Der Blockchainwelt Wochenrückblick

Noch im letzten Wochenbericht waren die Entwicklungen der Kryptobranche vielzählig. In den letzten sieben Tagen dominiert hingegen ein bestimmtes Thema: Der Crash des Kryptomarktes, insbesondere das Fiasko des Terra-Ökosystems. Trotz negativer Stimmung gibt es auch positive Nachrichten.

Drei physische Bitcoin Münzen stehend und liegend

Das Wichtigste in Kürze

  • das Terra-Ökosystem kollabiert komplett
  • Steuern auf Kryptowährungen nach einem Jahr in Deutschland steuerfrei
  • Kryptowährungen in Kuba auf dem Vormarsch
  • Bitcoin-Gerichtsurteil in China bildet Zäsur
  • negative Stimmung am Kryptomarkt setzt sich fort

Terra (LUNA) erleidet kompletten Wertverlust

Bereits zum Ende der vergangenen Woche zeichnete sich ein Krypto-Crash ab, der durch die wiederholte Erhöhung des Leitzins in diesem Jahr seitens der US-Zentralbank FED seinen Anfang nahm. Blockchainwelt berichtet.

Luna Kurs Crash Mai 2022
LUNA: 7-Tage-Trend zum Zeitpunkt des Crashs

Im Verlauf der folgenden Tage stürzte die Kryptowährung LUNA und der native Stablecoin des Ökosystems: TerraUSD (UST). Anfänglich waren die Schwankungen nicht sehr groß. Durch vermehrte negative Meldungen über UST, schien das Vertrauen in den algorithmischen Stablecoin nachzulassen.

Dann fluteten unzählige Nutzer den Markt mit günstigen Verkäufen und sorgten so für einen anhaltend geringen Kurs der Währungen, der die Dollarbindung des UST schließlich aus den Angeln hob.

Was folgte, war ein Zusammenbruch des gesamten Ökosystems. LUNA verlor seinen Wert nahezu komplett. Seitdem gab es auch erhebliche Wertgewinne, ein Normalzustand ließ sich trotz mehrerer Versuche bislang jedoch nicht wiederherstellen.

Abflüsse in Millionenhöhe lösten Misstrauen in Terra aus

Dank der transparenten Bitcoin-Blockchain kann man sehen, dass es im Vorfeld des Zusammenbruchs große Geldverschiebungen gab. Die Gelder stammten von der Luna Foundation Guard (LFG).

Ziel der Organisation war es eigentlich, das Terra-Ökosystem zu stabilisieren, indem sie große Mengen an Bitcoin und weiteren Kryptos erwarb. Do Kwon will Terra zum größten Bitcoin-Halter „neben Satoshi Nakamoto“ machen.

Do Kwon ist Kopf der Stiftung und Terra-Mitgründer. Nachdem die Geldflüsse erstmals bekannt wurden, entstanden Gerüchte um die Hintergründe. Möglicherweise verlieh Do Kwon Eigentum der Stiftung an Großinvestoren, welche durch einen massiven Abverkauf eine Abwärtsspirale entfesselten und so den Zusammenbruch erzeugten.

Spekulierten die Großinvestoren auf dieses Ereignis, wären enorme Gewinne für sie möglich gewesen. Gerüchte besagen, dass BlackRock und Citadel hinter den Tätigkeiten stehen. Die beiden Finanzunternehmen lehnen diese Behauptung ab.

Die LFG war also in der Lage dazu, den Beginn des Crashes zu verursachen. Die Stiftung wird – anders als Terra – nicht von der Nutzergemeinschaft administriert. Folglich machte sich Kritik an übermäßiger Zentralisierung breit.

Ob die anfänglich geringen Kursbewegungen tatsächlich auf diese Weise entstanden, ist weiterhin fraglich. Sicher ist, dass letztlich eine Massenpanik zum Kollaps des Ökosystems führte.

Stablecoins nach Terra-Crash infrage gestellt

Vielzählig ist die Kritik an Terra. Nutzer beklagen sich über vermeintliche technische Unzulänglichkeiten. Allerdings ist die Stabilität einer Währung im Fall einer solchen Panik unmöglich zu wahren.

Dennoch äußert sich auch Do Kwon negativ über seine Erfindung.

Ich glaube immer noch, dass eine dezentrale Ökonomie eine dezentralisierte Währung benötigt – doch es ist klar, dass UST in seinem aktuellen Zustand nicht diese Währung sein wird.

Die extreme Angst der Nutzer breitete sich sogar auf USDT aus. Der größte Stablecoin ist gleichzeitig die mit Abstand am stärksten gehandelte Kryptowährung. Zeitweise sank USDT auf 95 Cent.

Um derartige Einbrüche vermeiden zu können, müsste man den freien Markt einschränken, indem man Geldflüsse in eine bestimmte Richtung unterbindet. Die von Kryptos vorgesehene Neutralität untersagt solche Maßnahmen.

Auch ein Stablecoin ist niemals unerschütterlich. Politiker nutzen die Situation bereits, um eine Regulierung von Stablecoins zu fordern.

Terra-Crash: Fand ein Angriff von Blackrock oder Citadel statt?

Steuern auf Krypto und Erträge nach einem Jahr steuerfrei

Schon vor mehreren Wochen gab es erste Informationen, nach denen die Möglichkeit auf eine Verlängerung der Krypto-Haltefrist auf zehn Jahre entfällt. Seit wenigen Tagen ist es nun amtlich.

Demnach ist es nicht nötig, auf Kryptowährungen in Deutschland Steuern zu zahlen, sofern diese länger als ein Jahr gehalten werden – auch dann nicht, wenn sie während dieser Zeit durch Lending oder Staking ein passives Einkommen erzeugen.

Sogar die Erträge unterliegen im Normalfall keiner Steuer. Zu Abweichungen kommt es nur dann, wenn eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt.

Bundesweites Krypto-Steuergesetz – Die Haltefristverlängerung fällt!

Krypto-Adoption in Kuba erfolgreich, doch in Gefahr

Nur drei Jahre, nachdem das mobile Internet Kuba erreicht, gewinnen Kryptowährungen rasant an Popularität auf der Pazifikinsel, so berichtet NBC. Demnach nimmt die Krypto-Adoption im kommunistischen Staat so schnell zu, wie aktuell nirgendwo sonst.

Bereits in der Vergangenheit zeigte sich an mehreren Beispielen, dass es nicht staatliche Anreize sind, welche Kryptowährungen für die breite Masse interessant machen, sondern ein praktischer Nutzen.

Oft wird dieser durch eine unzulängliche nationale Währung verursacht. Zwar stürzte der kubanische Peso im Januar 2021 gegenüber dem Euro deutlich, Monate später werden Kryptowährungen jedoch durch eine andere Situation immer beliebter.

Kuba ist US-Sanktionen ausgesetzt und viele Zahlungsdienstleister, die anderswo alltäglich sind, lassen sich auf Kuba nicht einmal nutzen. Explizite Erwähnung finden im Bericht die Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard sowie die Zahlungsdienstleister PayPal, Zelle oder die Bank Revolut.

Durch Kryptowährungen gelingt es den Kubanern jedoch, Zahlungen auch ohne diese Dienste zu realisieren. Überdies lassen sich sogar Sanktionen umgehen. Der kubanische Staat unterstützt zwar die Umgehung der US-Sanktionen, die Unantastbarkeit der Kryptos ist ihm jedoch ein Dorn im Auge.

Daher beschloss Kuba, dass Betriebe eine Lizenz brauchen, sofern sie mit Kryptowährungen zu tun haben. Das schließt auch Betriebe ein, die einfach nur Zahlungen mit Kryptos akzeptieren möchten.

Der Erfolg von Krypto in Kuba

Bitcoin in China wieder im Aufwind?

Seit 2021 bekämpft China Kryptowährungen offen. Bereits 2013 kam es erstmals zu Verboten von Kryptos, die man in den anschließenden Jahren jedoch lockerte. Im September 2021 erfolgte schließlich ein vollumfängliches Verbot von Kryptowährungen.

Anscheinend ist eine Rückkehr des ehemals wichtigsten Bitcoin-Mining-Landes nicht ausgeschlossen. Das Oberste Volksgericht in Shanghai teilte auf seinem offiziellen WeChat Kanal mit, dass der Bitcoin eine Wertanlage sei, die unter dem Schutz der chinesischen Gesetze stehe.

In der Praxis hat sich das Volksgericht eine einheitliche Meinung über die rechtliche Stellung von Bitcoin gebildet und sie als virtuelles Eigentum eingestuft.

Die Kryptowährung habe einen wirtschaftlichen Wert und genieße besonderen Schutz, da sie als Eigentum einzustufen ist. Das Gerichtsurteil entstand, nachdem ein Kläger die Rückzahlung eines Bitcoins gefordert hatte, den ihm eine andere Person zuvor entwendete.

Genaue Details zur Entwendung des Bitcoin sind unklar. Laut Expertenmeinung wird das Urteil künftig eine signifikante Rolle bei weiteren Gerichtsverfahren spielen.

Neues Urteil – Bitcoin durch chinesisches Recht geschützt

Wo steht der Kryptomarkt Mitte Mai 2022?

Das große Augenmerk der aktuellen Entwicklungen liegt auf dem Terra-Debakel. Noch am 8. Mai belegte der DeFi-Coin LUNA den achten Platz aller Kryptowährungen. Inzwischen rutschte LUNA mehrere Hundert Plätze ab, konnte seit einem neuen Allzeittief am 13. Mai aber wieder 1.737 Prozent gewinnen.

LUNA Gewinne nach Crash

Aktuell belegt LUNA auf CoinMarketCap den 206. Rang. Die eingetragenen Daten scheinen teilweise fehlerhaft. Auch CoinGecko hat möglicherweise Schwierigkeiten mit präzisen Informationen, verortet die Währung aber noch auf dem 38. Rang nach Marktkapitalisierung.

Der Bitcoin liegt bei einem Kurs von rund 29.600 US-Dollar. In den letzten zwei Tagen gelang kurzzeitig ein Sprung über die wichtige 30.000 US-Dollar Marke. Der gesamte Kryptomarkt zog nach und stieg. Viele Kryptos sind jedoch immer noch deutlich von altbekannten Werten entfernt.

Bitcoin 7 Tage Trend 15. Mai 2022
Bitcoin im 7-Tage-Trend
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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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