Visa B2B Connect | Entwicklung eines Blockchain-basierten ID-Systems

Der Zahlungsdienstleister Visa entwickelt zum aktuellen Zeitpunkt das Blockchain-basiertes Identitätssystem Visa B2B Connect, welches für grenzübergreifende Zahlungen verwendet werden soll. Im Zuge der Entwicklung kooperiert Visa mit IBM und strebt einen Marktstart während des ersten Quartals 2019 an.

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Visa B2B Connect @visa.com

Visa B2B Connect soll grenzübergreifende Transaktionen erleichtern

Aus einem Pressebericht vom 21. Oktober 2018 geht hervor, dass der Zahlungsdienstleister Visa einen eigenen Blockchain-basiertes System für grenzübergreifende Transaktionen entwickelt. Bei diesem System handelt es sich um Visa B2B Connect. Im Zentrum des Systems steht die Identitätskontrolle. Dabei ist Visa B2B Connect vor allem für Finanzinstitute gedacht und offeriert eine Blockchain-basierte Lösung, um Transaktionen ins Ausland schneller zu verifizieren. Insbesondere die Tokenisierung sensitiver Daten – etwa Details der Bankkonten sowie deren IBAN – trägt dazu bei, die Daten auf der Plattform sicher zu verschlüsseln.

Kevin Phalen, der Vorstand der Visa Business Solutions, sieht in dem System eine Möglichkeit, Betrugsfälle zu unterbinden. Insbesondere die digitale Identität von Visa B2B Connect ermöglicht die Bekämpfung von Betrug und Manipulation im Zahlungsverkehr. Zudem unterstützt das System bei der Einhaltung der strengen Compliance-Regeln im Finanzsektor. Technisch basiert B2B Connect auf dem Hyperledger Fabric Framework. Diese technische Grundlage wird durch Visa spezifiziert, sodass sich schlussendlich ein skalierbares und reguliertes Netzwerk für den Finanzsektor ergibt.

B2B Connect soll den Zahlungsverkehr revolutionieren

Das Potenzial von B2B Connect wird nicht nur von Visa gesehen. Mit Jason Kelley, dem Geschäftsführer von IBM Blockchain Services, hat das System einen renommierten Unterstützer gefunden. Laut Kelley handelt es sich um eines der aussichtsreichsten Blockchain-basierten Systeme zur Transformierung des Zahlungsverkehrs. Grundsätzlich hat IBM bei der Entwicklung von Hyperledger Fabric beigetragen und spricht dieser Blockchain ein entsprechend großes Potenzial zu.

Neben IBM hat vor allem das Fintech Bottemline Technologies – ein junges Startup, dass bereits heute mehr als 1.200 Klienten aus der Finanzbranche betreut – an der Entwicklung des Systems mitgewirkt. Laut Bottemline Technologies wird B2B Connect der Türöffner für eine gegenseitige Kooperation zwischen verschiedenen Finanzinstitutionen sein. Bereits im letzten Monat wurde bekannt, dass die viertgrößte Bank Thailands, die Kasikornbank, der VISA-B2B-Connect-Initiative für grenzübergreifende Zahlungen beigetreten ist. Demnach ist die Kasikornbank die erste Bank Thailands, die auf die Blockchain-Technologie zurückgreifen wird. Vor allem das steigende Maß an Sicherheit, die Vereinfachung der Verwaltung und die Distributed Ledger Technologie wird als Vorteil des neuen Systems identifiziert. Zudem sieht der Geschäftsführer der Kasikornbank, Siriporn Wongtriphop, in der Nutzung von B2B Connect eine Möglichkeit, um eine marktführende Rolle einzunehmen.

Laut Visa wurde B2B Connect bereits im Jahr 2017 vorgestellt. Während der Entwicklung griffen die U.S. Commerce Bank, die Shinhan Bank (Südkorea), die Union Bank of Philippines und die United Overseas Bank (Singapore) auf das System zurück und veranlassten zahlreiche Pilotzahlungen. Ziel dieses Vorgehens waren umfangreiche Tests, welche das System schneller bis zur Marktreife entwickeln sollten. Trotz der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Blockchain-Technologie haben die Zahlungsdienstleister Visa und MasterCard Kryptowährungen und Initial Coin Offerings als besonders risikoreiche Anlageklasse identifiziert. In Zukunft werden diese in die Gruppe der „High-Risk Securities Merchants“ eingeordnet, sodass ein zusätzliches Monitoring bei Benutzung dieser Anlageklasse erforderlich wird.