Stadtverwaltung Wien nutzt Blockchain für Mitarbeiter-Essensmarken

Die Stadtverwaltung Wien plant die Einführung der Blockchain-Technologie in verschiedenen Bereichen, um die Arbeiten zu erleichtern. Die Technologie soll zunächst in kleineren Projekten getestet werden. Zuerst soll die Umstellung auf Blockchain bei den Essensmarken für die Mitarbeiter erfolgen. Die Stadtverwaltung arbeitet bereits seit einiger Zeit mit dem Beratungsunternehmen EY zusammen, um die Blockchain voranzutreiben.

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Wien – Schönbrunn Palace

Keine Essensmarken in Papierform mehr

Künftig soll es in der Stadtverwaltung Wien keine Essensmarken in Papierform mehr für die Mitarbeiter geben. Die Mitarbeiter können die Marken in ungefähr 800 Lokalen einsetzen. Sowohl für die Stadtverwaltung als auch für deren Partner sind diese Essensmarken aus Papier mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Die Stadt Wien hat daher mit dem Beratungsunternehmen EY eine digitale Lösung auf der Basis einer privaten Blockchain  (Blockchain-Typen Übersicht) entwickelt. Künftig werden die Essensmarken über eine Smartphone-App an die Mitarbeiter ausgegeben. Über diese App können die Mitarbeiter die Essensmarken bei den Vertragslokalen einlösen. Der Senior Manager EY European Advisory Centre Blockchain Hub, Jonas Jünger, erklärt das folgendermaßen:

Sämtliche stattgefundene Transaktionen werden unveränderlich in der privaten Blockchain abgebildet und können dadurch von allen TeilnehmerInnen transparent nachvollzogen werden.

Pilottest für digitale Essensmarken

Für die digitale Lösung lief bis Mitte September 2018 eine Testphase. Bevor die Essensmarken auf der Basis von Blockchain (Was ist Blockchain?) an alle 20.000 Mitarbeiter der Stadt Wien ausgegeben werden können, müssen sie sich in einem größeren Pilottest bewähren. Der erste Test wurde mit zwei Lokalen und einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern absolviert. Schon jetzt hat sich gezeigt, dass die Abrechnung damit einfacher und effizienter abläuft. Vorteile sind die Transparenz und die Verhinderung von Missbräuchen durch eine automatisierte Vergabe über Smart Contracts. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien, spricht von Wien als Vorreiter beim Einsatz der Blockchain-Technologie. Die Stadt und die Verwaltung sollen mit der Initiative smarter werden. Die neuen Essensmarken sind ein wichtiger Schritt nach vorn. Im nächsten Jahr soll die Ausgabe der digitalen Essensmarken an alle 20.000 Mitarbeiter erfolgen.

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Wien Energie Kundendienst @wienenergie.at

Sicherung offener Daten der Stadt mit der Blockchain

Die Stadtverwaltung Wien absolviert mit den Essensmarken bereits ihr zweites Blockchain-Projekt. Open Government Data wurden schon im Dezember 2017 auf eine Blockchain gehoben. Bürger sollen die Daten selbst abrufen können, um sie ohne eine Verwaltungsinstitution selbst einzusehen sowie auf die Authentizität und Historie zu prüfen. Auch Wien Energie testet die Distributed Ledger Technologie für den heimischen Energiemarkt.

Wien als Vorreiter bei Open Government Data

Europaweit nimmt Wien bei Open Government Data eine Vorreiterrolle ein. Die Stadt hat bereits ein Portal online geschaltet. Interessierte können dort vielfältige Daten abrufen:

  • Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel
  • Kurzparkzonen
  • Parkanlagen

Mit den Daten können verschiedene Anwendungen entwickelt werden, beispielsweise Smartphone-Apps.