Ubisoft überdenkt die Entwicklung von Blockchain-Applikationen

Der französische Spieleentwickler Ubisoft befasst laut eines Berichts mit dem Potenzial von Blockchain-Applikationen im Gaming-Bereich. Mithilfe dieser neuartigen Technologie möchte das Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im hart umkämpften Spielemarkt generieren. 

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Ubisoft setzt sich mit dem Potenzial der DLT auseinander

Ein Bericht der französischen Wirtschaftszeitschrift Les Échos vom 11. Juni 2019 verdeutlicht, dass sich der größte Spieleentwickler Europas, Ubisoft Entertainment SA, mit dem Potenzial der Blockchain-Technologie beschäftige. Dementsprechend habe sich das Unternehmen bereits seit mehreren Monaten mit potenziellen Anwendungsgebieten auseinandergesetzt und eines für die Implementierung einer Applikation identifiziert. Demnach plane das französische Unternehmen die Vermarktung von In-Game-Objekten oder -Accessoires auf eine eigenständige Blockchain (Was ist Blockchain?) auszulagern. Dabei stehe die nachhaltige Monetarisierung dieser Objekte im Fokus. 

Des Weiteren verdeutlicht der Bericht, dass es bei diesem Modell deutliche Ähnlichkeiten zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Spiele gebe. Diese Rede ist vom Videospiel Fortnite, welches von Epic Games entwickelt wurde und kostenlos zu erwerben ist. Obwohl das eigentliche Spiel kostenlos ist, haben Spieler stets die Chance, virtuelle Inhalte gegen ein Entgelt zu erwerben. Hierdurch ließe sich der Charakter individualisieren und ausstatten. Der Einsatz einer Distributed Ledger Technologie sorgt zudem dafür, dass die Spieler die Eigentumsrechte an dem gekauften virtuellen Zubehör erwerben. 

Spieler erwerben Eigentum an virtuellen Objekten 

Insbesondere im Vergleich zum erfolgreichen Fortnite offenbart sich ein entscheidender Vorteil, denn die Spieler erwerben das Eigentum an einem virtuellen Objekt. So entspricht der Kauf eines Ausrüstungsgegenstandes im Spiel von Epic Games dem Verlust eines Investments, da dieser im Spiel gefangen ist. Durch die Nutzung einer Blockchain erhielte das digitale Objekt dahingegen eine physische Existenz. Dementsprechend hätten die Spieler im Nachgang auch die Möglichkeit, einen gekauften Ausrüstungsgegenstand zu verkaufen. 

Wie der Bericht von Les Échos verdeutlicht, habe eine anonyme Quelle bereits bestätigt, dass der französische Spielehersteller für die entsprechende Applikation auf die Ethereum-Blockchain setze.

Zudem befinden sich die Arbeiten bereits heute in einem fortgeschrittenen Stadium. Unklar ist bisher, ob sich die Bemühungen im DLT-Sektor ausschließlich auf neue Entwicklungen bezögen. Aufgrund der zahlreichen etablierten Spiele sei es durchaus möglich, dass Ubisoft auch den virtuellen Inhalt anderer Spiele auf die geplante Blockchain-Anwendung bringe. Wie das Finanzmagazin hervorhebt, berge die zweite Option jedoch weniger prozessuale und finanzielle Risiken. Schlussendlich gäbe es jedoch keinen festen Zeitplan für die Entwicklung der entsprechenden Anwendung und der Spieleentwickler prüfe weiterhin die Möglichkeiten. Bis zur Einführung einer entsprechenden Lösung erwarten die Experten jedoch, dass der französische Staat die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Blockchain-Technologie weiter spezifiziere. Da Ubisoft ein börsennotiertes Unternehmen ist, könnte die öffentliche Bekanntgabe eines DLT-basierten Produkts eine unvorhersehbare Reaktion am Markt hervorrufen. 

Der Spielemarkt gilt grundsätzlich als interessant für DLT-basierte Geschäftsmodelle. So gab das Startup Animoca Brands im Frühjahr dieses Jahres die Lizenzierung der Formel-1-Rechte bekannt. Demnach plane das Unternehmen die Entwicklung eines neuen Rennspiels auf Basis eines dezentralen Ledgers. Die Entwicklung könnte in Zusammenarbeit mit Atari erfolgen. Im Februar 2018 verdeutlichte der amerikanische Spielehersteller Atari, welche Auswirkungen die Bekanntmachung eines Investments in Kryptowährungen haben kann. So stieg der Börsenwert des Unternehmens nach der Bekanntgabe über ein Investment in Kryptowährungen um mehr als 60 Prozent.