Terra vor dem Neustart – 1,3 Milliarden UST verbrannt

Nachdem Terra (LUNA) und der Stablecoin UST kürzlich abstürzten und über Tage die Schlagzeilen beherrschten, beginnt die Community mit den Aufräumarbeiten. Unter anderem wird die Terra Blockchain praktisch zurückgesetzt und ein neuer LUNA-Token geschaffen.

Zudem erhielt ein Vorschlag der Core Developer Zustimmung, welcher 11 Prozent des bestehenden UST Supply verbrennen soll. Wir ordnen die aktuellen Meldungen ein und geben Aufschluss über das aktuelle Geschehen.

Was ist Terra (LUNA) - Terra Schriftzug

Etwa 11 Prozent aller UST werden verbrannt

Derzeit befinden sich 11,2 Milliarden UST im Umlauf, von denen bald etwas über 1,3 Milliarden Einheiten verbrannt werden sollen. Die Community stimmte im Rahmen des Terra-Governance-Systems einem entsprechenden Vorschlag der Kernentwickler von Terra zu.

Die Entwickler waren einverstanden, sämtliche UST aus dem Community-Pool zu verbrennen, um das Umlaufvermögen zu verkleinern. Die Token waren eigentlich dafür gedacht, Projekte im Ökosystem von Terra zu fördern. Insbesondere für Liquiditätsanreize auf der Blockchain von Ethereum war das Geld vorgesehen.

Das Geld in dem Pool macht etwa 11 % des bestehenden Angebots aus und der genannte Vorschlag erhielt 99,3 % aller Stimmen. Terraform Labs, das Unternehmen hinter der Terra Blockchain, wird den Token Burn durchführen.

Ein konkreter Ablaufplan ließ sich ebenfalls schon in einem Blogbeitrag benennen. Demnach sendet man zunächst eine Milliarde UST an ein spezielles Verbrennungsmodul. Anschließend überbrückt man weitere 370 Millionen UST manuell von Ethereum zu Terra. Sämtlich UST werden in der Folge für immer aus dem Vorrat entfernt.

Ziel des Ganzen ist es, die Umlaufmenge zu verringern. Auf diese Weise sind die UST-Bestände, welche durch reale Reserven gedeckt werden müssen, deutlich geringer. Damit sinkt der Bindungsdruck für Terraform Labs und die Stabilität lässt sich schneller wieder herstellen – zumindest in der Theorie.

Terra und die Folgen des Absturzes

Aktuell arbeiten Do Kwon, der Gründer von Terra, Terraform Labs und die Community an einem Plan, die Terra Blockchain und den Stablecoin UST wiederzubeleben. Anfang Mai stürzte UST von 1 US-Dollar auf 0,04 US-Dollar ab.

Damit brach das gesamte Terra-Ökosystem zusammen. Man einigte sich in der Folge darauf, eine neue Blockchain zur Rettung von Terra zu starten und einen neuen Genesis-Block zu schürfen. Die neue Blockchain soll zunächst losgelöst von UST agieren und der neue LUNA Token („LUNA 2.0“) wird als Airdrop an Inhaber des LUNA Tokens ausgegeben.

Ursprünglich war der Start von Terra 2.0 für den 27.05.2022 geplant. Dieser Termin ließ sich jedoch nicht halten und wurde um einen Tag verschoben. Der LUNA Airdrop wird mit dem Genesis-Block der neuen Blockchain ausgerollt.

Das Testnet wurde im Vorfeld bereits erfolgreich getestet und hielt der Belastungsprobe stand. Gegen 6 Uhr UTC ist die Produktion der ersten Blöcke geplant. Einige große Krypto-Börsen haben bereits angekündigt, dass sie den Airdrop von LUNA 2.0 unterstützen wollen.

In den sozialen Medien finden sich zahlreiche Veröffentlichungen von Börsen wie Binance, FTX oder KuCoin zu den jeweiligen Plänen im Umgang mit der neuen Terra Blockchain.

Fazit: Ein erster Schritt auf einem langen Weg

Auch wenn dies erst der Anfang ist, sind die ersten Maßnahmen somit getroffen, um das Ökosystem von Terra wieder aufleben zu lassen. Dennoch dürfte der Neustart nur ein schwacher Trost für die vielen Anleger sein, welche teilweise ihr gesamtes Vermögen mit Terra verspielt haben.

Ein Hoffnungsschimmer ist jedoch, dass die Community nicht den Kopf in den Sand steckt, sondern mit Hochdruck an dem Projekt arbeitet.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die aktuelle Arbeit Früchte tragen wird. Zunächst steht der Start des neuen Mainnets und der Airdrop an die Halter des LUNA-Tokens an. Für die vielen Anleger und die treue Community des Projekts bleibt nur zu hoffen, dass sich das Ökosystem von dem Schock erholen kann.

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Jens Kerkmann interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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