Krypto-News der Woche 8. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Strategy könnte seine Bitcoin-Investmentstrategie künftig um ständige Bitcoin-Verkäufe erweitern. Was wie eine Zäsur klingt, wäre laut Angaben von Michael Saylor nur eine geringe operative Veränderung.
- Deutschland diskutiert weiter über eine neue Krypto-Steuer. Politiker Frank Schäffler hält diese jedoch für verfassungswidrig.
- Russland verbietet voraussichtlich ab Juli die Eigenverwahrung von Krypto. Bitcoin und Co. gestattet der Staat dann nur noch als reines Investment. Die Umsetzung des Verbots ist in der Praxis unmöglich.
- Nordkorea dementiert Vorwürfe rund um die berüchtigte Lazarus-Gruppe. Man sei unschuldig und falle einer US-amerikanischen Schmierenkampagne zum Opfer.
- Der Bitcoin-Kurs erreicht bei 82.666 US-Dollar ein regionales Hoch, bevor sich der Marktwert auf die bedeutende 80.000-Dollar-Schwelle zurückzieht.
Strategy plant ständigen Verkauf von Bitcoin
Die US-amerikanische Bitcoin-Treasury Strategy plant den ständigen Verkauf von Bitcoin. Bisher hatte Firmengründer Michael Saylor darauf gepocht, BTC zu akkumulieren und niemals zu verkaufen. Aus strategischen Gründen änderte Saylor seine Meinung inzwischen.
So könnte Strategy künftig den ständigen Verkauf von Bitcoin in seinen Bitcoin-Investmentplan integrieren. Der Softwareentwickler hält den Verkauf von BTC für möglich, um die Dividenden der Aktionäre zu finanzieren. Dabei stellt der Bitcoin-Verkauf jedoch nur eine von mehreren Möglichkeiten dar.
Saylor, Vorstandsvorsitzender von Strategy, und Phong Le, Geschäftsführer und Präsident des Unternehmens, stellten das neue Konzept während der Auswertung des ersten Quartals 2026 vor. Die Idee soll über die neue Stretch-Aktie (STRC) gleichzeitig Aktionären und Strategy langfristige Gewinne einbringen.
“Man kauft Bitcoin mit Kredit, lässt seinen Wert steigen und dann verkauft man Bitcoin, um Dividende zu zahlen”, beschreibt Saylor das Konzept in seinem Vortrag.
Saylor:
"You buy Bitcoin with credit, you let it appreciate, and then you sell Bitcoin to pay the dividend” pic.twitter.com/B8b92vbsqb— Quinten | 048.eth (@QuintenFrancois) May 6, 2026
Das Konzept sorgte unter Bitcoinern für Aufsehen, gilt es als Abkehr von Strategys bisheriger Haltung. Weil Saylor von Bitcoins langfristiger Wertsteigerung überzeugt ist, lehnte er das Konzept des Verkaufs in der Öffentlichkeit bislang ab. Gewinnmitnahmen dieser Art seien demnach nicht nötig.
Noch 2025 hatte Saylor auf X proklamiert: “Verkauft niemals eure Bitcoin.”
Never sell your Bitcoin.
— Michael Saylor (@saylor) February 2, 2025
Inzwischen passte er diese Phrase an. So verwandelte er sie in: “Kauft mehr Bitcoin als ihr verkauft.”
Buy more bitcoin than you sell.
— Michael Saylor (@saylor) May 7, 2026
Bisher hatte Strategy nur einmal Bitcoin verkauft – im Dezember 2022 stieß das Unternehmen aus steuerlichen Gründen 704 BTC ab. Künftig könnten Verkäufe ein ständiger Teil seines Bitcoin-Investments werden.
Wäre eine Bitcoin-Steuer in Deutschland illegal? Darum gibt es kontroverse Debatten
Kapitalerträge auf Bitcoin und andere Kryptowährungen können in Deutschland bisher steuerfrei realisiert werden. Künftig könnte sich das ändern. Über die letzten Tage kam erneut eine kontroverse Debatte über die Besteuerung von Krypto in der deutschen Politik auf.
Der Ursprung der Debatte liegt in einem Haushaltsplan sowie einem Finanzplan der Bundesregierung. BRD-Finanzminister Lars Klingbeil forderte die Besteuerung demnach, um den jährlichen Staatsetat um rund zwei Milliarden Euro zu erhöhen.
Bundeskanzler Friedrich Merz soll der Forderung in einer Koalitionsklausur am 12. April 2026 bereits zugestimmt haben. Der Bundestag müsste die Steuerreform ebenfalls absegnen. Der Erfolg gilt als wahrscheinlich, sodass die formelle Annahme bereits im Sommer folgen könnte.
Die neue Krypto-Steuer kann sich dann entweder nach der Einkommenssteuer des Individuums richten oder pauschal erhoben werden. Auch eine Verlängerung der Spekulationsfrist wäre möglich. Bisher sind Gewinne auf Krypto bereits nach einer einjährigen Haltfrist steuerfrei. Viele Variablen bleiben bislang also offen.
In der Krypto-Szene sorgte der Plan bereits für Empörung. Schon seit Jahren brachte die Politik die Besteuerung von Kryptowährungen immer wieder ins Gespräch, doch bislang fehlte die praktische Umsetzung. Das hat sich nun geändert.
Der FDP-Politiker und ehemalige Abgeordnete Frank Schäffler äußerte sich auf X über die Steuerreform. Laut seiner Einschätzung verstoße sie gegen das Grundgesetz und sei daher rechtswidrig.
“Bitcoin ist strukturell Gold, nicht Aktie. Und genau so behandelt das deutsche Steuerrecht es seit Jahren”, schrieb Schäffler. Die strukturelle Ähnlichkeit zu den Edelmetallen verlange eine steurrechtliche Gleichbehandlung.
Bitcoin ist strukturell Gold, nicht Aktie. Und genau so behandelt das deutsche Steuerrecht es seit Jahren: als privates Veräußerungsgeschäft nach Paragraf 23 EStG, mit Haltefrist, wie beim Verkauf von Edelmetallen. Wer Bitcoin gezielt aus dieser Systematik herauslösen will,…
— Frank Schäffler (@f_schaeffler) May 6, 2026
“Wer Bitcoin gezielt aus dieser Systematik herauslösen will, bekommt ein Problem mit Artikel 3 GG. Der allgemeine Gleichheitssatz verbietet die Ungleichbehandlung wesentlich gleicher Sachverhalte”, führt der Politiker aus.
Klingbeil stütze sich auf das Ziel fiskalischer Mehreinnahmen. Einer steuerrechtlichen Unterscheidung zwischen Kryptowährungen und Edelmetallen könne dieses Konzept vor Gericht nicht standhalten, meint Schäffler.
Der Steuerberater Christoph Juhn erklärte in einem Video, dass sich die Steuerreform nicht auf bereits vorab erzielte Gewinne auswirken würde.
Zu beachten ist auch, dass die Erhebung einer Krypto-Steuer in der Praxis schwierig werden könnte. Drastische Forderungen würden eine ablehnende Haltung unter Anlegern vermutlich begünstigen.
Russland verbietet Eigenverwahrung von Kryptowährungen
Die Gesetzgebung der Russischen Föderation bereitet aktuell ein neues Krypto-Verbot vor. Ab Juli sollen digitale Anlagen wie Bitcoin nur noch als Spekulationsobjekte genutzt werden dürfen. Bereits das Halten in Eigenverwahrung – eine Grundfeste im Umgang mit Krypto – wird dann illegal.
Schon 2020 erließ Russland ein empfindliches Krypto-Verbot. Seither dürfen Kryptowährungen auf dem Binnenmarkt nicht als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Russlands Regierung fürchtet sich vor den Konsequenzen, sollte sie die freien Währungen weiter tolerieren.
Seit dem Verbot stellten russische Behörden dennoch eine wachsende Anzahl von Krypto-Transaktionen im Inland fest. Deshalb erhöhte die Politik bereits mehrfach die drohenden Strafen. Ab Juli sollen neben Geldstrafen auch Haftstrafen bei Zuwiderhandlung infrage kommen. Bis zu sieben Jahre Haft drohen russischen Krypto-Haltern.
Russische Bürger dürfen Kryptowährungen ab Juli nur noch bei regulierten Dienstleistern erwerben und anlegen. Die Dienstleister unterstehen der strengen Kontrolle der russischen Zentralbank.
Trotz der repressiven Maßnahmen setzt Russland im Außenhandel weiterhin auf Bitcoin und Co. Seit 2022 sind Russlands finanzielle Möglichkeiten durch internationale Sanktionen stark eingeschränkt. Neutrale Blockchains wie die des Bitcoins bieten eine Ausflucht, die von internationalen Partnern angenommen wird.
Nordkorea dementiert Vorwürfe rund um Lazarus
Das nordkoreanische Außenministerium äußerte sich überraschend zu den Vorwürfen rund um die Hackergruppe Lazarus. Diese soll laut IT-Experten sowie laut US-Behörden ein Teil des nordkoreanischen Militärgeheimdienstes RGB sein und jedes Jahr Hacks und Betrügereien im Wert von vielen Millionen US-Dollar begehen.
Besonders bekannt ist die Lazarus-Gruppe für ihre vielen Krypto-Hacks. 2026 flossen laut TRM Labs 76 Prozent aller durch Hacks entwendeten Kryptowährungen zu den Strippenziehern nach Nordkorea.
Auch für Betrugsmaschen wie den IT-Betrug soll Lazarus verantwortlich sein. Dieser nimmt insbesondere Unternehmen der westlichen Welt ins Visier, die arglos nach Informatikern suchen und letztlich oft nordkoreanischen Hackern auf den Leim gehen.
Die nordkoreanischen Behörden dementieren die Vorwürfe allerdings. Es handele sich dabei um Schmähungen der USA, die einem politischen Kalkül folgen.
“In letzter Zeit versuchen US-Regierungsstellen, reptilische Medienorgane und Verschwörungsorganisationen, in der internationalen Gemeinschaft ein falsches Bild von der Demokratischen Volksrepublik Korea zu verbreiten, indem sie von einer nicht wirklich existierenden „Cyber-Bedrohung“ durch die DVRK sprechen”, gab das nordkoreanische Außenministerium zum Besten.
Bitcoin-Kurs steigt über 82.000 US-Dollar
Dem Bitcoin-Kurs ist es diese Woche gelungen, mehrere Preisschwellen zu überwinden, die sich für die Stimmung am Kryptomarkt als wichtig erweisen könnten. So knackte BTC am Montag den Marktwert von 80.000 US-Dollar. Zuletzt notierte die Kryptowährung am 31. Januar oberhalb dieser Schwelle.
Anschließend stieg der Bitcoin-Kurs über 81.000 und schließlich über 82.000 US-Dollar. Laut CoinMarketCap stellte BTC am Mittwoch bei 82.666 US-Dollar ein regionales Hoch auf.
Inzwischen relativierten sich diese Gewinne wieder. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 80.120 US-Dollar und schreibt im Wochentrend noch 2,40 Prozent Gewinn. Scheinbar bildete die Kryptowährung bei der 80.000-Dollar-Schwelle bereits einen Boden. Kursanalysten äußerten über die vergangenen Tage stark abweichende Einschätzungen zur kurzfristigen Entwicklung des Kurses.
Diese Kryptowährungen erzielen massive Gewinne
Der Wochentrend unter den 100 größten Kryptowährungen wird derzeit deutlich von Gewinnen dominiert. Nur wenige Kryptowährungen verzeichnen Verluste und jene fallen mild aus. Die Gewinne sind umso drastischer.
Toncoin (TON) legte im Wochentrend um 95 Prozent zu und notiert infolgedessen bei 2,60 US-Dollar. SKYAI (SKYAI) belegt den zweiten Rang der Wochensieger, nachdem es in der Vorwoche bereits den ersten Rang abstaubte. Das KI-Projekt legt um 67 Prozent zu und wird für 0,57 US-Dollar gehandelt.
Der Privacy Coin Zcash (ZEC) steigt um 65 Prozent, nachdem die Investmentgesellschaft Multicoin Capital eine mittelfristige Akkumulierung seit Februar bekannt gab. Multicoin setzt auf Zcash, da international repressiver agierende Regierungen zu einer steigenden Nachfrage nach vertraulichen Kryptowährungen sorgen, erklärt man.
ZEC notiert zum Redaktionsschluss bei 580 US-Dollar.
