U.S. Food and Drug Administration (FDA) setzt auf Blockchain zur Optimierung der Lebensmittelsicherheit

Laut der U.S. Food and Drug Administration (FDA), der US-amerikanischen Behörde für Lebensmittel- und Arzneiaufsicht, wurde in den USA und in Canada ein Ausbruch des E.Coli-Bakterien nachgewiesen. Im Fokus der Behörde steht verunreinigter Romana-Salat aus Kalifornien. Um vergleichbare Szenarien in Zukunft zu vermeiden, plant die FDA den Einsatz von Technologien zur Zurückverfolgung der Lebensmittel.

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U.S. Food and Drug Administration (FDA)

FDA – Nachverfolgung von Lebensmittel soll die Sicherheit steigern

In einem Interview mit CNBC bestätigte Dr. Scott Gottlieb, ein Kommissionsmitglied der FDA, dass die Regierungsbehörde den Vizepräsidenten für die Lebensmittelsicherheit von Walmart, Frank Yiannas, als stellvertretendes Kommissionsmitglied gewinnen konnten. Experten erwarten, dass Yiannas im Laufe seiner Amtszeit Technologien zur Nachverfolgung von Lebensmitteln einführen wird. Laut Gottlieb könnte auch eine Einführung der Blockchain-Technologie stattfinden. Vor allem die Möglichkeit Nahrungsmittel innerhalb kürzester Zeit zu verfolgen, bietet laut Gottlieb einen entscheidenden Vorteil im Alltag. In Zukunft könnte ein Ausbruch eines Erregers innerhalb kürzester Zeit zum Ursprung in der Supply Chain zurückverfolgt werden. Zusätzlich werden umfassende Warnungen, wie sie heute ausgesprochen werden, verhindert.

Vor dem Amtsantritt bei der FDA arbeitete Yiannas bei Walmart. Die Implementierung der Blockchain-Technologie beim Handelsgiganten zur Nachverfolgung von Blattgemüse gilt als einer der großen Erfolge Yiannas. Insbesondere bei mangelhaften Waren haben die Händler durch den Einsatz des Blockchain-Systems die Möglichkeit den Ursprung einer Verunreinigung oder schlechten Produktqualität zu identifizieren. Um die Etablierung voranzutreiben, legte Walmart fest, dass sämtliche Lieferanten bis zum September 2019 eine Nutzung des Blockchain-Systems gewährleisten müssen. Insbesondere der Nachweis von E.Coli-Bakterien in mehreren US-Bundesstaaten sowie die Einlieferung von 96 US-Bürgern sorgte für ein vergleichsweise großes Aufsehen bei der Vorstellung der neuen Technologie.

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IBM Food Trust Darstellung @ibm.com

Blockchain hilft bei der Vermeidung von Epidemien

Neben Gottlieb sieht auch Yiannas einen Mehrwert in der Implementierung der Blockchain-Technologie. Grundsätzlich sollte sich jeder Bürger fragen, welche Nahrungsmittel sicher konsumiert werden können. Die jüngsten Epidemien von E-Coli-Bakterien und Salmonellen zeigen, dass Krankheitserreger auch unter Einbeziehung moderner Agrartechnologien auftreten können. Vor allem Blattgemüse gilt als Angriffsfläche für Erreger. Dieser Nachteil wurde bereits von Walmart und Sam´s Club identifiziert, sodass beide Unternehmen auf eine transparente Dokumentation der Lebensmittel mithilfe einer Blockchain setzen. Neben der grundlegenden Infektionsgefahr bedeutet der Kauf von infizierten Lebensmitteln auch, dass diese bei Bekanntwerden einer Kontaminierung entsorgt werden müssen.

Dabei ist die Identifikation des betroffenen Lebensmittels in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Aufseiten der Anbieter müssen komplexe Lieferketten durchlaufen werden, sodass die korrekten Ursprungsländer und Farmen identifiziert werden. Kunden müssen dahingegen einen Abgleich der mitgeteilten Daten vornehmen. Der Einsatz der Blockchain-Technologie erleichtert dieses Vorgehen, denn die transparente Dokumentation ermöglicht eine schnelle und einfache Identifikation der korrekten Lebensmittel. Insbesondere die Schnelligkeit und Genauigkeit bei der Identifikation sind entscheidend bei der Vermeidung weiterer Ausbrüche. Laut Yiannas wird die Blockchain-Technologie die vorhandenen Nachteile komplett beseitigen und Nutzern ein unbekanntes Maß an Transparenz bieten.

Neben Walmart und der FDA arbeiten auch andere Unternehmen an der Implementierung der Blockchain-Technologie im Lebensmittelsektor. So hat der französische Supermarktbetreiber Carrefour die Food-Trust-Blockchain von IBM implementiert. Hierdurch möchte der Konzern die Sicherheit im Lebensmittelmarkt nachhaltig steigern. Auch die Food Standards Agency, die Lebensmittelüberwachungsbehörde der Vereinigten Staaten, hat eine Blockchain zur Nachverfolgung von Rindfleisch vorgestellt. Hierdurch soll eine transparente Verfolgung der Lebensmittel vom Schlachthof bis zum Endnutzer gewährleistet werden.