Krypto-Börse BitMart gehackt? Sind die Kundengelder bedroht?

Das Wichtigste in Kürze
- Die Krypto-Börse BitMart sorgt für Trubel in der Krypto-Szene. Ende Juli gab das Unternehmen bekannt, seinen Geschäftsbetrieb einzustellen.
- Seither äußerten Kunden wiederholt Vorwürfe. Demnach verwehrt die Krypto-Börse seit dem 26. Juli die Auszahlung der Einlagen an ihre Kunden.
- Ein zu BitMart gehörendes X-Konto äußerte gestern Vorwürfe gegen die Firmenleitung. Dabei forderte man jene auf, den Verbleib der Geldreserven offenzulegen. Firmengründer Sheldon Xia zufolge, sei die Debatte die Folge eines Hacks.
Krypto-Börse BitMart gehackt? Sind die Kundengelder bedroht?
Auf X spielt sich derzeit ein merkwürdiges Drama rund um die bekannte Krypto-Börse BitMart ab. Das Unternehmen hatte Ende Juli seine Schließung angekündigt. Ab dem 26. August sollen sämtliche Geschäftsaktivitäten beendet werden, bevor die Firma formell am 31. Januar 2027 schließt.
BitMart aufzugeben, sei laut Angaben der Firmenleitung eine strategische Entscheidung, die man aufgrund der negativen Marktlage und der aktuellen Betriebsbedingungen getroffen habe.
Seit der Verlautbarung am 26. Juli, nahm der öffentliche Auftritt des Unternehmens spürbar ab – bis sich gestern der BitMart-Auftritt des chinesischen Marktes über X meldete. Die Betreiber kritisierten die Führung von BitMart dabei hart und implizierten die mögliche Veruntreuung von Kundeneinlagen.
“Sheldon Xia und Yi Li, ihr seid den weltweiten BitMart-Nutzern und euren Angestellten eine Erklärung schuldig. Bis heute können Nutzer ihr eigenes Geld nicht abheben und einige Angestellte warten noch immer auf ihr Gehalt”, richtete das X-Konto BitMart_zh in chinesischer Sprache an die beiden Firmengründer.

Die beiden Führungspersonen sollten bis zum 19. August transparent darlegen, wo die Kundeneinlagen und fehlenden Gehälter verblieben sind. Andernfalls werde man den Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden Beweise gegen die Führungsriege zuspielen, hieß es in dem X-Beitrag weiter.
Die Drohung legte nahe, dass es sich bei den Autoren um abtrünnige Angestellte handelt. Sheldon Xia behauptete auf X hingegen, das Konto sei durch einen Hack in die Hände von Unbefugten gelangt, die den Zugang dann öffentlichkeitswirksam ausgespielt hätten, indem sie Vorwürfe fabrizierten.
Inzwischen sind die meisten Beiträge der öffentlichen Debatte zwischen dem chinesischen BitMart-Konto und Firmengründer Sheldon Xia gelöscht. Die unbekannten Verfasser hinter dem angeblich gekaperten BitMart-Konto hatten impliziert, dass die beiden BitMart-Gründer die Reserven des Unternehmens leerten, um sich damit selbst die Taschen zu füllen.
Der bekannte Blockchain-Forensiker ZachXBT schlug sich auf die Seite der Unbekannten und bestärkte die Forderung nach dem Verbleib der Reserven.
“Wenn ihr tatsächlich über die Liquidität verfügt, warum zahlt ihr dann nicht einfach allen ihr Geld zurück, anstatt vage Erklärungen abzugeben?”, so ZachXBT.
If you actually have the liquidity then simply return the funds to everyone instead of posting vague statements?
Your actions have caused real people to lose access to funds with little transparency….
— ZachXBT (@zachxbt) August 17, 2026
Warum Nutzer jetzt Vorwürfe gegen BitMart erheben
Auf X erhärtete sich die Kritik vieler Nutzer gegen BitMart nach dem seltsamen Vorfall. Einige Nutzer berichteten, dass ihnen der Zugang zu Geldern seit dem 26. Juli verwehrt werde, welche sie in die Verwahrung von BitMart gegeben hatten.
Infolgedessen erheben sie Vorwürfe gegen BitMart. Die genauen Hintergründe sind bislang nicht klar. Möglicherweise veruntreute BitMart die Kundeneinlagen und verwehrt sich deshalb der Auszahlungen.
Ein X-Nutzer namens BeardStaff berichtete bereits im Vorfeld über seine Verluste. Demnach verwehrt BitMart die Auszahlung seiner Gelder vollständig – es gehe um immerhin 10,1 Millionen US-Dollar.
Immer wieder kommt es zu derartigen Vorfällen. Besonders berüchtigt ist der FTX-Crash aus dem Jahr 2022. Zuletzt machte die polnische Krypto-Börse Zonda in einem ähnlichen Fall auf sich aufmerksam. Zonda-Geschäftsführer Przemysław Kral verließ die Europäische Union und hält sich seither in Israel auf – augenscheinlich, um sich dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.
Entdecke jetzt die besten Krypto-Börsen im Vergleich von Blockchainwelt!
