Krypto-News der Woche 2. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Gleich mehrere Krypto-Hacks und Sicherheitsprobleme unter großen Akteuren beeinflussten diese Woche die Branche.
- So gab es nach dem Bitget-Hack von letzter Woche Debatten über die Sinnhaftigkeit und Bedeutung dezentraler Krypto-Börsen.
- Die Browser Wallet MetaMask gab eine Sicherheitslücke in der eigenen Staking-Infrastruktur bekannt. Genauere Infos bleiben bislang aus.
- Das Trading-Protokoll NEAR Instants ging gestern offline, nachdem Hacker rund 3,8 Millionen US-Dollar entwendet hatten.
- ESMA, die Marktaufsichtsbehörde der EU, fordert mehr Befugnisse für sich selbst sowie für nationale Aufsichtsbehörden innerhalb der Union. Ziel der Maßnahme sei es, mehr Kontrolle über den Kryptomarkt zu erlangen.
- Der Bitcoin-Kurs steigt nur geringfügig, während einige Altcoins erhebliche Gewinne im Wochentrend erzielen.
Reihe von Hacks erschüttert die Kryptobranche
Über die letzten Tage wurde die Kryptobranche von einer Reihe schwerer Hacks erschüttert. Schon vor Wochen gelang es Cyberkriminellen, mit Bitget eine der größten Krypto-Börsen zu infiltrieren.
Die Strippenzieher konnten zum Zeitpunkt des Angriffs Kryptowährungen im Wert von rund 357 Millionen US-Dollar entwenden. Sicherheitslücken in den internen Systemen sowie in der Personalabteilung der Handelsplattform verursachten den Verlust.
Obwohl Bitget rasch eingriff, konnten bislang nur geringe Teile der Beute wiederhergestellt werden. Der Großteil der Gelder gilt zuweilen als verloren. Als mutmaßliche Täter gelten Mitarbeiter der Hackergruppe Lazarus, die der nordkoreanische Staat betreibt.
Der Bitget-Hack löste seither eine Debatte über die ethische Bedeutung einer dezentralen Krypto-Börse aus. Weil die Hacker den DEX Thorchain nutzten, um ihre Kryptowährungen zu wechseln und ihre Spuren zu verwischen, teilten sich große Teile der Krypto-Szene in zwei Lager.
Bitget und das IT-Sicherheitsunternehmen SlowMist machten Thorchain Vorwürfe. Der DEX hatte nicht eingegriffen, um den Tausch der geraubten Coins zu verhindern. Ein DEX ist auf absolute Neutralität ausgerichtet. Ihm mangelt es daher schon an der technischen Machbarkeit einer solchen Forderung. Über seine Neutralität möchte ein DEX seine Zensurresistenz bewahren.
Laut Angaben des Blockchain-Analysten ZachXBT setzte Lazarus zum wiederholten Male auf chinesische Partner, um Swaps zu realisieren.
Browser Wallet MetaMask gibt Sicherheitsproblem bekannt
Auch die beliebte Browser Wallet MetaMask weist offenbar ein Sicherheitsproblem auf. Dies betreffe jedoch nur die Staking-Infrastruktur. Gelder, die über die Wallet verwaltet werden, seien deshalb bei allen Nutzern sicher.
Security Update: We are responding to a security incident affecting part of our infrastructure.
At this time, we have identified no immediate threat to MetaMask wallets.
As a precaution, we are proactively exiting affected validators within our non-custodial staking operations,…
— MetaMask 🦊 (@MetaMask) September 30, 2026
Mit verminderten Einkünften müssten demnach Personen rechnen, die über MetaMask am Ethereum-Staking teilnehmen. Betroffen seien etwa auch Nutzer von Lido Finance, wie das Unternehmen kürzlich auf X mitteilte.
Aus Sicherheitsgründen beendet MetaMask das Staking über die nächsten Tage. Dieser Prozess soll sich noch bis zum 7. Oktober ziehen. Bis zur Wiederaufnahme des Stakings könnten Laut Lido bis zu 45 Tage vergehen.
Validatoren können während dieser Zeit keine Staking Rewards einnehmen. Zudem drohen Netzwerkstrafen.
Die genauen Hintergründe sind bislang nicht bekannt. So veröffentlichte MetaMask keinerlei Details. Unklar bleibt also, um welche Sicherheitsprobleme es sich genau handelt. Auch etwaige bereits entstandene Schäden sind nicht bekannt.
MetaMask ist die beliebteste Browser Wallet. Mehr als 100 Millionen Nutzer verwenden den Dienst rund um den Globus. 30 Millionen Menschen verwenden sie jeden Monat.
Trading-Protokoll NEAR Intents fällt Hack zum Opfer
Das Trading-Protokoll NEAR Intents gab gestern bekannt, zum Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Coins im Wert von 3,8 Millionen US-Dollar seien in die Hände von Cyberkriminellen gelangt. Um sich vor weiteren Verlusten zu schützen, schaltete man den Dienst kurzfristig ab.
“Heute Vormittag haben wir den Dienst von NEAR Intents eingestellt, nachdem ein Sicherheitsvorfall festgestellt worden war. Der Vorfall wurde durch einen Fehler in der Interaktion zwischen der Omni-Ein- und Auszahlungsinfrastruktur und dem Smart-Contract von NEAR Intents verursacht”, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.
Earlier today NEAR Intents services were stopped after a security incident was detected. The incident was caused by a bug in the Omni deposit and withdrawal infrastructure interaction with NEAR Intents smart contract.
The preliminary report indicates the total loss of…
— NEAR Intents (@near_intents) October 1, 2026
Die Betreiber des Handelsprotokolls gaben bereits bekannt, für sämtliche Schäden eine vollständige Kompensation zu leisten. Kurz nach dem Vorfall habe man die Sicherheitslücke bereits erfolgreich geschlossen.
Eine Stunde später war NEAR Intents wieder planmäßig erreichbar. Seit heute Nachmittag können Ein- und Auszahlungen mit elf betroffenen Kryptowährungen über die Omni-Bridge wieder wie gewohnt vorgenommen werden. Betroffen waren die Blockchains BSC, Polygon, TON, Optimism, Avalanche, Stellar, Monad, LayerX, Adi, Scroll und Plasma.
“Der Vorfall wurde den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, und wir arbeiten gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen Sicherheit und Blockchain-Analyse daran, die Gelder aufzuspüren und ihre Rückgewinnung zu erreichen. Ein ausführlicher Bericht wird in den kommenden Tagen veröffentlicht”, gaben die Entwickler bekannt.
Laut aktuellen Informationen ist die Identifizierung des verantwortlichen Hackers bereits gelungen. Alex Shevchenko von NEAR Intents kommuniziert mit diesem bereits und verhandelt über eine Rückgabe der gestohlenen Kryptowährungen.
Die Vorgehensweise des vorgeblich dezentralen Handelsprotokolls sorgte in der Krypto-Szene für Debatten über dessen tatsächliche Dezentralisierung. Mehrere Nutzer kritisierten, dass die erfolgte Abschaltung nur dank insgeheimer Zentralisierung möglich gewesen sei.
ESMA fordert mehr Kompetenzen, um Krypto zu regulieren
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (kurz ESMA) fordert mehr Kompetenzen, damit sie den Kryptomarkt nach ihren Vorstellungen angemessen regulieren kann – das gab die Börse Euronext kürzlich bekannt.
“Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde erklärte am Mittwoch, dass den europäischen Aufsichtsbehörden mehr Befugnisse eingeräumt werden sollten, um die Durchsetzung der Krypto-Vorschriften zu erleichtern, und dass die ESMA in der Lage sein sollte, Krypto-Unternehmen anzuweisen, Kryptowährungen einzufrieren, wenn sie begründeten Verdacht haben, dass diese mit Straftaten in Verbindung stehen”, heißt es in einer Pressemitteilung.
Auch nationale Regulierungsbehörden sollten demnach mehr Befugnisse erhalten. Dies solle dabei helfen, Betrugsmaschen, die ihre Einnahmen in Form von Kryptowährungen erzielen, zu bekämpfen.
Die aktuell notwendigen Prozesse seien zu langwierig, um Finanzkriminalität, Betrug und Terrorismusfinanzierung angemessen entgegenzutreten, argumentiert die ESMA. Auch die Werbemethoden der Blockchain-Firmen gelte es einzuschränken.
Weiter befürchtet die Aufsichtsbehörde, dass viele Unternehmen außerhalb der EU versuchen, MiCA zu missachten. Das Gesetz verlangt, dass Krypto-Dienstleister eine Lizenz innerhalb der Union erwerben, damit sie Kunden bedienen dürfen, die in der EU wohnhaft sind.
Die Forderungen seien im Zuge einer Konferenz über MiCA entstanden, an der neben Aufsichtsbehörden auch Zentralbanker teilnahmen. Verschiedene Behörden beklagten ungleiche Umsetzungen des einheitlichen EU-Gesetzes und fehlende Vollstreckung.
Diese drei Altcoins steigen jetzt enorm
Der Kryptomarkt zeigt sich im Wochentrend durchwachsen. Viele grüne und rote Zahlen sind zu entdecken. Marktführer Bitcoin notiert bei 85.520 US-Dollar nach einem Kursgewinn in Höhe von 2,08 Prozent.
Deutliche Gewinne legten verschiedene Altcoins hin. Spitzenreiter der Trends ist Quant (QNT). Schon letzte Woche belegte die Kryptowährung einen Top-Platz in den Trends. Über die letzten sieben Tage legt sie ihren Siegeszug fort. QNT liegt 161 Prozent im Plus und notiert bei 249 US-Dollar. Es handelt sich um eine Interoperabilitätsplattform.
Den zweiten Rang belegt Midnight (NIGHT). Midnight ist eine Layer-2-Blockchain, die zum Cardano-Netzwerk gehört. Im Gegensatz zu Cardano bietet sie native Vertraulichkeit. Der NIGHT-Token stieg um 93 Prozent auf 0,047 US-Dollar.
Auf dem dritten Platz findet sich Pump.fun (PUMP) ein. Der Token der gleichnamigen Memecoin-Plattform stieg um 45 Prozent auf 0,005 US-Dollar.
