Wird IOTA der Angelpunkt des Web3?

physischer IOTA Coin

„Iota kann ein Haupttreiber des Web3 werden“ – so lautet Holger Köthers These. Doch was treibt ihn zu dieser Aussage und wie lässt sie sich begründen?

Macht IOTA die Blockchain obsolet?

Holger Köther ist kein unparteiischer Betrachter, sondern leitender Mitarbeiter der IOTA-Stiftung, die logischerweise die treibende Kraft hinter IOTA ist. Verkneifen sollte man sich den Ausdruck Blockchain, denn IOTA legt viel Wert darauf, dass eben keine Blockchain vorliegt, sondern der Tangle.

Die IOTA-Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, die nach wie vor an ihr Projekt glaubt. Dafür nennt sie auch Gründe. Ein altbekanntes Problem der ersten großen Blockchains – nämlich Bitcoin und Ethereum – sind die hohen Gebühren in Verbindung mit ellenlangen Transaktionszeiten.

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Dieses Problem will IOTA ganz konkret lösen. Seine Erfinder sahen die Problematik bei der Blockchain und schufen deshalb den Tangle. Auch sonst macht IOTA viele Dinge ganz anders als die Konkurrenz.

Ziel der Gründer war es, eine Alternative zur Blockchain zu schaffen. Denn Blockchains sind sehr limitiert aufgrund der Art und Weise, wie sie aufgesetzt sind. […] Iota ist dagegen ein System, dass parallel funktioniert […] Deswegen haben wir uns komplett von dem Blockchain-Ansatz getrennt.

Sagte Köther im Interview mit t3n. In der Tat sahen IOTAs Gründer 2014 ein Problem voraus, dass damals praktisch nicht existierte. Die Blockchains waren bei Weitem noch nicht so stark belastet wie heutzutage und die Gebühren ziemlich gering.

Mit ihrer weitsichtigen Einschätzung haben sie also ganze acht Jahre später recht behalten. Dennoch ist für IOTA nicht alles so rosig. Denn während das Projekt eine der ältesten DeFi-Plattformen darstellt, sind die Zeiten längst vorbei, in denen IOTA unter den Top 10 aller Kryptos liegt.

Tangle konnte Blockchain nicht ausstechen

Stattdessen überholten etliche neue Kryptowährungen IOTA und verweisen den Sonderling auf den aktuell 47. Rang. Unter den Aufsteigern befinden sich vorwiegend weitere Smart Contract Plattformen wie etwa Solana, Terra oder Avalanche. Sie alle besitzen eine Blockchain und geben als Grund ihrer Gründung genau die gleichen Punkte an wie IOTA.

Sie alle wollen die Probleme der Skalierbarkeit Ethereums gelöst haben und verlangen dabei nur geringe Netzwerkgebühren. Berechtigterweise gibt IOTA nicht auf, sondern macht weiter. Erst im Dezember berichtete Blockchainwelt über IOTA. Damals entstand eine Kooperation mit dem Immobilienunternehmen PropOps.

IOTA schafft Sprung auf 1,3 Milliarden Dollar Markt

Köther sieht im Tangle dennoch ganz erhebliche Vorteile. Eine davon liege in den unterschiedlichen Prinzipien begründet. Während eine Blockchain immer der Reihe nach funktioniert, kann eine Transaktion im Tangle gesondert behandelt werden.

Läuft also in einer Blockchain etwas falsch, muss eine Rückabwicklung bis zum Fehlerpunkt stattfinden, während der Tangle den einzelnen Fehler ohne Beeinflussung weiterer Transaktionen behebt.

Wird IOTA der König des Web3?

Im Vergleich zu den vielzähligen Konkurrenten stellt sich die Frage, warum IOTA keine wesentliche Position mehr einnehmen kann. Während inzwischen sogar der Spätzünder Cardano über Smart Contracts verfügt, kann IOTA dieses Element noch immer nicht anbieten.

Web3 funktioniert selbstredend nur mit Smart Contracts. Die fehlende Funktion ist also Grund genug für den relativen Misserfolg. Im Gegensatz zu Cardano konnte IOTA über die Jahre der Entwicklung keine so große Anhängerschaft an sich binden.

Damit fehlt IOTA eben auch der konkrete Anwendungsfall. Doch das soll sich noch dieses Jahr ändern. Durch das Utility-Update soll auch IOTA endlich konkurrenzfähig werden. Dann steht IOTA das Web3 offen und Köther vermutet, dass IOTA durchsetzungsfähig ist.

Ich denke, dass Iota einer der Haupttreiber des Web3 werden kann und eine der Hauptplattformen für Web3-Ökosysteme darstellen wird.

Sobald die nötige Erweiterung IOTA kompatibel für das Web3 macht, zieht es eine Menge Aufmerksamkeit auf sich, vermutet Köther. Einer der entscheidenden Gründe sei IOTAs Interoperabilität. Bridging zu anderen Blockchains sei dann nicht mehr nötig.

Niederlande testen IOTA

Eine weitere Stärke könnte IOTAs starke Regulierung sein. Was für Krypto-Enthusiasten zuerst negativ klingt, könnte IOTA zu staatlicher Adoption verhelfen. Köther selbst beschreibt die Regulierung der IOTA-Stiftung als äußerst streng.

Mit mehr als 190 Mitarbeitern besteht eine große Mannstärke bei der in Berlin ansässigen Stiftung. Ehrenamtliche Mitarbeiter gibt es natürlich auf den verschiedensten Flecken der Erde, denn auch IOTA ist ein quelloffenes Projekt. Eine rasche Entwicklung wäre in Zukunft demnach absolut denkbar.

Stolz ist IOTA auf die Verwendung in ein paar sehr spezifischen Bereichen, so als Teil des Projekts EnergieKnip.

EnergieKnip ist eine Aktion der niederländischen Stadt Emmen. Dort sind 50.000 Haushalte an ein privates Netzwerk angeschlossen, das auf IOTA basiert. Die Einwohner können bei der Beantwortung von Fragen Miota-Token erhalten, mit denen sie physische Geräte kaufen können, welche angeblich besonders energieeffizient sind.

IOTA ist es wichtig, zu erwähnen, dass die Auswertung der Daten vollkommen anonym passiert. Kein Nutzer soll identifiziert werden können und die Behörden haben lediglich auf die Gesamtergebnisse Zugriff.

Am Ende soll dieses Projekt dazu dienen, Daten der persönlichen Energienutzung auszuwerten und so die Grundlage für einen geringeren Energieverbrauch schaffen. Weitere Informationen zu IOTA findest du in unserer IOTA Prognose bis 2025.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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