Russland verbietet Krypto? So perfide geht man gegen BTC und Co. vor

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland plant ein Verbot von Kryptowährungen als neutralem, unabhängigem Zahlungsmittel. Krypto soll ab Juli nur noch als Wertanlage genutzt werden dürfen, sofern sich die Coins unter der Kontrolle regulierter Dienstleister befinden.
  • Der Gesetzesentwurf 1194918-8 wurde Ende April bereits im Unterhaus des russischen Parlaments bestätigt.
  • Trotz des schweren Einschnitts hält die russische Regierung an ihrer Nutzung von Bitcoin und Co. fest. Weil Kryptowährungen unsanktionierbar sind, setzt Russland sie im internationalen Handel ein.

So will Russland Krypto als Zahlungsmittel verbieten

Setzt Russland ein praktisches Krypto-Verbot um? Aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung der Russischen Föderation deuten darauf hin.

So passierte ein Gesetzesentwurf namens „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ (Entwurf 1194918-8) die Staatsduma bereits am 22. April mit einer deutlichen Mehrheit an Ja-Stimmen.

327 Abgeordnete des russischen Unterhauses stimmten demnach für den Entwurf, während ihm nur 13 Abgeordnete widersprachen.

Nach der Verabschiedung des Gesetzes würden Kryptowährungen in Russland in eine neue Kategorie fallen. Sie würden dann als Eigentum gelten.

Bisher sind sie in Insolvenzfällen, Scheidungen und Beschlagnahmungen außen vor. Im Rahmen dieser Prozesse könnten sie dann künftig von russischen Behörden eingezogen werden.

Zudem möchte der Staatsapparat den Umgang mit den digitalen Anlagen stärker beschneiden. Künftig sollen ausschließlich lizenzierte Dienstleister in direkten Kontakt mit ihnen kommen.

Nur Krypto-Börsen, Tauschbörsen, Broker, Verwahrer und Manager dürften dann im tatsächlichen Besitz von Kryptowährungen sein. Die Eigenverwahrung von Kryptowährungen durch Endnutzer würde verboten.

Bereits seit 2020 besteht in Russland ein Verbot für Krypto-Zahlungen. Die russischen Behörden versuchen damit, den Einsatz von Bitcoin und Co. als Zahlungsmittel zu verhindern.

Wegen ihrer unkontrollierbaren, neutralen Natur können Kryptowährungen abseits staatlicher Aufsicht versendet werden.

Laut Einschätzung des russischen Staatsapparats nahm die Nutzung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel trotz des bestehenden Verbots über die vergangenen Jahre zu. Deshalb hob die Gesetzgebung das Strafmaß über die letzten Monate an.

Im Sommer 2025 erhöhte man zunächst die bestehenden Geldstrafen. Seit einer Gesetzesänderung im April 2026 sind für den illegalen Einsatz von Kryptowährungen auf dem russischen Binnenmarkt ab Juli sogar Haftstrafen von vier bis sieben Jahren denkbar.

Russland hält im internationalen Handel an Bitcoin fest

Russland hält im internationalen Handeln trotzdem am Bitcoin fest. Ab 2024 unterhielt der Staat ein Pilotprojekt, das im Spätjahr 2025 nach erfolgreicher Testphase schließlich zum offiziellen Staatskonzept wurde. Seither sind Krypto-Zahlungen im internationalen Handel legal.

Diese werden von der russischen Zentralbank kontrolliert. Kryptowährungen kommen im Außenhandel zum Einsatz, da Russland seit 2022 das Ziel zahlreicher Finanzsanktionen ist, die sich dank Krypto umgehen lassen.

Staatspräsident Wladimir Putin lobte den Bitcoin im Spätjahr 2024 während des Wirtschaftsforums in Moskau in einer Rede. Die Kryptowährung sei unaufhaltsam, da keine einzelne Instanz für ihren Betrieb verantwortlich ist.

Diesen Vorteil stellte er konkret gegenüber Fiatwährungen dar, nachdem verschiedene Staaten im Februar 2022 – darunter vor allem EU und USA – russische Fremdwährungen im Wert von 300 Milliarden US-Dollar beschlagnahmten.

Die Strafbarkeit eigenverwahrter Kryptowährungen ist laut verschiedener Quellen noch keine beschlossene Sache. Sie soll voraussichtlich ab dem 1. Juli 2026 in Kraft treten. Unlizenzierte Krypto-Dienstleister würden ab Juli 2027 illegal.

Das Verbot der Eigenverwahrung gilt in der Krypto-Szene als Träumerei. Zwar lässt sich jenes de jure durchsetzen, doch die praktische Vollstreckung ist schwierig bis unmöglich.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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