Strategy verkauft Bitcoin? Warum Michael Saylor BTC abstößt

Das Wichtigste in Kürze
- Die Bitcoin-Treasury Strategy präsentierte jüngst das Konzept von Bitcoin-Verkäufen zur Finanzierung von Dividenden.
- Laut Firmengründer Michael Saylor könne man so langfristig die Bitcoin-Bestände steigern und gleichzeitig attraktive finanzielle Anreize für Aktionäre schaffen.
- Bisher handelt es sich nur um ein Konzept. Ob Strategy dies in der Praxis anwenden wird, blieb während der Präsentation des Bilanzberichts Q1 2026 offen.
Strategy verkauft Bitcoin? Warum Michael Saylor BTC abstößt
Strategy verkauft möglicherweise Bitcoin – das Konzept stellte die Unternehmensführung während einer Präsentation des Bilanzberichts für das erste Quartal 2026 am Dienstag vor. In der Krypto-Szene sorgte dies für einen Aufschrei, wirkt die Idee doch wie eine Abkehr von den radikalen Bitcoin-Investitionen, die das Unternehmen seit 2020 vornimmt.
Eigentlich hatte Phong Le, Präsident und Geschäftsführer von Strategy nur die Vorzüge der Strategy-Aktie darlegen wollen. Im Vortrag wies er auf deren “signifikante Optionalität” hin.
“Wir haben verschiedene Vorteile (…), die wir zum Vorteil unserer Aktionäre ausspielen können. Der Verkauf von MSTR und STRC dienen als unsere klassischen Kapitalquellen. Wir könnten aber auch unsere US-Dollar-Reserven verkaufen, um Dividenden zu zahlen”, leitete Le ein.
“Wir haben aber auch Bitcoin, dessen Verkauf eine Möglichkeit ist”, führte er fort. “In der Vergangenheit haben wir bereits über die Möglichkeit gesprochen, Bitcoin-Derivate zu verkaufen.”
Auch Firmengründer Michael Saylor meldete sich zu Wort. Die dargebotenen Inhalte des Geschäftsführer Le griff er seinerseits auf und verdeutlichte sie. Anteilige Bitcoin-Verkäufe könnten demnach als Basis für ein lukratives Geschäftsmodell dienen.
“Man nutzt Kredite, um Bitcoin zu kaufen, lässt seinen Wert wachsen und dann verkauft man Bitcoin, um die Dividende zu zahlen. Solange wir Kredite vergeben, die über die Gewinnschwelle hinausgehen, funktioniert dieses Geschäft und wächst unaufhörlich.”
Saylor:
"You buy Bitcoin with credit, you let it appreciate, and then you sell Bitcoin to pay the dividend” pic.twitter.com/B8b92vbsqb— Quinten | 048.eth (@QuintenFrancois) May 6, 2026
Besonders die neue Stretch-Aktie soll Strategy langfristig dabei helfen, mehr frische Bitcoin anzulegen als in Form von Dividenden an Anleger ausgezahlt werden.
“Wir könnten die Dividenden finanzieren, selbst wenn wir aufhören, die MSTR-Aktie zu verkaufen. Die Finanzierung wäre mittels Bitcoin-Verkäufen möglich”, sagt Saylor.
“So könnten wir nicht nur die Finanzierung der Dividenden für immer zusichern, sondern gleichzeitig auch die Menge der Bitcoin, die wir halten, für immer steigern.”
Bisher stellte Strategy die Bitcoin-Verkäufe also nur in den Raum. Eine tatsächliche Umsetzung des Konzepts stehe demnach nicht fest.
Verrät Strategy seine Ideale durch Bitcoin-Verkäufe?
Viele Bitcoiner fassen Strategys jüngste Aussagen negativ auf. Die neuen Konzepte gelten als Verrat an Strategys eigenen Idealen. Jahrelang hatte der Vorstandsvorsitzende Michael Saylor gepredigt, Bitcoin niemals zu verkaufen. Dass er diese Option nun doch erwägt und dabei sogar als Vorteil darstellt, stößt einigen Nutzern auf X übel auf.
“Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie alle Bitcoin verkaufen. Erinnert euch an meine Worte”, heißt es in einem kritischen Kommentar, der einige Zustimmung einsammeln konnte.
“Vor weniger als einem Jahr hat er noch behauptet, so viele Bitcoin wie möglich zu kaufen und sie niemals zu verkaufen. Was ist passiert?”, äußert ein weiterer Kommentator.
Tatsächlich verkaufte Strategy – damals firmierte das Unternehmen noch als MicroStrategy – bereits im Dezember 2022 erstmals einen Anteil seiner Bitcoin. Ganze 704 BTC veräußerte man für 11,8 Millionen US-Dollar, um Steuervorteile zu erhalten.
Bis heute blieb dieses Ereignis jedoch einmalig. Seither verkaufte Strategy nie wieder einen Teil seiner Bitcoin. Im Rahmen der neuen Dividendenstrategie könnten Verkäufe allerdings zu einem regelmäßigen Prozedere werden.
Zum Redaktionsschluss verfügt Strategy über 818.334 BTC im Wert von 65,90 Milliarden US-Dollar. Damit ist der Softwareentwickler der mit Abstand größte bekannte Bitcoin-Anleger überhaupt. Das Portfolio liegt sechs Prozent im Plus und schreibt dadurch unrealisierte Gewinne in Höhe von rund vier Milliarden US-Dollar.
