Der Blockchainwelt Wochenrückblick

In Sachen Bitcoin-Kurs gibt es positive Nachrichten zu vermelden. BTC und ein Großteil des Kryptomarktes befindet sich aktuell in der Erholungsphase. Weitere Meldungen der Woche sind durchwachsen. Vor allem der Verzicht Großbritanniens auf KYC-Maßnahmen im Umgang mit Wallets macht Hoffnung.

Drei physische Bitcoin Münzen stehend und liegend

Das Wichtigste in Kürze

  • Kryptomarkt erholt sich von letzten Einbrüchen
  • Großbritannien lehnt FATF Travel Rule ab
  • Cardano-Upgrade Vasil auf Ende Juli verschoben
  • Coinbase verwirft Coinbase Pro

Großbritannien lehnt Travel Rule der FATF ab

Bereits im Juni 2019 veröffentlichte die FATF mit der Travel Rule einen neuen Standard für den Umgang mit Kryptowährungen. Erst in diesem Jahr machte dieser Standard große Schlagzeilen. Der Grund dafür ist die zunehmende Umsetzung der Regel in Jurisdiktionen.

Während, wie Anfang des Monats bereits berichtet, in Deutschland längst eine Variante der Regel mit dem Namen Kryptowertetransferverordnung existiert, arbeiten andere Staaten noch an der Umsetzung. Auch die EU entwickelt mit der TFR eine eigene Version, die strikter werden soll als alle Vorläufer.

Aus Großbritannien kommt nun überraschend eine prinzipielle Ablehnung der Idee. Das bedeutet: Nutzer im Vereinigten Königreich laufen nicht Gefahr, den Sender oder Empfänger einer Transaktion jemals angeben zu müssen.

Als besonders kritisch betrachten die britischen Behörden Schwachstellen für die Datensicherheit. Durch ständige Identifizierungen wächst auch die Chance für unabhängige Angreifer, empfindliche Daten erbeuten zu können.

Ohnehin gelten Gesetze, welche eine so strenge Überwachung der Kryptowelt vorsehen, als fragwürdig. Nicht umsonst findet der deutsche Ableger der Travel Rule keine praktische Anwendung.

Die Kryptowertetransferverordnung scheitert nicht nur an steigendem monetären Aufwand für die betroffenen Betriebe, sondern auch an der praktischen Unmöglichkeit, eine non-custodial Wallet zuverlässig zu identifizieren.

Ähnliche Gesetze trifft womöglich das gleiche Schicksal. Ob der Unterschied zwischen Großbritannien und Staaten, welche die Standards der FATF implementieren, letztlich überhaupt existiert, zeigt die Zukunft. Gewiss ist aber, dass eine derartige Schikane auf britischen Plattformen schon rein planmäßig nicht erfolgt.

In Großbritannien keine KYC-Pflicht für Krypto-Wallets

Christine Lagarde fordert strengere Krypto-Regulierungen durch EU

Die Direktorin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, kann von kontrollsüchtigen Regularien der EU gar nicht genug bekommen. Deshalb fordert sie, Lending und Staking gehöre unter die Kontrolle von EU-Behörden gestellt.

Viele Lending-Plattformen sind zentralisierte Dienste und daher tatsächlich anfällig für staatliche Bestimmungen.

Als Rechtfertigung für diese Forderung dient einerseits der Terra-Crash und andererseits der drohende Kollaps des Celsius Netzwerks. Genau das antizipierte die Krypto-Szene im Vorfeld.

Lagarde fordert weitere Regulierung des Kryptomarktes

Cardano verschiebt Vasil auf Ende Juli

Mit dem Namen Vasil bezeichnet Cardano ein wichtiges Upgrade, das man auf Ende Juli verschiebt. Eigentlich wollte man die Aktualisierung bereits am 29. Juni durch einen Hard Fork auf das Mainnet bringen, scheitert nun aber an mehreren Fehlern, die weiterhin bestehen.

Man plant, alle Fehler bis Juli zu beheben. Dann soll das Upgrade erfolgen, welches die Nutzung von Smart Contracts auf der Cardano-Blockchain verbessert und zudem das Pipelining implementiert.

Dadurch erfolgt die Ausgabe von Blöcken nicht mehr spontan, sondern planmäßig. So kommt es zu konstanteren Blockzeiten und weniger Verzögerungen zwischen den einzelnen Blöcken, sodass die Skalierbarkeit erneut wächst.

Coinbase verwirft Coinbase Pro

Die Krypto-Börse Coinbase verwirft das Premium-Programm Coinbase Pro. Schuld daran ist wohl die zunehmende Annäherung beider Dienste aneinander. Laut offiziellen Angaben sei der Unterschied zwischen dem kostenlosen Standard- und dem kostenpflichtigen Premiummodell derweil so gering, dass es die zwei verschiedenen Angebote nicht mehr benötigt.

Was hierzulande nach keiner großen Nachricht klingt, ist für einige US-Amerikaner eventuell ein einschneidendes Ereignis. Coinbase verfügt über eine New Yorker Bitlicense und ist daher sogar Nutzern aus New York zugänglich.

Diesen stellte man mit Coinbase Pro die Möglichkeit bereit, eine Krypto-Börse mit mehr Handelsoptionen zu gebrauchen. Stop Order und Limit Order sind auf der kostenfreien Variante bislang nicht möglich.

Bei vielen der größten Krypto-Börsen sind diese Funktionen generell Normalität.

Coinbase Pro wird eingestellt

Wo steht der Kryptomarkt Ende Juni 2022?

Im letzten Wochenrückblick war die Bewegung des Kryptomarktes das wesentliche Ereignis. Nun erfolgen bereits die ersten Erholungen. Der Bitcoin steigt innerhalb von sieben Tagen um 18,3 Prozent und somit von 18.000 auf 21.450 US-Dollar.

Bitcoin im 7-Tage-Trend 26. Juni 2022
Bitcoin im 7-Tage-Trend.

Beinahe sämtliche der Top-100-Kryptowährungen verzeichnen zweistellige prozentuale Gewinne. Wochensieger ist der Token der Lending-Plattform Compound, der in sieben Tagen um ganze 92 Prozent stieg. Etliche Verfolger sind COMP aber dicht auf den Fersen.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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