Bitget Hack: Was der Verlust von 357 Mio. Dollar für Nutzer heißt

Das Wichtigste in Kürze

  • Bitget, eine der zehn größten Krypto-Börsen, ist gestern zum Opfer eines Hacks geworden, bei dem laut aktuellen Erkenntnissen Einlagen im Wert von 357 Millionen US-Dollar entwendet wurden.
  • Das Unternehmen sei nicht nachhaltig bedroht. Sicherheitsmaßnahmen griffen rasch und Teile der Beute wurden bereits eingefroren. Nutzer müssen laut Bitget keine Schäden erleiden, sondern erhalten vollständige Erstattungen. Auszahlungen sind derzeit deaktiviert.
  • Augenscheinlich handelt es sich um den neuesten Schlag der nordkoreanischen Hackergruppe Lazarus.

Bitget-Hack: Was der Verlust von 357 Mio. Dollar für Nutzer heißt

Die Krypto-Börse Bitget ist zum Opfer eines Hacks geworden – das gab die Geschäftsführerin Gracy Chen gestern Nacht über X bekannt. Unbefugte haben demnach Zugriff auf Hot Wallets des Unternehmens erlangt und dadurch rund 357 Millionen US-Dollar entwendet.

Bitget meldete zunächst einen Verlust unterschiedlicher Kryptowährungen im Wert von 351,6 Millionen US-Dollar. Analysten von Lookonchain korrigierten diese Einschätzung später nach oben.

“Am 24. September 2026 um 20.31 Uhr haben die Sicherheitssysteme von Bitget unbefugte Überweisungen aus einigen unserer Hot Wallets festgestellt. Unser Sicherheitsteam hat umgehend die Notfallprotokolle aktiviert”, gab Chen bekannt.

Trotz des schweren Verlusts sei die Lage sicher, erklärte Chen. Nutzer müssten keine persönlichen Verluste befürchten, da das Unternehmen eine Sicherheitsreserve in Höhe von 464 Millionen US-Dollar bereithält, durch die man die Schäden vollständig ausgleichen kann. Allerdings sind Auszahlungen aktuell abgeschaltet, was sämtliche Kunden betrifft.

“Auszahlungen sind weiterhin vorübergehend ausgesetzt, während wir zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen durchführen. Wir werden sie wieder freigeben, sobald wir sicher sind, dass dies ohne Risiko möglich ist”, schrieb Bitget heute Vormittag.

Darüber hinaus sei der Vorfall kurz nach seiner Feststellung am gestrigen Donnerstag gegen 20.31 Uhr deutscher Zeit beendet worden. Die IT-Sicherheit von Bitget setzte ein Notfallprozedere um, wodurch weitere Geldausgänge verhindert werden sollten.

Der Hack wurde bereits an Strafverfolgungsbehörden und Blockchain-Analysten gemeldet, um eine Verfolgung und Sperrung der Beute zu erreichen. Große Teile von Bitgets Rücklagen seien sicher, da sich diese auf Cold Wallets befinden sollen.

Diese Kryptowährungen entwendeten die Cyberkriminellen

Blockchain-Analysten von Lookonchain gehen laut neuesten Informationen von einem Schaden in Höhe von exakt 356,8 Millionen US-Dollar zum Zeitpunkt des Ereignisses aus. Neun verschiedene Kryptowährungen seien von den Cyberkriminellen erbeutet worden.

Der größte Teil davon bestand zunächst aus XRP – umgerechnet 157 Millionen US-Dollar. Kleinere Anteile in Form von Ethereum, USDT, USDC, USDT0, Tether Gold, BNB, Avalanche und Tron waren ebenfalls betroffen.

Einige der Coins haben die Hacker kurz nach ihrer Entwendung gegen weitere ETH getauscht, schreibt Lookonchain. Bitget arbeitet mit Sicherheitsexperten von SlowMist und Mandiant zusammen, welche die Beute auf den verschiedenen Blockchains bereits verfolgen.

Öffentliche Informationen belegen, dass ein sechsstelliger Betrag in Form des Stablecoins USDC bereits von Betreiber Circle eingefroren wurde. Ähnliche Maßnahmen seitens Tether sind gegenüber seinen drei betroffenen Token – USDT, USDT0 und Tether Gold – noch nicht umgesetzt worden.

Diese Details sind über den Bitget-Hack bekannt

Viele Details über den Bitget-Hack sind bislang unbekannt. So ist noch nicht abschließend geklärt, wie es Unbefugten gelingen konnte, den Zugriff auf die Einlagen der Krypto-Börse zu erlangen.

Die Krypto-Börse vermutet die Kompromittierung interner Systeme. Demnach war es Hackern augenscheinlich gelungen, auf Bitgets Systeme unbemerkt Schadsoftware aufzuspielen.

Auch die Identität der Hacker bleibt verborgen. Erste Experten vermuten dahinter jedoch die berüchtigte nordkoreanische Hackergruppe Lazarus. Bitget veröffentlichte bereits dieselbe Vermutung.

Bitget ist ein ursprünglich singapurisches Unternehmen, das seine Dienste seit 2018 bereitstellt. Inzwischen befindet sich der offizielle Sitz auf den Seychellen. Laut Angaben von CoinMarketCap zählt es mit einem täglichen Handelsvolumen von aktuell 1,1 Milliarden US-Dollar zu den zehn größten Krypto-Börsen der Erde.

Die gesamte Beute stamme aus drei verschiedenen Hot Wallets und einer Warm Wallet, die sich eigentlich unter dem exklusiven Zugriff von Bitget befinden sollten.

Noch im Verlauf des heutigen Tages soll ein Abschlussbericht erscheinen, der sämtliche verbleibenden Fragen beantwortet.

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8+ Jahre Erfahrung

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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