Nächster Hardware Wallet Hack? Datenleck erschüttert SafePal

Das Wichtigste in Kürze
- Hardware-Entwickler SafePal verursachte ein Datenleck, das rund 40.000 Kunden betreffen soll. Demnach seien sensible Kundendaten entblößt worden – von E-Mail-Adressen bis hin zu Wohnadressen.
- Erst Ende Juli hatte mit Coinkite ein Konkurrent des Unternehmens negative Schlagzeilen verursacht. Wallets der Coldcard-Serie beinhalteten schwerwiegende Fehler, die den Verlust von 115 Millionen US-Dollar zur Folge hatten.
- Krypto-Experte Joel Valenzuela spricht von einer neuen Normalität. Wallets sollten demnach niemals an die eigene Wohnadresse geliefert werden.
Nächster Hardware Wallet Hack? Datenleck erschüttert SafePal
Wenige Wochen ist es her, da wurden Nutzer der Hardware Wallets vom Typ Coldcard zum Ziel eines Angriffs. Die Verantwortlichen hatten einen Fehler im Zufallsgenerator der Wallets entdeckt und diesen ausgenutzt, um die Ersparnisse der arglosen Nutzer zu erbeuten.
Nun schlägt der nächste Entwickler Alarm. SafePal gab gestern eine Warnung über seine öffentlichen Kanäle heraus. Das Unternehmen, das seinen Sitz auf den Seychellen unterhält, sei demnach zum Opfer eines Datenlecks geworden.
“Wir haben eine Schwachstelle im Plug-in zur Auftragsverfolgung festgestellt, die zu einem unbefugten Zugriff auf Daten eines Teils unserer Kunden geführt hat”, schrieb SafePal auf X.
Dear community,
While your SafePal wallet, seed phrase, and private keys are secure; we identified a flaw in the order-tracking plug-in that led to unauthorized access to information of a subset of customers.
The issue has been fixed with additional security measures…
— SafePal – Crypto Wallet (@SafePal) August 16, 2026
Nach bisherigen Schätzungen seien 39.798 Kunden vom Datenleck betroffen. Das Problem: Ihre sensiblen Daten sind womöglich in die Hände von Cyberkriminellen gefallen, die versuchen werden, diese Informationen gewinnbringend zu nutzen.
Bei den Betroffenen handele es sich um all jene Personen, die vom 2. März 2025 bis zum 11. April 2026 Bestellungen tätigten. Es seien Klarnamen, E-Mail-Adressen, Lieferadressen, Telefonnummern und die Inhalte der Kaufverträge an die Angreifer gefallen.
Die Geschädigten sehen sich nun erhöhten Risiken ausgesetzt. So steigt die Gefahr, über die E-Mail-Adresse, das Telefon oder in Form eines Briefs Phishing-Nachrichten zu erhalten. Schlimmstenfalls könnten die abgefangenen Namen und Adressen sogar als Basis für Wrench-Angriffe dienen.
SafePal: Geräte des Herstellers bleiben sicher
Der Vorfall um SafePal dürfte allerdings nicht die Ausmaße des Dramas um Coldcard erreichen. SafePals Geräte bleiben laut Angaben der Hersteller sicher. Zudem sei die Schwachstelle, welche das Datenleck verursachte, bereits behoben.
“Eure SafePal-Wallet, eure Seed-Phrase und eure Private Keys sind sicher. (…) Das Problem wurde behoben, und es wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt”, gibt das Unternehmen bekannt.
Um seine Kunden vor Folgeangriffen zu schützen meldete sich das Unternehmen bereits bei allen Betroffenen via E-Mail. Zudem richtete man eine Webseite ein, die Informationen bereitstellt, um den Kunden Selbstschutz zu ermöglichen.
Finanzdaten seien vom Vorfall generell nicht betroffen. SafePal warnt deshalb vor der Weitergabe von Bankdaten, Kreditkartendaten oder Private Keys. Der Kundendienst fragt diese Informationen zur Abgleichung des Vorfalls logischerweise nicht ab.
“Seid weiterhin wachsam gegenüber Phishing- oder Identitätsbetrugsversuchen. Wir bedauern den Vorfall zutiefst gegenüber der Community und den Betroffenen. Wir werden auf unserem Blog über den aktuellen Stand berichten, während wir weiter an der Klärung der Sachlage arbeiten”, schreibt SafePal.
Neue Normalität? Experte warnt vor Bestellungen
Der bekannte Krypto-Experte Joel Valenzuela, der Arbeit für die Kryptowährung Dash leistet, warnt auf X jetzt generell vor Bestellungen. Um das Risiko eines Datenlecks im Keim zu ersticken, solle man Hardware Wallets niemals an die eigene Wohnadresse liefern lassen.
“Bei einer weiteren Hardware-Wallet wurde die Kundendatenbank gehackt! 😰 Gib auf keinen Fall deine private Lieferadresse an. Geh davon aus, dass das die neue Normalität ist, denn genau das ist sie”, so Valenzuela.
ANOTHER hardware wallet had their customer database breached! 😰
Do. Not. Give. Your. Home. Shipping. Address.
Assume this is the new normal, because it is. https://t.co/uZe63XQwCb
— Joel Valenzuela (@TheDesertLynx) August 16, 2026
Die Offenbarung der sensiblen Informationen kann schwerwiegende Auswirkungen mit sich bringen. Zuweilen ist mit Ledger der größte Hersteller von Hardware Wallets für derartige Fehler berüchtigt.
In den Jahren 2020 und 2026 kam es bei Ledger jeweils zu Datenlecks, welche speziell in Frankreich zu einer Flut an Wrench Attacks beigetragen haben. Die so preisgegebenen Informationen führten zu dutzenden Raubüberfällen und Entführungen.
Laut jüngsten Angaben von Galaxy Research belaufen sich die Verluste infolge des Coldcard-Hacks auf 115 Millionen US-Dollar.