Strategy stellt klar: Unter diesen 2 Bedingungen verkauft man BTC

Das Wichtigste in Kürze

  • Strategy-Geschäftsführer Phon Le bestätigte in einem Interview jüngst die Idee, Bitcoin gewinnbringend zu verkaufen, um Dividenden an Aktionäre zu zahlen.
  • Bereits vergangene Woche stellte Strategy das Konzept ständiger Bitcoin-Verkäufe vor – ein klarer Bruch mit bisherigen Idealen, die enorme Kritik in der Krypto-Szene auslösten.
  • Finanzexperte Jeff Snider hält die Planänderung für ein schlechtes Signal. Strategys Investmentkonzept zeige womöglich erste Risse.

Strategy-CEO hält an wiederholten Bitcoin-Verkäufen fest

Letzte Woche sorgte Strategy mit der Präsentation seines Quartalsberichts Q1 2026 für mächtigen Wirbel in der Krypto-Szene. Erstmals zieht das US-Unternehmen ernsthaft den ständigen Verkauf von Bitcoin in Betracht.

Seit 2020 akkumuliert der Softwareentwickler Bitcoin. Durch die ausgiebigen Käufe begründete man das Konzept der Bitcoin-Treasuries. Strategy stieg rasch zum größten bekannten Bitcoin-Investor der Erde auf. Heute hält das Unternehmen ganze 818.334 BTC im Wert von 66 Milliarden US-Dollar. Bisher verkaufte man nur einmal einen Teil der Coins – im Dezember 2022 erzielte man durch den Verkauf von 704 BTC einen steuerlichen Vorteil.

Dass Strategy Bitcoin-Verkäufe inzwischen fest in seine Investmentprozesse integrieren könnte, stieß vielen Bitcoinern übel auf. Das Unternehmen lässt diese Kritik jedoch nicht auf sich sitzen. Strategy-CEO Phong Le sprach kürzlich mit CNBC, um die Idee zu rechtfertigen.

“Die größte Veränderung, welche wir dem Unternehmen unterziehen, (…) ist die Entstehung des digitalen Kredits, also Stretch”, leitet Le ein. Stretch ist eine Aktie Strategys, die erst im Juli 2025 eingeführt wurde. Investoren erhalten eine zuverlässige Dividende und stellen Strategy Kapital zum Kauf von Bitcoin zur Verfügung.

“Wir haben gesehen, dass uns der Verkauf von Bitcoin zusätzlichen Wert bieten kann. (…) Wenn wir an den Punkt gelangen, an dem es für den Wert Bitcoin-pro-Aktie besser ist, Bitcoin statt Aktien zu verkaufen, um Dividenden zu zahlen, dann werden wir das tun.”

Strategy könne mit diesem Konzept also wiederholt Bitcoin abstoßen. Langfristig bleibt das Konzept jedoch dasselbe wie bisher. Das Unternehmen möchte immer mehr BTC erwerben und diese langfristig anlegen. Le erklärt: Der Abverkauf sei zum Vorteil des Unternehmens und der Aktionäre und daher eine valide Strategie.

Strategy stellt klar: Nur unter diesen 2 Bedingungen verkauft man BTC

Le macht in dem Gespräch mit CNBC aber auch deutlich, dass Bitcoin nur unter zwei bestimmten Bedingungen verkauft werden sollen. Die Verkäufe seien nur dann denkbar, wenn Strategy durch sie eine Wertsteigerung oder Steuerbegünstigungen erhält.

“Wir werden Bitcoin verkaufen, um die Dividende auf Stretch zu bezahlen, wenn dies für unsere Aktionäre eine Wertsteigerung bedeutet”, sagt Le.

“Wir ziehen Verkäufe beispielsweise auch in Betracht, wenn sie uns Steuergewinne einbringen, indem sie Steuergewinne oder Steuerverluste aufschieben”, setzt der Geschäftsführer fort.

Größte Bitcoin-Treasury vor dem Kollaps? Darum ist die Kritik so enorm

Wenn Strategy nur einen Teil seiner Bitcoin verkaufen möchte, die Akkumulation von Bitcoin langfristig dennoch fortsetzt, bleibt letztlich alles beim Alten – könnte man meinen. Was zunächst wie ein kleines Element wirken könnte, löst in der Krypto-Szene eine hitzige Debatte über Strategy und die von Michael Saylor erdachte Bitcoin-Investmentstrategie aus.

Seit Saylor mit seinen Bitcoin-Käufen im August 2020 begann, behauptete er stets, dass Verkäufe und damit Gewinnmitnahmen niemals nötig seien. Dass sich diese Umstände nun ändern, deutet laut Kritikern auf den beginnenden Niedergang der Bitcoin-Treasury hin.

“Die Kritik an Saylor war immer, dass seine Strategie einen ständigen Einstieg neuer Investoren oder den Verkauf von Bitcoin voraussetzt und Saylor dementierte diese Kritik stets”, fasst Jeff Snider die Auseinandersetzung zusammen.

“Die Zahlen sind nicht so positiv, wie sie sein sollten. Man muss den Kritikern hier ein Zugeständnis machen. Saylor versucht, das Ganze herunterzuspielen”, sagt Snider weiter.

Strategy verzeichnete im ersten Quartal 2026 Verluste in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar, die vorrangig durch Bitcoins Wertverlust zustandekommen. Es handelt sich daher aber auch um unrealisierte Verluste, denn Strategy veräußerte seine Bitcoin bisher nicht.

strategy bitcoin käufe 2020 bis mai 2026
Strategys Bitcoin-Käufe bis Mai 2026: Viele Einkäufe wurden über dem aktuellen Marktwert getätigt.

Kritik am Konzept des Unternehmens kommt üblicherweise dann auf, wenn sich der Bitcoin in einer bärischen Marktphase befindet. Das Bitcoin-Vermögen rutschte in der Vergangenheit sogar in den Bereich unrealisierter Verluste ab.

Saylor scheint Kritikern erstmals rechtzugeben, da er indessen Bitcoin-Verkäufe in Betracht zieht. Langfristig könnte sich die Investmentstrategie als unhaltbar erweisen.

“Möglicherweise handelt es sich hier um etwas Substanzielles (…). Die Kritiker haben immer gewarnt, weil kein ausreichender Cashflow existiere, um Investoren zu bezahlen. Und die Renditen, die Strategy neuen Anlegern versprach, waren einfach astronomisch. Man fragt sich: Zeigen sich erste Risse?”, so Snider.

Saylor habe auf einen rasant wachsenden Bitcoin-Kurs spekuliert, der besonders 2025 hinter den Erwartungen zurückblieb. Dadurch sei es Strategy misslungen, weiterhin günstige Kredite von Finanzinstituten zu erwerben. 2025 habe sich das Unternehmen während eines wachsenden Bitcoin-Kurses überkauft, der nun abgesunken ist.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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