Walmart | Lieferanten sollen Blockchain implementieren

Der US-amerikanische Einzelhändler Walmart sowie die Tochtergesellschaft Sam´s Club wollen die Lieferanten von Blattgemüse dazu bringen die Blockchain-Technologie zu verwenden. Wie aus einem Bericht vom 24. September 2018 hervorgeht, soll diese Blockchain die Lieferkette vom Produktionsstandort bis zur Filiale dokumentieren.

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Walmart

Blockchain zur Dokumentation der Lieferantenkette

Aus einem Bericht vom 24. September geht hervor, dass Walmart und die Tochtergesellschaft Sam´s Club Lieferanten von Blattgemüsen zur Nutzung der Blockchain verpflichten möchten. Durch diese Auflage soll die Dokumentation der Lieferkette gesichert werden. Das entsprechende System, welches eine komplette Verfolgung der Lieferung ermöglicht, wird vom IT-Giganten IBM entwickelt und setzt auf die Distributed Ledger Technologie. Aus dem Bericht geht hervor, dass Walmart den Lieferanten eine Frist von einem Jahr setzt. Demnach sollte jeder Lieferant von Blattgemüse bis zum September 2019 ein entsprechendes System besitzen.

Zudem gab Frank Yiannas, der Vizepräsident für die Nahrungssicherheit, zu verstehen, dass diese Auflage auch für weitere frische Produkte eingeführt werden soll. Die entsprechenden Auflagen werden voraussichtlich im kommenden Jahr verabschiedet. Die aktuelle Auflage wirkt sich auf mehr als 100 Lieferanten aus.

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Netzwerk vs. Datenbank vs. Blockchain

Blockchain-Technologie soll Effizienz erhöhen

Laut Walmart soll die Implementierung der Blockchain-Technologie vor allem die Effizienz steigern. Um die Effizienz der vorhandenen Systeme zu untersuchen, veranlasste Frank Yiannas einen Test zur Nachverfolgung eines Produkts. Die Mitarbeiter von Walmart sollten eine Lieferung getrockneter Mangos zur Ursprungsfarm zurückverfolgen. Insgesamt benötigte das Unternehmen sieben Tage, um die entsprechende Farm ausfindig zu machen. Für Yiannas war diese Dauer eine Verdeutlichung der Ineffizienz. Die Systeme, wenn vorhanden, seien schlichtweg zu alt.

Im Vergleich zu diesem Test gibt Walmart an, dass das Blockchain-basierte System lediglich 2,2 Sekunden für eine identische Recherche benötigt. Des Weiteren soll das U.S. Center for Disease Control an Prevention (CDC) bereits Kontakt mit Walmart aufgenommen haben. Ziel der Gespräche war die Verbesserung der Nachverfolgbarkeit von Lieferungen. Das CDC möchte einen Weg finden, um schneller auf bakteriell verseuchte Lebensmittellieferungen zu reagieren. Die Blockchain-Technologie soll das CDC demnach bei der schnellen Identifizierung belasteter Farmen helfen und das Management in Krisensituationen maßgeblich verbessern.

CDC reagiert auf schlechten Branchenstandard

Zu Beginn des Jahres starben fünf Menschen an einem Ausbruch des E. Coli Bakteriums. Mehrere Menschen wurden zudem in Krankenhäuser eingewiesen. Mit den aufgenommenen Gesprächen reagiert das CDC nun auf die Auswirkungen dieser Vorkommnisse und möchte in Zukunft den Ursprung der Seuche bekämpfen.

In der Vergangenheit hat Walmart als Einzelhändler viele Technologie-basierte Patente eingereicht. Ein Großteil dieser Patente legt den Fokus auf die Blockchain-Technologie und dient zur Absicherung von Lieferungen, Methoden zum Aufbau intelligenter Einrichtungen und zur Entwicklung eines Gesundheitsinformationssystems. Bereits im Juni hat Walmart eine Kooperation mit IBM verkündet. Ziel dieser Kooperation ist eine transparente Dokumentation der Lebensmittellieferkette im globalen Kontext. Das neue Projekt wird unter dem Namen Food Trust Blockchain beworben. Neben Walmart und IBM nehmen auch weitere Branchengrößen wie Nestlé, Unilever und Tyson Foods an diesem Projekt teil. Das neue Blockchain-System für Lieferanten verdeutlicht die Ambitionen Walmarts zur Implementierung einer transparenten Lieferkette.