Krypto-News der Woche 1. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Tether sperrt nach Anfragen von US-Behörden 344 Millionen USDT auf zwei Tron-Adressen. Der Iran verwendet den zentralisierten Stablecoin als internationales Zahlungsmittel sowie zur Stabilisierung seiner Fiatwährung. Seit 2025 werden immer wieder Gelder beschlagnahmt.
  • Die Bitcoin Conference 2026 fand dieses Jahr in Las Vegas statt. Die Konferenz gilt als eine der wichtigsten Konferenzen der Krypto-Gemeinschaft. Dieses Jahr war sie vor allem durch institutionelle Investoren, Regulatoren und Politiker geprägt, was ihr einige Kritik einbrachte.
  • Erneut kommt das Ende der Krypto-Spekulationsfrist in Deutschland ins Gespräch. Die Bundesregierung plane bereits im Haushalt 2027 mit der Einführung einer Krypto-Steuer. Bislang sind Veräußerungsgewinne nach einjähriger Haltezeit steuerfrei.
  • Im 20. Sanktionspaket verbietet die Europäische Union ihren Bürgern Geschäfte mit russischen Krypto-Dienstleistern generell. Es wird ab 24. Mai wirksam.
  • Der Kryptomarkt stagniert im Wochentrend überwiegend. Der Bitcoin-Kurs schließt die Woche über 78.000 US-Dollar ab.

Tether sperrt iranische Anlagen, verdeutlicht Nachteile der Stablecoins

Stablecoin-Emittent Tether sperrte erneut iranische Anlagen. Nach Anfragen von US-Behörden fror das Unternehmen ganze 344 Millionen USDT auf zwei verschiedenen Tron-Adressen ein, die der iranischen Regierung zugerechnet werden.

Der Iran büßte bereits 2025 rund 700 Millionen USDT ein, setzte seither jedoch weiterhin auf die Nutzung des Stablecoins. USDT ist an den US-Dollar gebunden und besteht auf dutzenden verschiedenen Blockchains.

Irans Regierung setzt den Token zur Stabilisierung der Landeswährung Rial ein und wickelt Transaktionen abseits des klassischen Bankensystems ab, um Sanktionen zu umgehen. Als zentralisierter Stablecoin ist der USDT jedoch eine denkbar schlechte Wahl.

Herausgeber Tether verfügt über Sonderrechte im Umgang mit dem USDT. Weil er auf den verschiedenen Blockchains wie Tron als nutzergenerierter Token erstellt wurde, konnte sich Tether mit speziellen Privilegien ausstatten, die das Unternehmen immer wieder ausnutzt, um unliebsame Akteure zu sanktionieren.

Sperrungen dieser Art können neben staatlichen Akteuren auch Privatleute treffen. Die Nutzung zentralisierter Stablecoins sollte entsprechend umsichtig angegangen werden. Das langfristige Halten des Tokens ist riskant und sollte vermieden werden.

Recherchen von Blockchainwelt zeigen: Tether sperrte allein auf den Blockchains Ethereum und Tron mehr als 3,52 Milliarden USDT. Zwar ist davon auszugehen, dass ein großer Teil dieser Gelder aufgrund krimineller Aktivitäten gesperrt wurde, Tether verfügt jedoch über die Option, jeden Nutzer nach Belieben zu sperren.

Tether weist eine Nähe zur US-amerikanischen Regierung auf und setzt deren Sanktionen um. Ein anhaltender Konflikt mit den USA spielt sich für den Iran daher negativ aus. Einmal eingefrorene USDT können die Halter zumeist nicht wiederherstellen.

Krypto-Szene von der Bitcoin Conference 2026 enttäuscht? Das ist passiert

Vom 27. Bis zum 29. April veranstaltete das Bitcoin Magazine in Las Vegas erneut die jährliche Bitcoin Conference. Ihr diesjähriger Ableger trifft in der Krypto-Szene auf einige Kritik. Der Bitcoin sei von den Hauptrednern demnach schlecht vertreten worden.

Bitcoin-Maximalist Michael Saylor beteiligte sich an der Veranstaltung. Auch Jack Dorsey hielt eine Rede. Dieses Jahr waren viele Behördenvertreter und Politiker vertreten – etwa SEC-Chef Paul Atkins, CFTC-Chef Michael Selig, Generalstaatsanwalt Todd Blanche oder Eric Trump, Sohn des US-Präsidenten Donald Trump.

Besonders kritische Äußerungen von Jacob King und MastrXYZ trafen bei X auf offene Ohren in der Krypto-Gemeinschaft. Sie kritisierten die starke Präsenz politischer Akteure. Tatsächlich konzentrierte sich die diesjährige Konferenz auf die Verbesserung der politischen Landschaft und eine dadurch erzielte steigende institutionelle Adoption.

Tschechische Zentralbank veröffentlicht erste Bitcoin-Testergebnisse

Eine Einschätzung der tschechischen Nationalbank (CNB) zum Bitcoin, erregte auf X große Aufmerksamkeit. Aleš Michl, Vorstand der CNB, präsentierte in einer Rede die Ergebnisse eines Testlaufs, den man mit BTC vornahm. Dabei kam die Kryptowährung als Reserve der Zentralbank zum Einsatz. Seit Ende 2025 arbeitete die Zentralbank an der Nutzung des Bitcoins.

Michl stuft Bitcoins Volatilität als extrem ein. Die Kryptowährung hält er deshalb für eine riskante Wertanlage. Auch den kompletten Wertverfall stuft er als denkbar ein. Demnach könne BTC auf einen Marktwert von null US-Dollar fallen – dies sei im Vergleich mit weiteren Wertanlagen allerdings normal und keine Besonderheit.

Der CNB-Chef empfiehlt ein 1-Prozent-Modell. Dabei legen Investoren nur einen Prozent ihres Vermögens in Bitcoin an. So seien massive Profite möglich, ohne mit erheblichen Verlusten rechnen zu müssen.

“Der Bitcoin weist langfristig eine geringe Korrelation mit traditionellen Anlagen auf”, argumentiert Michl für das Konzept.

Der Test sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Erst nach einer Zeit von zwei Jahren wolle man die abschließenden Ergebnisse präsentieren.

Michael Saylor präsentiert neue Aktie Stretch

Bitcoin-Maximalist Michael Saylor hielt von allen Teilnehmern die meistbeachtete Rede. Er präsentierte eine neue Aktie des Unternehmens Strategy. Die unbefristete Vorzugsaktie trägt den Namen Stretch (STRC).

Mit ihr möchte er laut eigener Erklärung eine “Hochzins-Brücke zwischen Bitcoin und dem traditionellen US-Dollar-Bankensystem” schaffen. Die Aktie soll stets 100 US-Dollar kosten. Strategy nutzt Investitionen, um damit Bitcoin zu kaufen.

Das Unternehmen geht von einem langfristig steigenden Bitcoin-Kurs aus, der pro Jahr weit über 11,5 Prozent wachsen soll. Die Kursgewinne realisiert Strategy, um eine jährliche Rendite von 11,5 Prozent an Investoren in Form von US-Dollar zu zahlen.

Anleger sollen dabei von der großen Menge an BTC profitieren, die Strategy durch die Aktie einsammeln möchte. So sei es stets möglich, die versprochenen Renditen auszuzahlen. Die Stretch-Aktie möchte Saylor stabil halten, indem er die Rendite erhöht, sobald die Nachfrage niedrig ausfällt.

Durch eine fünffache Übersicherung soll das Konzept auch in Zeiten sinkender Kurse sicher bleiben. Saylor möchte die Rendite zuverlässiger gestalten, als es die Erlöse aus direkten Bitcoin-Investments sein würden.

Bundesregierung plant neue Krypto-Steuer in Deutschland

Laut eines Berichts des Handelsblatt, debattiert die Bundesregierung derzeit erneut die Einführung einer Krypto-Steuer in Deutschland. Die Forderung sei bereits im Haushaltsplan 2027 niedergeschrieben. Die Börsen-Zeitung fügt an: Auch in einem Finanzplan, der sich bis 2030 spannt, soll eine Krypto-Steuer gefordert werden.

Bislang können Wertsteigerungen gehaltener Kryptowährungen in Deutschland steuerfrei realisiert werden. Dafür muss der Investor die Anlagen mindestens ein ganzes Jahr lang halten. Seit Jahren ist diese Tatsache ein Gegenstand politischer Debatten. Immer wieder äußern Politiker Kritik an der Steuerfreiheit.

Laut Handelsblatt möchte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil den Bundeshaushalt durch frische Einnahmen aus der Besteuerung von Krypto-Geschäften aufstocken. Konkrete Konzepte dazu liegen laut Börsen-Zeitung allerdings noch nicht vor.

Die einjährige Spekulationsfrist, die bislang grundlegend für die Besteuerung von Krypto in der Bundesrepublik ist, könnte demnach in den kommenden Jahren fallen. Die häufigen Debatten über ihre Legitimität zeigen zumindest, dass sie unter vielen politischen Akteuren ungewollt ist.

Kryptowährungen sind nicht die einzigen Anlagen, für die eine Spekulationsfrist gilt. Auch Gold, Immobilien sowie Kunst- und Sammelgegenstände lassen sich nach unterschiedlichen Haltefristen steuerfrei veräußern. Seit 2009 gibt es für Aktien, Anleihen und Zertifikate keine Spekulationsfrist mehr.

Krypto-Zahlungen nach Russland durch EU-Sanktion illegal

Die EU verabschiedete am 23. April das 20. Sanktionspaket gegen Russland, welches ab 24. Mai 2026 wirksam ist. Erneut verschärft die Europäische Union die Maßnahmen gegen die Russische Föderation, auch im Hinblick auf Kryptowährungen.

EU-Bürgern ist es ab Mai verboten, Kryptowährungen an russische Dienstleister zu senden. Auch die Nutzung des Stablecoins RUBx sowie des digitalen Rubels und des digitalen belarussischen Rubels stehen dann unter Strafe. Zudem ist die Nutzung russischer Mittelsmänner verboten, die für ihre Kunden handeln.

Laut Elliptic stellt das Sanktionspaket eine drastische Verschlechterung der Beziehungen dar. Bislang sanktionierte die EU demnach einzelne Dienstleister für konkrete Vorwürfe. Inzwischen nehme die Union davon Abstand und erlasse stattdessen generelle Sanktionen gegen sämtliche russische Dienstleister.

Für einzelne Personen bestehen allerdings Ausnahmen – etwa diplomatische Vertreter der EU in Russland sowie derlei Personen, die in der EU leben, aber vormals in Russland wohnhaft waren.

Kryptomarkt stagniert, Bitcoin-Kurs verbleibt über 78.000 US-Dollar

Der Kryptomarkt stagniert über die letzten Tage spürbar. Der Bitcoin-Kurs verbleibt über 78.000 US-Dollar. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei genau 78.198 US-Dollar. Im Wochentrend schreibt die Kryptowährung milde Verluste in Höhe von 0,28 Prozent – ein Trend, dem der Markt größtenteils folgt.

Laut CoinMarketCap Fear & Greed Index ist die Stimmung aktuell neutral. Das Sentiment befindet sich über die letzten Tage in einer allmählichen Aufwärtsbewegung.

Diese Kryptowährungen schreiben massive Gewinne

Einzelnen Kryptowährungen gelingen derzeit massive Gewinne. Unter den 100 größten Kryptowährungen fallen die Gewinne bei SKYAI (SKYAI) besonders hoch aus. Das Projekt baut KI-Infrastruktur auf einer Blockchain. Der gleichnamige Token liegt im Wochentrend ganze 83,20 Prozent im Plus und notiert bei 0,36 US-Dollar.

Auch Terra Classic (LUNC) liegt mächtig im Aufwind. Der Token der Smart-Contract-Plattform notiert nach 42 Prozent Kursgewinn bei 0,000072 US-Dollar. Den dritten Platz belegt das Identitätsnetzwerk Humanity Protocol (H). Im Wochentrend steigt die Kryptowährung um 35 Prozent auf 0,19 US-Dollar.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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