Ist BitGo der erste Schritt zur Blockchain-Bank?

BitGo könnte so etwas wie der Start einer Blockchain-Banking Ära sein. Das Blockchain-Security- und Kryptowährungs-Custody-Unternehmen hat in den vergangen Monaten einiges in die Wege geleitet, damit sich besonders die skeptischen institutionellen Anleger auf den dezentralen Märkten heimischer fühlen können.

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BitGo bietet mit Banken vergleichbare Funktionen

Das Unternehmen wurde 2013 von Mike Belshe und Ben Davenport in Palo Alto, Kalifornien, gegründet. Es ist in erster Linie eine Software und Security und Custody Unternehmen im Bereich Krypto und Blockchain. Dennoch wird das Unternehmen immer wieder mit einer Bank verglichen. Dieser Vergleich rührt daher, dass sie einige Funktionen und Dienste bieten, die stark an den Service einer Bank erinnern. Dazu gehören:

  • Krypto-Asset Versicherungen: Das Unternehmen bietet Versicherungen für Krypto-Assets gegen Diebstahl oder dem Verlust der Private Keys. Gedeckt sind Assets im Wert von bis zu 100 Millionen US$. Die Versicherung läuft über den Lloyds of London Versicherungsmarkt. Hierbei handelt es sich um einen Marktplatz, bei dem Versicherungsverträge an Versicherer verkauft werden können. Einer der Unterzeichner der BitGo-Versicherung soll AmTrust Financal Services sein.
  • Cold-Storage: Das Unternehmen bietet an die Kryptowährungen ihrer komplett im Cold Storage aufzubewahren. Diese werden in Banktresoren der Klasse III hinterlegt.
  • FDIC kompatibel: Die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) ist eine Bundesbehörde der USA. Sie reguliert Banken und versichert die meisten privaten Bankkonten des Landes.

BitGo und Genesis Global Trading Kooperation für neue Trading-Möglichkeiten

Cold Storage ist eine gute Möglichkeit, um Krypto-Assets sicher zu verwahren. Wenn es jedoch um das Trading geht, kann das ein Hindernis sein. Der Handel läuft zeitverzögert und ist mit Kontrahenten und Abwicklungsrisiken verbunden. Käufer und Verkäufer müssen sich zunächst auf einen Preis einigen. Nachdem der Käufer die Bezahlung eingeleitet hat, holt der Verkäufer seine Assets aus dem Cold Storage. Für Trader, die bisher auf traditionellen Märkten wie der Wall Street gehandelt haben, ist das ein sehr ungewöhnliches, wenn nicht unvorstellbares Bild.

BitGo geht dieses Problem an und hat sich dazu mit dem Direkthandel-Spezialisten Genesis Global Trading zusammengetan. Damit können institutionelle Anleger, die digitale Assets bei BitGo-Custody gespeichert haben, die Genesis Plattform für ihre Trades nutzen.

Das Besondere dabei ist die Umsetzung des Handels. Sind sich Käufer und Verkäufer einig, sperrt BitGo die Krypto-Assets und hält sie zur Weitergabe bereit. Dadurch wird gleichzeitig eine Banküberweisung vom Verkäufer-Konto eingeleitet. Sobald die Überweisung erfolgt ist, wird die Krypto-Überweisung ausgewiesen. In diesem Szenario müssen die Coins nicht mehr die Lagerung verlassen. Dieser Schritt würde andernfalls bis zu 24 Stunden Wartezeit erfordern.

BitGo zeigt, dass sie mehr als nur die reine Verwahrung von Krypto-Assets können. Dabei ist das Unternehmenjedoch nicht der erste, der sich in diese Richtung bewegt. Der Rivale Custodian Kingdom Trust hat es bereits in ähnlicher Weise mit der Handelsfirma OTCXN Ende 2018 vorgemacht.

Sind Stablecoins eine weitere Option?

Ein natürlicher nächster Schritt wäre der Einsatz von Stablecoins. Dadurch könnte die Parität zwischen Fiat-und Kryptowährung aufrechterhalten und ein nahtloser Übergang zwischen traditionellem und modernen geschaffen werden. Würden BitGo und Genesis sich darauf einigen einen Stablecoin als Tauschmittel einzusetzen, könnte dieses Modell aufgehen. Durch diese Überbrückung wären Trader nicht mehr an die üblichen Bankzeiten gebunden, sondern könnten ihre Transaktionen von Krypto und Fiat rund um die Uhr durchführen.

Die größte Hürde bei der Umsetzung wäre dabei geeignete Banken mit entsprechend gutem Rating zu finden, die sich auf eine solche Kooperation einlassen würden. Experten glauben, dass es jedoch nur eine Frage der Zeit ist, bis die großen Banken sich auf die digitale Unternehmen und ihre Ideen einlassen.

BitGos Einstieg in den Security Token Markt

Ein weiterer Markt, den BitGo seit Kurzem bedient sind Security Token. In einer Pressemitteilung vom 19. März 2019 kündigte das Blockchain-Security und Wallet-Service Unternehmen an den BCAP-Token von Blockchain Capital zu unterstützen. Der BCAP-Token ist ein Security Token, der auf der Ethereum Blockchain basiert und im April 2017 über eine ICO, die 10 Millionen US-Dollar einbrachte, auf den Markt kam. Laut Pressemitteilung ist BCAP das weltweit erste verkaufte Security Token, dass über eine ICO finanziert wurde.

Laut der Ankündigung werden die Anwender nun ihre BCAP Token mit der BitGo Trust Company holden können, einem qualifizierten und regulierten Depot. Sie soll speziell für Security Token konforme Verwahrungsoptionen bieten. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen die Wallet-Sicherheit, indem sie Multi-Signature einführte. Zum Anbieter