Was ist Play to Earn? – Die Blockchain-Revolution im Gaming

Play to Earn

Die Gaming-Industrie ist einer der größten Wachstumsmärkte in der Realwirtschaft. Insbesondere die Corona-Pandemie hat die Spieler in die virtuelle Realität geführt. Immer mehr Entwicklerstudios verabschieden sich allerdings vom klassischen Tripple-A-Titel, der zu einem Fixpreis verkauft wird. Stattdessen veröffentlichen die Studios kostenlose Spiele, welche mit In-Game-Käufen monetarisiert werden. Oftmals reden die Spieler hier von „pay to play“ oder „pay to win“.

Ein komplett neuer Ansatz, der insbesondere dank der Blockchain-Technologie an Relevanz gewinnt, ist „play to earn“. Doch wie funktioniert dieser Ansatz überhaupt? Welche Spiele basieren auf dem Play-to-Earn-Geschäftsmodell und welchen Mehrwert bietet dieses für die Spieler?

Die Evolution im Gaming

In den vergangenen Jahren hat sich aus Sicht der Spieler eher lästiger Trend etabliert, denn immer mehr Entwickler führen In-Game-Käufe in den eigenen Spielen ein. Dabei setzen einige Studios auf in der Basis kostenlose Spiele. Andere Entwickler – bekannt dürfte hier vor allen Electronic Arts sein – bieten in Vollpreistiteln sogar zusätzliche In-Game-Käufe an. Hierbei gibt es oftmals einen bitteren Beigeschmack für die Spieler, denn Spieler die zusätzliches Geld investieren, kommen besser im Spiel voran und profitieren von besseren Funktionen. Beispielsweise bei FIFA können Spieler seltenere Spieler erhalten und haben somit einen Vorteil gegenüber den anderen Spielern.

Allerdings ist dies nur der Status Quo, denn die Geschäftsmodelle im Gaming haben sich mit dem technologischen Fortschritt sowie der verbesserten Verfügbarkeit neuer Technologien im Massenmarkt stets weiterentwickelt. So haben die Spieler in den siebziger Jahren noch an Acarde Machines in Spielehallen gespielt.

Arcade Machines
Arcade Machines waren der Anfang des modernen Gamings

Heutzutage wächst das Mobile Gaming in einer rasanten Geschwindigkeit. Doch zeitgleich gewinnen umfangreiche Titel mit einer immersiven Spielerfahrung an Zulauf bei den Spielern. Es gibt schlicht und ergreifend für jede Plattform Spiele, welche die Anforderungen der Spieler erfüllen.

Free-to-Play ist das Geschäftsmodell mit dem stärksten Wachstum

Auch heute gibt es noch zahlreiche Entwicklerstudios, die neue Spiele veröffentlichen und für einen Fixpreis von etwa 60 € verkaufen. Blicken wir auf die Konsolenmärkte, dann zeigt sich, dass dies noch immer eine gigantische Industrie ist. Allerdings hat auch das Free-to-Play-Modell seinen Charme.

Spieler können direkt in eine neue Welt starken, ohne ein Investment in die Software tätigen zu müssen. Stattdessen heißt es herunterladen, installieren und loslegen. Die Erfahrung im Spiel ist zwar limitiert, denn die weiterführenden Inhalte kosten Geld oder In-Game-Währungen sind notwendig, um ohne zeitliche Einschränkung spielen zu können. Wer weiterkommen möchte muss hier bezahlen. Auch spezielle Ausstattung muss im erworben werden, um den eigenen Charakter zu verbessern oder zu individualisieren.

Fortnite Gaming
Fortnite ist einer der beliebtesten Free-to-Play-Titel am Markt

Blicken wir auf den aktuellen Gaming-Markt, dann sind einige der wichtigsten Spiele in der Basis kostenlos. Besonders bekannt ist etwa Fortnite, welches etwa für 1,8 Milliarden US-Dollar an Umsatz verantwortlich ist. Das komplette Grundspiel ist kostenlos, doch Individualisierungen für den eigenen Charakter kosten Geld – und hier geben die Spieler gerne Geld aus. Auch League of Legends oder Hearthstone sind vergleichbare Schwergewichte der Branche. Insgesamt zeigt sich aber, dass das Free-to-Play-Modell ein sinnvolles Upgrade für die gesamte Branche ist.

Was ist also Play to Earn?

Nun kommen wir also zu der Leitfrage dieses Artikel: Was ist eigentlich „play to earn“? Das Play-to-Earn-Modell basiert ebenfalls auf dem Free-to-Play-Ansatz. Das heißt, dass die grundliegenden Spiele erstmal kostenlos für die Spieler sind. Allerdings können hier Spieler auch Geld verdienen und wirklich wertvolle digitale Vermögenswerte erhalten.

Möglich wird dies, indem das Eigentum der Ausrüstungsgegenstände direkt an die Spieler übertragen wird. Durch das Spielen des Spiels können die Spieler den Wert der einzelnen Ausrüstungsgegenstände erhöhen. Je mehr Spieler ein solches Spiel spielen, umso mehr ist beispielsweise ein strickt limitiertes Item wert. Durch die aktive Teilnahme am gesamten Ökosystem profitieren die Spieler, die rare Items besitzen und die Entwickler gleichermaßen.

Wie wird das Eigentum an den Collectibles und Items sichergestellt?

An dieser Stelle kommt die Blockchain-Technologie zum Einsatz. Bei den digitalen Assets, welche die Spieler erhalten, kann es sich um Kryptowährungen oder Items handeln, welche über die Blockchain tokenisiert wurden.

Hierbei handelt es sich also um Non Fungible Token (NTF), welche einzigartig sind und somit von keinem anderen Spieler kopiert oder gefälscht werden können. So kann es zwar sein, dass die Entwickler mehrere NFT mit dem gleichen Ausrüstungsgegenstand erstellen, doch die Limitierung auf eine fixe Anzahl kann somit gewährleistet werden. Ist ein Spieler im Besitz des NFT, dann ist dieses dem Spieler auch rechtlich zuzuordnen. Die Entwickler haben keinen Einfluss mehr auf die emittierten NFT.

Ist ein Ausrüstungsgegenstand in einem Spiel als besonders beliebt, weil dieser überdurchschnittlich gute Werte bietet, dann spricht das bei einer entsprechend hohen Nachfrage auch für steigende Preise.

Sind die Play-to-Earn-Spiele immer kostenlos?

Nein, free to play und play to earn sind eine passende Kombination. Allerdings gibt es auch einige Spiele, die nicht kostenlos sind und eine Einzahlung des Spielers erfordern. Bei einige Spielen müssen die Spieler nämlich zu Beginn einige Token kaufen, um überhaupt teilnehmen zu können.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch kostenlose Spiele. Diese sind allerdings so konzipiert, dass die Spieler investieren müssen, um überhaupt in den Genuss des hervorragenden Gameplays zu kommen. Das bedeutet, dass play to earn nicht wirklich kostenlos ist. Wer etwas verdienen möchte, muss auch investieren.

Welchen Mehrwert hat play to earn für die Entwickler?

Außerdem stellt sich an dieser Stelle natürlich die Frage, welchen Mehrwert Entwickler vom Play-to-Earn-Ansatz haben. Im Grunde gilt auch bei einem solchen Spiel, dass die Entwicklung eines Videospiels in erster Linie Geld kostet. Die Entwicklung von Spielen übernehmen auch Unternehmen, sodass diese das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen. Einfach ausgedrückt heißt das, dass die Unternehmen mit den entwickelten Spielen auch Geld verdienen möchten.

Dabei profitieren die Unternehmen allerdings von den Spielern, denn diese investieren vor allen Dingen zu Beginn in das Spiel. Zu einem späteren Zeitpunkt profitieren dann die Spieler, die Ihre Items bei einer positiven Entwicklung des Spiels durchaus teurer wieder verkaufen können. Zeitgleich steigt die Menge an Spielern, die erstmal Geld investieren müssen und die Entwickler somit finanzieren.

Sollten sich die Spieler irgendwann vom Spiel distanzieren, dann bleiben diese nicht auf den Käufen sitzen. Immerhin lassen sich Items einfach wieder verkaufen. Im Vergleich zu Spielen wie Fortnite, bei denen die Werte dann verloren sind, ist das ein riesiger Vorteil. Auch Unternehmen wie EA können sich hieran ein Vorbild nehmen. Immerhin investieren jährlich mehrere Millionen Spieler in das Fifa Ultimate Team, nur im folgenden Jahr wieder neu anfangen zu müssen.

Welche Play-to-Earn-Spiele gibt es?

Play to earn ist ein interessanter Ansatz, der sich nun beweisen muss. Als Krypto-Investor ist es durchaus spannend an diesem Trend zu partizipieren, immerhin konnten NFTs zu Beginn des Jahres wahnwitzige Renditen einfahren. Aus diesem Grund möchten wir im Folgenden die 5 größten Play-to-Earn-Spiele vorstellen.

Decentraland

Bei Decentraland ist der Name Programm, denn in diesem Spiel ist quasi alles dezentralisiert. Im Grunde ist Decentraland ein dezentralisertes Minecraft, bei dem alles – aber wirklich alles – ein NFT ist. Egal ob das Land auf der Karte, die Kleidung oder die Usernamen, alle diese Objekte sind als NFT handelbar.

Dabei gibt es Decentraland bereits etwas länger. 2017 konnten Spieler das erste Land im Spiel erwerben. Damals kostete Land noch 20 US-Dollar. Wer jetzt denkt, dass 20 US-Dollar für Land in einem Spiel recht viel ist, der sollte die aktuellen Preise überprüfen. Teilweise gibt es aktuell kein Land mehr, welches weniger als 3.200 US-Dollar kostet. Wer damals investierte, kann sich also über eine Rendite von rund 15.900 % in nur vier Jahren.

Decentraland Equipemnt
Equipement als NFT über das Polygon Netzwerk handeln.

Spannend ist zudem die Tatsache, dass Decentraland über ein eigenes ERC-721 Token, MANA, verfügt. Mit MANA können die Spieler innerhalb des Spiels Items wie Land, Waren oder Dienstleistungen kaufen. Und eben jene Transaktionen finden direkt auf dem Land der Spieler statt. Wer also Geld mit Decentraland verdienen möchte, braucht zwangsläufig Land, um eigene Geschäfte zu eröffnen oder Events zu hosten.

Axie Infinity

Das zweite bekannte und beliebte Spiel aus der Play-to-Earn-Universum ist Axie Infinity. Dabei ähnelt das Spiel sehr stark einem Pokemon Spiel. Allerdings sind hier alle sammelbaren Kreaturen, welche innerhalb des Spiels als Axies bezeichnet werden, NFTs.

Die Spieler könnten die eigenen Axies miteinander kämpfen lassen, trainieren und züchten. Auch diese Funktionen kennen Spieler aus den Pokemon Spielen. Allerdings lassen sich die Axies anschließend auf dem Markt handeln und das kann sich durchaus lohnen. Immerhin kosten die NFTs zwischen 150 und 100.000 US-Dollar. Aktuell liegt das tägliche Handelsvolumen im Netzwerk schon bei 24 Millionen US-Dollar.

Axie Preise Juli 2021
Selbst günstige Axies kosten im Juli 2021 hohe Summen

Im Game erhalten die Spieler sogenannte Small Love Potion (SLP), welche die klassischen Erfahrungspunkte im Spiel ersetzen. Auch SLP sind ein ERC-721 Token und notwendig, um neue Axies zu züchten. Hierfür benötigen Spieler mindestens 100 SLP – bei einem Preis von 0,33 USD pro SLP entspricht dies immerhin 33 Euro. Allerdings steigen die Kosten mit jedem gezüchteten Axie an. Folgende Preissteigerungen sieht das Spiel vor:

  • 1. Axie kostet 100 SLP
  • 2. Axie kostet 200 SLP
  • 3. Axie kostet 300 SLP
  • 4. Axie kostet 500 SLP
  • 5. Axie kostet 800 SLP
  • 6. Axie kostet 1300 SLP
  • 7. Axie kostet 2100 SLP

Die Züchtungen haben die Entwickler auf sieben limitiert, um einer Hyperinflationierung des Marktes entgegenzuwirken. Ein Aspekt den Spieler berücksichtigen sollten, ist der Aufwand der hinter dem Züchten steht. So dauert es 15 Wettbewerbe, bis genügend Token zum Züchten des ersten Axie vorliegen. Alternativ können Spieler diese Token natürlich auch am Markt kaufen und sich somit einen Vorteil verschaffen.

NBA TopShot

Besonders spannend für Basketball Fans ist natürlich das Spiel NBA TopShot. Hier können die Spieler digitale Basketball Karten sammeln. Die Besonderheiten an diesem Spiel sind einerseits, dass die Sammelkarten als NFT ausgegeben werden sowie andererseits, dass das komplette Spiel von der NBA gesponsored wurde.

Die Karten an sich sind auch besonders, denn während eine digitale Version eines Kartenspiels zwar durchaus cool ist, ermöglichen die physischen Karten hier natürlich auch klare Eigentumszuordnungen und eine gewisse Seltenheit. Auch physische Karten lassen sich handeln, sodass es hier noch keinen deutlichen Unterschied gibt.

Wer allerdings zum ersten Mal einen Blick auf eine NBA Topshot Karte wirft, wird gleich merken, dass diese digitalen Karten besonders sind. Immerhin sind die Karten vollständig animiert und zeigen etwa 3-Pointer oder Dunks bekannter Stars.

Wer NBA TopShots spielt, kann hier Pakete mit NFTs kaufen. Dieser Ansatz entspricht dem klassischen Ansatz und macht vor allen Dingen Spaß. Haben Spieler einige besondere Stars im Paket oder besonders seltene Aufnahmen von besonderen Spielen, dann können diese durchaus für ein kleines Vermögen gehandelt werden.

The Sandbox

Das nächste Spiel auf unserer Liste ist The Sandbox, dass Roblox des Metaverse. In diesem Spiel können die Spieler eigene Minigames, Charaktere und Skins erstellen und mit anderen Spielern interagieren. Die Entwickler setzen in diesem Spiel auf ein hohes Involvement der Community. So sollen etwa Künstler einem Creator Fund beitreten. Über diesen Fonds werden die Künstler finanziert, sodass sie neue Items und Gegenstände für das gesamte Spiel erstellen.

The Sandbox Land
Auch The Sandbox ermöglicht Spielern das Kaufen von Land als NFT

Bei The Sandbox treffen die Spieler auf einer riesigen Map aufeinander. Mithilfe von Plots können die Teilnehmer ihre eigenen Kreationen öffentlich hosten.

Das Spiel Sandbox ist bereits etwas älter und wurde erstmals 2012 vorgestellt. 2018 übernahm Animoca das Spiel und brachte dies als Mitglied in der Blockchain Game Alliance ein. Visuell erinnert das Spiel sehr stark an Minecraft. Über ein ERC-721 Token können Spieler ihre NFTs einfach handeln.

The Sandbox Kooperationen
Besonders spannend sind die unzähligen Kooperationspartner von The Sandbox

Besonders spannend sind bei diesem Projekt die Kooperationen und die Investoren. So gehören etwa Square Enix, True Global Ventures, Cameron und Tyler Winklevoss und die Band Avenged Sevenfold zu  den Investoren des Projekts. Partner wie Deadmau5, Atari, die Schlümpfe, die Glücksbärchies oder The Walking Dead unterstreichen die Stärke der Marke.

Zed Run

Zum Schluss wollen wir noch einen Blick auf Zed Run werfen. Das Spiel basiert auf digitalen Pferden und ermöglicht den Spielern den Besitz, das Züchten und das Verwenden digitaler Pferde. Mit den Pferden können die Spieler digitale Pferderennen veranstalten. Um die Spieler motiviert zu behalten, erscheinen alle paar Wochen neue Pferde. Nicht jeder Spieler muss auch ein eigenes Pferd besitzen, sodass die Verlosung neuer Pferde besonders spannend ist.

Allerdings können auch Spieler ohne Pferd am Spiel teilnehme und auf Rennen wetten. Spieler und Anleger verdienen in diesem Spiel durch die Teilnahme an den Wetten sowie durch den Kauf von Pferden zum Drop. Besonders spannend sich auch hier die Kooperationen mit etablierten Firmen. So veröffentlicht Zed Run in Zusammenarbeit mit Atari eine Kollektion von 20 exklusiven Skins.

Fazit: Play to earn könnte der nächste Megatrend werden

Anwendungsfälle für die Blockchain-Technologie können ganze Märkte disruptieren. Dabei haben viele Anleger vor allen Dingen große Sektoren wie die Finanzbranche im Fokus. Allerdings gibt es durchaus Wirtschaftszweige, in denen die Nutzung der Blockchain eine logische Entwicklung ist. Die Gaming-Branche ist eben ein solcher Wirtschaftszweig, denn kostenlose, erfolgreiche Spiele sind inzwischen zur Regel geworden.

Nichtsdestotrotz sind die Eigentumsrechte von speziellen Gegenständen nicht geklärt. Zumeist haben Spieler so lange etwas von diesen, wie das Spiel auch aktiv gespielt wird. Ein Verkauf ist nicht ohne weiteres möglich. Die NFTs im Gaming-Sektor ändern diesen Status. Schon vor Jahren haben sich Projekte mit diesem Ansatz beschäftigt, nun zeigen die oben genannten Spiele allerdings, dass die bloße Theorie auch in der Praxis funktioniert.

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