Coldcard-Hack erschüttert Krypto: Darum schlägt CZ jetzt Alarm

Das Wichtigste in Kürze

  • Der desaströse Hack der Coldcard-Wallets setzt sich über das Wochenende weiter fort. Neuere Meldungen sprechen von Verlusten in Höhe von 89 Millionen US-Dollar.
  • Auch Wallets, die zunächst als sicher galten, sind von einem schwerwiegenden Fehler betroffen, der die Erstellung von Private Keys nachvollziehbar macht.
  • Binance-Gründer CZ appelliert an die Krypto-Szene: Nutzer müssten jederzeit wachsam sein, um ihre ersparten Kryptowährungen vor Sicherheitsrisiken zu schützen.

Coldcard-Hack erschüttert Krypto: Schaden steigt auf 89 Millionen US-Dollar

Der Coldcard-Hack erschüttert die Krypto-Szene. Aktuell zählt der Vorfall zu den heißesten Themen auf den sozialen Netzwerken. Viele bekannte Vertreter der Kryptobranche äußern bereits ihre Sicht auf die Dinge.

Während die Szene den kritischen Sicherheitsfehler unter die Lupe nahm, setzte sich das Drama für die Kunden des Entwicklers Coinkite weiter fort. Auch Wallets, welche das kanadische Unternehmen zunächst für sicher erklärt hatte, erlitten Berichten zufolge Verluste.

Laut Blockchain-Analysten stiegen die Verluste von zunächst 38 Millionen US-Dollar über das Wochenende noch deutlich. Angaben von Galaxy Research zeigen: Die Angreifer konnten mittlerweile umgerechnet rund 89 Millionen US-Dollar aus den Taschen der Anleger entwenden.

Das Desaster nahm ab dem 30. Juli seinen Lauf. Augenscheinlich hatten Unbekannte über längere Zeit einen Angriff geplant, den sie in Ruhe vorbereiteten. Dazu sammelten sie Schlüsselphrasen, die Private Keys abbilden und offline über die Hardware Wallets der Coldcard-Serie generiert werden können.

Weil der dafür genutzte Programmcode nicht tatsächlich zufällige Private Keys generierte, konnten die Angreifer über Brute Forcing bereits entstandene Schlüsselphrasen erschaffen und hatten so Zugriff auf die genutzten Adressen der nichts ahnenden Anleger.

Um die ersten knapp 1.200 Adressen leerzuräumen, benötigten die Angreifer lediglich 40 Minuten. Dabei nahmen sie zuerst wohlhabende Anleger ins Visier, so Chainalysis. Später zog sich das Geschehen über einen längeren Zeitraum hin. Galaxy Research will zuweilen 4.585 Bitcoin-Adressen identifiziert haben, die den Hackern zum Opfer fielen. Die Beute beziffern die Experten auf 1.367,05 BTC.

Onchain Lens veröffentlichte eine aktualisierte Liste jener Bitcoin-Adressen, welche die Strippenzieher nutzen, um die gestohlenen Gelder zu sammeln. Es wurden neun verschiedene Adressen des Standards Bech32 identifiziert.

Warum Binance-Gründer CZ jetzt Alarm schlägt

Zu den Kommentatoren des Vorfalls zählt auch Binance-Gründer Changpeng Zhao, unter seinem Spitznamen CZ bekannt. Dieser bekundete öffentlich sein Mitleid für die Geschädigten.

Krypto-Nutzer warnt er in seinem Beitrag ausdrücklich. Sämtliche Fehler, die in non-custodial Wallets auftreten, müsse der jeweilige Nutzer selbst ausräumen. Krypto-Nutzer ruft er deshalb zur Wachsamkeit auf.

“Die Sache ist die: Bei der Selbstverwahrung können Entwickler, die den Fehler beheben, bereits erstellte Wallets nicht nachträglich reparieren. Und Entwickler haben keine Möglichkeit, Nutzer auf Air-Gapped-Geräten zu erreichen”, schreibt CZ.

“Deine Wallet bleibt für Hacker angreifbar, bis du selbst Maßnahmen ergreifst. Ich bin ein Befürworter der Selbstverwahrung, aber sie bürdet dir eine große Verantwortung auf”, fügt er an.

Zudem weist der Unternehmer auf einen Sicherheitsfehler in der Trust Wallet hin. So war ein Algorithmus zur Erstellung von Wallets in deren System demselben Problem ausgesetzt. Damals fielen die Verluste mit zwölf Millionen US-Dollar jedoch deutlich geringer aus. Die Krypto-Börse Binance, welche Trust Wallet 2018 kaufte, konnte den Schaden ersetzen.

Nutzer der Coldcard Wallets, die noch nicht betroffen sind, sollten alsbald handeln, um ihre Bitcoin in Sicherheit zu bringen. Die Entwickler selbst veröffentlichten Anweisungen zur Sicherung der Gelder.

Je nachdem, wie die Schlüsselphrase generiert wurde, kann eine Wallet trotz Entstehung über eine anfällige Coldcard sicher sein. Einige Experten empfehlen jedoch die komplette Migration zu einer gänzlich neuen, anderswo generierten Blockchain-Adresse.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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