Coldcard Wallet Fehler: Warum Nutzer gerade Millionen verlieren

Das Wichtigste in Kürze
- Hardware-Wallets vom Typ Coldcard weisen drastische Fehler auf – zu diesem Ergebnis kommen Entwickler von Block und Coinkite.
- Schlüssel, die über Geräte von Coldcard generiert wurden, gelten als unsicher. Nutzer verloren bereits 38 Millionen US-Dollar durch unbefugte Zugriffe. Betroffen ist zumindest das Modell Mk3, doch auch weitere Typen könnten fehlerhaft sein.
- Besonders tragisch: Etliche Investoren verloren ihr Erspartes, obwohl sie von einer Coldcard besonders gute Sicherheit erwarteten.
Coldcard Wallet Fehler: Warum Nutzer gerade Millionen verlieren
Nutzer der beliebten Airgapped Wallets des Typs Coldcard erleiden aktuell vermehrt Verluste. Insgesamt belaufen sich die Schäden bereits auf etliche Millionen US-Dollar. Recherchen von Lookonchain zufolge erlitten Nutzer bereits Verluste in Höhe von 594,48 BTC – umgerechnet 38 Millionen US-Dollar.
More than $38M has been stolen due to a Coldcard wallet vulnerability.⚠️
Funds from around 500 wallets were transferred to wallet bc1qnk, totaling 594.48 $BTC ($38.2M).
Stay safe.https://t.co/gUmUfQLvdbhttps://t.co/Bg2XS39mWh pic.twitter.com/XTmDa6lnev
— Lookonchain (@lookonchain) July 31, 2026
Hinter dem Debakel scheint ein Fehler von Coldcard zu liegen. Die Generierung der Wallets erfolgt demnach auf nachvollziehbare Weise. Angreifern gelingt es deshalb, die Private Keys der Nutzer zu generieren. So gelangen sie an die Gelder der arglosen Opfer.
Der Fehler scheint bereits seit Jahren aufzutreten – genauer gesagt seit 2021. Erst jetzt schlagen die Angreifer zu und nehmen deshalb besonders rasch große Geldmengen ein. Hinter Coldcard steckt der kanadische Entwickler Coinkite, der gestern eine Warnung an seine Nutzer herausgab.
COLDCARD Mk3 Security Advisory
If you generated a seed on a Mk3 after firmware 4.0.1, your funds may be at risk.
Mk4, Q and Mk5 are not affected based on our early analysis.
Read the advisory and migrate carefully:https://t.co/3vgPHOjMS7
— COLDCARD (@COLDCARDwallet) July 30, 2026
Heute folgte eine zweite Bekanntmachung. Erkenntnisse der Entwickler zeigen, dass Hardware Wallets vom Typ Coldcard Mk3 einen entscheidenden Fehler beinhalten. Die meisten Private Keys, die vom Gerät generiert wurden, sind anfällig und sollten sofort erneuert werden.
“Falls euer Private Key auf einem Mk3 mit der Firmware 4.0.1 oder höher generiert wurde, ohne dass mindestens 50 unabhängige, private Dice Rolls durchgeführt wurden: Behandelt ihn als Risiko und folgt unserer Sicherheitsanweisung”, schreibt Coinkite dazu.
Aktuell herrscht eine unklare Informationslage. Ob auch weitere Modelle der Coldcard-Serie von dem Fehler betroffen sind, ist strittig. Max Guise von Block, dessen Entwickler den Fehler entdeckten, hält zudem die Coldcard-Modelle Mk2, Mk4, Q und Mk5 für anfällig.
Auch der Bitcoin-Entwickler James O’Beirne empfiehlt seinen Lesern, sämtliche BTC in eine neue Wallet zu transferieren, sofern sich jene aktuell in einer Wallet befinden, die über ein von Coinkite entwickeltes Gerät oder deren Paper-Wallet-Generator erschaffen wurden.
Der professionelle Bitcoin-Verwahrer Unchained warnt vor der Nutzung irgendwelcher Private Keys, die eine Coldcard generiert hat – unabhängig vom Typ oder Treiber.
Sicherheitslücke in Bitcoin-Wallet besonders tragisch
Die Sicherheitslücke von Coinkite erweist sich als besonders tragisch. Das Unternehmen vermarktet seine Produkte gezielt an Sicherheitsfanatiker. Geräte der Coldcard-Serie lassen sich als Airgapped Bitcoin Wallets nutzen. Ohne Verbindung zum Internet sollen Fremdzugriffe eigentlich im Keim erstickt werden.
Aktuell zeigt sich, dass dieses Konzept allein nicht ausreicht. Die Software in den Coldcard-Geräten erzeugte nachvollziehbare Private Keys. Angreifer können so Zugang zu bereits erstellten Geheimnissen erlangen.
Von Lookonchain und Arkham veröffentlichte Informationen offenbaren weitere Details zu dem Vorfall. Angreifern ist es gelungen, Wallets auszuräumen, die im Zeitraum 2021 bis einschließlich 2026 von Sparern erstellt wurden.
Coinkite veröffentlichte inzwischen Fehlerbehebungen für Geräte vom Typ Mk4, Mk5 sowie vom Typ Q1. Diese Updates sollen sicherstellen, dass die Zufälligkeit bei der Generierung von Private Keys wieder gegeben ist.
“Version 5.6.0 (für Mk4 und Mk5) sowie Version 1.5.0Q für das Modell Q1 enthalten keine neuen Funktionen, doch stellen eine korrekte Entropie sicher”, schreibt der Entwickler dazu.
Für viele Sparer kommt die Fehlerbehebung zu spät. Etliche Wallets, die mindestens 0,15 BTC enthielten, wurden von den Angreifern bereits entwendet.
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