Krypto-News der Woche 7. Juli 2023

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Krypto-Szene hat Sorge vor einem Zusammenbruch von Binance. Mehrere Führungspersonen kündigen dem Unternehmen innerhalb weniger Tage.
  • BlackRock erneuert seinen Antrag auf einen Bitcoin Spot ETF. Ein fachkundiger Kritiker ist davon nicht überzeugt. Auch die SEC zeigte zuletzt Ablehnung.
  • Twitter erhält eine Lizenz, welche den Dienst zum Finanzdienstleister macht. Optimisten hoffen auf eine baldige Integration von Dogecoin.
  • Trotz viel Wirbel bleiben die Kurse am Kryptomarkt aktuell ruhig.

Binance: Implodiert die größte Krypto-Börse?

Die Sorgen um Binance, die größte Krypto-Börse der Welt, wachsen aktuell ungebrochen. Das auf den Kaimaninseln registrierte Unternehmen gerät immer öfter mit Behörden in den Konflikt.

Besonders heiß ist die Situation in den USA. Dort wurde das Unternehmen von den zwei großen Aufsichtsbehörden CFTC und SEC angeklagt.

Inzwischen gelten Binance und dessen Geschäftsführer Changpeng Zhao (CZ) als Hauptfeind der SEC. Im Groben werfen die Aufsichtsbehörden der Krypto-Börse Ungehorsam vor.

Das Unternehmen soll es sich bewusst zum Ziel gemacht haben, regulatorische Vorschriften zu missachten oder umgehen. Diese Tatsache habe man anschließend versucht, zu vertuschen.

Aktuell ist die Krypto-Szene in Aufruhr. Die Vermutung: Das Management verlässt Binance aufgrund der Schwere der aktuellen Situation. Tatsächlich kündigten in den vergangenen Tagen mehrere hochrangige Angestellte.

Steve Milton, Patrick Hillmann, Han Ng und Steven Christie verlassen nacheinander das Unternehmen.

Es handelt sich dabei um den Marketingleiter, den Strategiechef, den Chefjustiziar und den Chef der Regulierungsabteilung. Erst kurz zuvor verließ auch Matthew Price Binance.

Price war 2021 zur Krypto-Börse gekommen. Als ehemaliger Mitarbeiter der US-Steuerbehörde IRS sollte er die rechtlichen Ermittlungen überprüfen, mit denen sich das Unternehmen immer wieder auseinandersetzen musste.

Changpeng Zhao negiert, dass es sich wie vermutet um eine Führungskrise handelt. Angeblich hatte genau das ein Insider dem Nachrichtenportal Fortune erklärt.

Es gibt erneut Panikmache über einige Kündigungen. Ja, es gibt Fluktuation (in jedem Unternehmen). Aber die Gründe, die sich die «Nachrichtenportale» ausgedacht haben, sind völlig falsch.

Der Informant erklärt, es habe über Zhaos Verhalten bezüglich Ermittlungen Konflikte gegeben, die vom US-Justizministerium DoJ gegen Binance geführt werden.

Ng, Christie und Hillmann hätten daraufhin aus Frust gekündigt. Sie hätten den Kurs des Geschäftsführers nicht weiter tragen wollen.

Auch diese Aussage ist laut CZ komplett erfunden. Hillmann und Christie äußerten sich beide auf Twitter und erklärten, das Unternehmen tatsächlich nicht aus einer solchen Konfliktsituation heraus verlassen zu haben.

Ich möchte einige Artikel, die heute veröffentlicht wurden, korrigieren. Ich kann bestätigen, dass ich Binance tatsächlich verlasse. Die Gründe für meinen Rücktritt sind jedoch ganz andere als die, über die berichtet wurde.

Binance schützt Nutzer vor Multichain

Binance kam in der vergangenen Woche auch aus anderen Gründen in die Schlagzeilen. So schränkte die Krypto-Börse die Verwendung bestimmter Token ein, die in Verbindung mit der Token Bridge Multichain stehen.

Multichain stellte den aktiven Betrieb im Mai ein. Ein Sicherheitsupdate konnte nicht durchgeführt werden, da der Administrator der Plattform plötzlich nicht mehr erreichbar war.

Dadurch war es den zuständigen Programmierern nicht mehr möglich, den notwendigen Zugriff zu erhalten. Um Schäden zu vermeiden, wurde der Betrieb gestoppt.

Als Vorsichtsmaßnahme schränkte Binance die entsprechenden Token zuletzt ein. Kurze Zeit später meldeten die Entwickler von Multichain einen Hack der Plattform, durch den 126 Millionen US-Dollar an Schaden entstanden.

Wer hinter dem Diebstahl steckt, ist bislang ungewiss. Auf Twitter schreiben die Entwickler:

Eingefrorene Wertanlagen wurden abnormalerweise auf eine unbekannte Adresse verschoben. Das Team ist sich nicht sicher, was passiert ist und untersucht dies derzeit. Es wird empfohlen, dass alle Nutzer die Verwendung von Multichain-Diensten aussetzen und alle Smart-Contract-Genehmigungen im Zusammenhang mit Multichain widerrufen.

Binance präsentiert Kooperation mit Alternative Airlines

Zuletzt präsentierte Binance auch noch eine Kooperation mit Alternative Airlines und bewies somit, dass es nicht nur bergab geht.

Die Idee: Kunden können fortan auch Flugtickets mit Kryptowährungen kaufen. Gänzlich neu ist das Konzept nicht. Das Unternehmen Travala ist für diese Option bereits seit langer Zeit bekannt.

Kunden von Alternative Airlines können den Dienst fortan auch verwenden, um Karten für ihre nächsten Flüge zu erwerben.

Möglich ist das durch das Zahlungsportal Binance Pay, das – wie der Name schon sagt – eine Entwicklung der Krypto-Börse ist.

Besonders interessant: Wer statt einer herkömmlichen Zahlungsmethode Binance Pay verwendet und dort mit Kryptowährungen zahlt, erhält einen Rabatt von drei Prozent.

Es handelt sich dabei jedoch nur um eine Werbeaktion, die am 1. Juli begann und am 31. August 2023 ausläuft.

BlackRock erneuert Antrag auf Bitcoin Spot ETF

BlackRock erneuert seinen Antrag auf einen Bitcoin Spot ETF bei der SEC. Die Investmentgesellschaft hatte Mitte Juni für Furore gesorgt.

Inmitten starker regulatorischer Konflikte reichte der größte Vermögensverwalter der Erde erstmals einen Antrag auf einen Bitcoin Spot ETF ein.

Das Besondere: Bisher gibt es keinen Bitcoin Spot ETF in den USA. Lediglich Abwandlungen mit Terminkontrakten.

In der Vergangenheit hatte sich Larry Fink, der Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens noch sehr kritisch gegenüber der Kryptowährung geäußert. Diese Haltung hat sich inzwischen um 180 Grad gedreht.

Fink bezeichnete den Bitcoin jüngst als digitales Gold und als gute Alternative zu Fiatwährungen.

2017 hatte Fink noch behauptet, nur Geldwäscher seien am Bitcoin interessiert. Hintergrund des Wandels dürfte eine stark wachsende institutionelle Nachfrage sein.

Dass BlackRock nun so großes Interesse zeigt, ließ den Kryptomarkt inklusive des Bitcoin-Kurses massiv steigen.

BlackRock gilt als Erfolgsgarant. 571 Anträge auf börsengehandelte Fonds bereits erfolgreich. Demgegenüber steht nur eine einzige Ablehnung. Der letzte Versuch scheiterte allerdings.

Nun rückt BlackRock nach. Richten soll es eine Zunahme an Details. Eine enge Verbindung zur Krypto-Börse Coinbase und zur Börse NASDAQ, an welcher der ETF gelistet werden soll, soll zum Erfolg führen.

Die SEC äußerte zuvor die Bedenken, dass Manipulation und Betrug im Umgang mit dem ETF zu einfach möglich seien.

BlackRocks Idee: Indem das Unternehmen Aufsicht und Verwahrung mit zwei Partnern betreibt, könnte man der Kritik gerecht werden.

Experte John Paul Koning ist davon nicht überzeugt. Ihm zufolge habe es solche Versuche bereits gegeben. Sie alle seien bislang gescheitert.

Koning glaubt, die SEC lehnt einen Bitcoin Spot ETF prinzipiell ab. Schuld daran sei vor allem die führende Position von Binance am Markt, da die Aufsichtsbehörde keine Kontrolle über das Unternehmen hat.

Ob der sogenannte iShares Bitcoin ETF erfolgreich sein wird, zeigt nur die Zukunft. Ob der Plan gelingt, ihn als ersten ETF seiner Art in den USA zu platzieren, ist ebenso fraglich.

Viele Trittbrettfahrer folgten dem Vorbild BlackRocks. Andere Anträge erreichten die SEC bereits in den Jahren zuvor. Manche davon sind noch Teil juristischer Auseinandersetzungen.

Twitter erhält Finanz-Lizenzen in den USA

Twitter soll zur von einem sozialen Netzwerk in eine allumfassende App nach dem Vorbild von WeChat umgewandelt werden, geht es nach Eigner Elon Musk.

Die Anwendung soll dann den einfachen Namen „X“ tragen. Erste Schritte in diese Richtung werden jüngst sichtbar. So erhält Twitter bereits Finanz-Lizenzen in mehreren Bundesstaaten der USA.

Twitter stellte in allen 50 Staaten der USA jeweils einen Antrag auf eine Zulassung als Geldtransmitter und Finanzdienstleister.

Dem Unternehmen ist es somit gestattet, Zahlungsinstrumente und Überweisungsdienste bereitzustellen. Konkret vergleichbar ist das mit Angeboten, die von PayPal, Stripe, Google Pay oder Apple Pay bereitgestellt werden.

Der nächste Schritt des Unternehmens scheint es also, Zahlungen für Twitter-Nutzer abzuwickeln.

In der Krypto-Szene existiert die Vermutung, Twitter könnte Dogecoin endlich implementieren und Nutzern die kinderleichte Verwendung ermöglichen. Transaktionen könnten dann basierend auf dem Twitter-Nutzernamen (auch Handle) stattfinden.

Tatsächlich konnte Twitter die gewünschte Lizenz bereits in drei Bundesstaaten erhalten: In Michigan, Missouri und New Hampshire.

Laut eines Informanten, der über internes Wissen verfügen will, und sein Wissen mit Cointelegraph teilte, plane Twitter aber überhaupt nicht die Integration von Kryptowährungen.

Stattdessen will Twitter den Markt der Finanz-Apps erobern und dort Transfers mit Fiatgeld abrechnen.

Der Kryptomarkt beruhigt sich

Wirft man einen Blick auf die Kursbewegungen der größten Kryptowährungen, so lässt sich erkennen: Der Kryptomarkt beruhigt sich. Bitcoin und Ethereum verzeichneten in dieser Woche lediglich Kursänderungen von einem Prozent.

Anders ist die Situation bei weiteren der Top 100 Kryptowährungen. Die Smart Contract Plattform Flow setzt sich mit einem Plus von rund 17 Prozent an die Spitze des Wochentrends.

Dicht darauf folgen Filecoin (FIL) und Solana (SOL) . Beide Kryptowährungen steigen um etwa 16,50 Prozent.

Die beiden Kryptos schrieben dunkelrote Zahlen, nachdem sie kürzlich von der SEC als illegale Wertpapiere bezeichnet wurden. Nun setzt also die Korrektur ein.

Zu Redaktionsschluss befinden sich die meisten der 100 größten Coins in einem leichten Plus. Der enorme Bullrun auf Bitcoin Cash (BCH) hat sein Ende gefunden.

Gestern stiegen die Kursgewinne zuletzt auf ein zweistelliges, prozentuales Tagesplus. Heute liegt BCH schon vier Prozent im Minus.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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