in kriminellen Kreisen oder in der Öffentlichkeit.
